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Musiker-Duo The BossHoss im LVZ-Interview: "Neben Bohlen würden wir nicht sitzen"

Musiker-Duo The BossHoss im LVZ-Interview: "Neben Bohlen würden wir nicht sitzen"

Alec „Boss" Völkel und Sascha „Hoss" Vollmer, beide 39, sind seit sieben Jahren Deutschlands erfolgreichste Countryrocker. Nach 1,5 Millionen verkauften Tonträgern haben sie ihr stilistisches Spektrum auf dem jüngsten Werk „Liberty of Action" weiter aufgefächert.

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The BossHoss bei einem Konzert im Leipziger Gewandhaus. (Archivbild)

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Im LVZ-Interview sprechen die Männer, die auch in der Castingshow „The Voice of Germany" zu sehen waren – über ihren Erfolg. An diesem Wochenende wird das Duo im Haus Auensee auftreten.

Frage: Nach der Produktion Eures Albums in Berlin seid ihr nach Texas gereist, um Dokus zu drehen und Konzerte zu spielen. Was sagt so ein Texaner, wenn er zwei Cowboys aus Berlin zu Gesicht bekommt?

Hoss: Die sagen erst mal „Howdy How". Wir hatten lange schon den Wunsch, in die Staaten reinzuschnuppern, vielleicht einen kleinen Zehnagel auf den Boden zu bekommen.

Für voll nehmen die euch aber nicht, oder?

Boss: Du würdest dich wundern. Gut, wir waren in Houston, Austin und San Antonio, das sind recht weltoffene Großstädte, und speziell in Houston waren auch viele der dort lebenden Deutschen im Konzert. Aber ich muss sagen, wir kamen super an. Verglichen mit dem, was dort so unter dem Begriff „Country" läuft, klingen wir wesentlich frischer und rockiger.

Jetzt müssen die Deutschen also schon den Texanern zeigen, wie Countrymusik geht?

Hoss: Ja, das ist in der Tat krass (lacht). Das, was wir machen, geht ja mittlerweile auch weit über den Country-Begriff hinaus. Wir haben ein breites Fundament, in der deutschen Musiklandschaft haben wir damit etwas, das man in der Werbesprache als „Alleinstellungsmerkmal" bezeichnet. Wir bedienen uns in allen möglichen Genres, sind keine typische Rockband, keine typische Countryband, keine typische Popband.

Kann man sagen, Ihr habt das BossHoss-Genre erfunden?

Boss: Könnte man. Angefangen hat alles aus einer Bierlaune heraus. Sascha und ich haben als Grafiker in einer Werbeagentur gearbeitet. Beide waren wir hobbymäßig bis semiprofessionell als Rockmusiker unterwegs, nach zwei Jahren hatten wir dann unsere Idee: die Verbindung aus Country und Popmusik.

Als Werbefachmänner habt Ihr Euch wahrscheinlich auch den typischen BossHoos-Look entworfen.

Hoss: Der Beruf ist von Vorteil. Uns war immer wichtig, dass die äußere Erscheinung stimmig und wiedererkennbar ist. Und auf der Bühne gucken wir schon, dass wir Style haben. Jeans, Unterhemd, Jeansjacke und Hut müssen sein. Du kannst als The BossHoss nicht so rumlaufen, als kämst du gerade aus dem Supermarkt.

Anfangs habt ihr ausschließlich bestehende Songs neu interpretiert, der Durchbruch kam mit eurer Version von „Like Ice in the Sunshine", die in einem viel gesendeten Werbeclip lief.

Hoss: Als wir anfingen als The BossHoss, hat uns der Freundeskreis eher belächelt. Unsere Idee war ja auch ein bisschen verrückt und irgendwie exotisch. Plötzlich lief es: Langnese, Charts, Plattenvertrag.

Boss: Wir waren ohne Plan und ohne kommerzielle Absicht gestartet, und auf einmal bist du in den Top Five und bekommst Goldene Schallplatten. Es hat einfach gepasst mit uns. Wir, also auch unsere fünf Bandmitglieder, gaben unsere Jobs auf und haben es gewagt.

Auf „Liberty of Action" gibt es kaum noch Coverversionen, es dominiert Selbstgeschriebenes. Sind euch die guten Fremdsongs ausgegangen?

Boss: Wir haben unsere Nische erwischt. Aber wir machen es uns dort nicht bequem, sondern bauen die Nische konsequent aus. Dazu gehört, dass wir uns nicht wiederholen wollen, sondern weiter entwickeln.

Und deshalb steigt bei euch die musikalische Vielfalt?

Hoss: Genau. Es sind noch ein paar Coversongs dabei, etwa „Money", das von der Garagenrockband The Sonics stammt, von denen wir auch unseren Bandnamen haben. Oder „My Country".

Die BossHoss-Version von Rammsteins „Mein Land".

Hoss: Exakt. Wir sind uns immer wieder über den Weg gelaufen und finden gegenseitig gut, was die anderen machen. Irgendwann reifte der Plan, das Rammstein-Stück durch unseren Fleischwolf zu drehen. Natürlich auf Englisch, denn deutsche Texte finden wir für The BossHoss unpassend.

Ihr wart Juroren bei „The Voice of Germany" – Euer Talent Ivy Quainoo gewann. Casting-Shows gibt es genug – warum lief diese so erfolgreich?

Hoss: Weil es dort fast ausschließlich um die Musik geht und nie darum, wie jemand herumhampelt. Es geht um die Stimme, um das Können. Es gibt in der Sendung auch keine Freaks, es wird niemand verarscht oder vorgeführt.

Trotzdem bekommt man schnell ein Problem mit der Glaubwürdigkeit, wenn man so eine Sendung macht, oder nicht?

Boss: Wäre diese Castingshow nicht qualitativ besser und niveauvoller als die anderen, hätten wir nicht mitgemacht. Und die Auswahl unserer Mitjuroren stimmte. Neben Juroren wie Tanzlehrern, Fußballerfrauen oder Dieter Bohlen würden wir nicht sitzen.

Was sagt Ihr rückblickend zu Eurem Part als Juroren und Coaches?

Hoss: Die Tätigkeit als Coach ist eine großartige Erfahrung. Wir hatten sehr viel Spaß mit großartigen Coach-Kollegen, haben viele hervorragende Sänger getroffen. Nicht zuletzt ist es unglaublich spannend und intensiv, mit den Talenten so viele Wochen auf eine gemeinsame Reise zu gehen. Interview: Steffen Rüth

Das Konzert von The BossHoss am Samstag im Haus Auensee ist ausverkauft, Restkarten gibt es für den Auftritt am Sonntag an der Abendkasse.

Interview: Mark Daniel

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