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Museumsexperten aus China informieren sich über Musikinstrumente aus ihrer Heimat

Grassi-Museum für Völkerkunde Museumsexperten aus China informieren sich über Musikinstrumente aus ihrer Heimat

Mehr als 20000 Objekte aus China, Tibet, Taiwan, Japan und Korean gehören zu den Sammlungen des Leipziger Grassi-Museums für Völkerkunde. 405 davon sind Musikinstrumente, die nicht alle erforscht sind. Die werden nun bei einem Projekt, über das sich 15 Museumsexperten aus China bei ihrem Besuch in Leipzig informierten, detailliert untersucht und restauriert.

In der Restaurierungswerkstatt im Grassi-Museum: Yu Filipiak (4. von rechts) erläutert, wie sie ostasiatische Musikinstrumente erforscht.
 

Quelle: Foto: André Kempner

Leipzig.  
 

Yu Filipiak nimmt die Bestände auf, erfasst sie in einer Datenbank und beginnt mit der eigentlichen Bestimmung. Oft sind weder genaue Herkunft noch Bedeutung bekannt. „Im nächsten Jahr werde ich beispielsweise Inschriften übersetzen, die Spielweise und den historischen Hintergrund vieler Instrumente erforschen“, erläutert die in Leipzig lebende Chinesin, die an der Universität Leipzig Musikwissenschaft und Sinologie studierte und später als Musikethnologin in Halle promovierte. Grob könne sie viele Objekte zwar zuordnen. „Es gibt aber Ausnahmen. Da muss ich recherchieren, wie die Instrumente heißen, wie sie gespielt, ob sie heute noch benutzt werden.“ Viele Streichlauten – also asiatische Geigen – sehen zwar ähnlich aus, sind aber dennoch unterschiedlich. Sie stammen aus verschiedenen Werkstätten. Deshalb will Yu Filipiak bei einer Feldforschung in China Kontakt zu chinesischen Spezialisten suchen. Außerdem werde im Museum für Völkerkunde das exakte Alter ermittelt – etwa über Materialanalysen. Die meisten Instrumente sind jedoch über 100, manchmal 200 Jahre alt. Das Projekt läuft übrigens vier Jahre – bereits 2018 ist eine große Sonderausstellung geplant.

Bis dahin kommen viele Instrumente in die museumseigene Restaurierungswerkstatt. „Dabei geht es nicht darum, sie wieder bespielbar zu machen“, erklärt Angelica Hoffmeister-zur Nedden, die diese leitet. Vielmehr um die optische Sichtung und Konservierung. „Die Instrumente weisen ja Gebrauchsspuren auf. Oft fehlen Saiten. Da müssen wir dann klären, ob wir sie ersetzen oder nicht“, nennt sie ein Beispiel. Ein „Tiger“, über dessen Kopf gestrichen wurde, um ein Signal zu erzeugen, steht in der Werkstatt ebenso bereit wie eine Bronzetrommel oder eine Klangplatte, mit der zum Gebet gerufen wurde. Ostasienexperte Dietmar Grundmann kann die Instrumente bestens erklären. „Wenn wir unsere Dauerausstellung überarbeiten, werden einige dieser Objekte zu sehen sein“, kündigt er an. Um flugs den Gästen die großartigen Sammlungen des Hauses aus China und Tibet zu zeigen.

Von Mathias Orbeck

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