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Musikschule ist gefragt wie nie - Klavier, Geige und Blockflöte sind die Renner

Musikschule ist gefragt wie nie - Klavier, Geige und Blockflöte sind die Renner

Klavier, Geige, Blockflöte - das sind die Spitzenreiter der Instrumente, bei denen die Warteliste in der Musikschule "Johann Sebastian Bach" besonders lang ist.

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Damit Musikinstrumente lange schön klingen, brauchen sie bestimmte Raumbedingungen - ein Klavier zum Beispiel sollte nicht an einer Außenmauer stehen.

Quelle: Franziska Koark

Leipzig. Etwa 1000 Leipziger warten darauf, ein bestimmtes Instrument zu erlernen oder einen ausgebuchten Kurs belegen zu können - oft wird zusätzlich ein bestimmter Lehrer oder Ort gewünscht, was in der Regel noch schwieriger wird.

Aber auch bei Violoncello, Gitarre oder Trompete ist die Nachfrage größer als das Angebot. Selbst bei Harfe, Akkordeon oder Waldhorn können nicht alle Wünsche erfüllt werden. "Das bleibt schon eine riesige Herausforderung", sagt Musikschulleiter Matthias Wiedemann (50). "Unser Ziel ist es, allen Kindern, die es wünschen, den Zugang zu einem Instrument oder einem Ensemble zu ermöglichen."

Ebenso wie Kindergärten oder Schulen bekommt die musische Bildungsstätte an der Petersstraße die durch den Geburtenboom und den Zuzug von Familien "explodierende Nachfrage" zu spüren. "Viele Eltern erkennen, wie wertvoll das gemeinsame Singen und Musizieren für die Entwicklung ihrer Kinder ist."

Die Anzahl der Schüler hat sich seit 1997 fast verdoppelt. Etwa 8000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden an der Bildungsstätte unterrichtet, die längst zu den größten und erfolgreichsten in ganz Deutschland gehört. Großen Anteil daran hat das Projekt "Singt euch ein!" mit derzeit 1910 Grundschülern, das von der Schweizer Drosos-Stiftung gefördert wird - bis Juli 2016. Wie es danach weitergeht, muss noch geklärt werden. Die Stiftung finanziert satzungsgemäß nur den Anschub. Das Projekt soll aber fortgeführt werden - ebenso wie das Klassenmusizieren mit Gitarren, Streich- und Blasinstrumenten an fünf Schulen sowie der Gruppenunterricht mit Blockflöten. Um die Wartelisten abzubauen, hat der Stadtrat auf SPD-Initiative mittlerweile zumindest drei zusätzliche Stellen bewilligt. "Das hilft uns - wir sind auf gutem Weg", sagt Wiedemann, der Posaune unterrichtet und seit 1999 an der Musikschule arbeitet, deren Leitung er im Januar 2015 übernahm.

Die Musikschule beschäftigt derzeit 74 fest angestellte Lehrkräfte sowie weitere 212 auf Honorarbasis. Ihr Gesamtetat umfasst annähernd 6,8 Millionen Euro. An der Bildungsstätte können alle Arten von Tasten-, Streich-, Zupf- und Blasinstrumenten sowie Gesang, Schlagzeug und Akkordeon erlernt werden. Außerdem gibt es viele Kurse und Projekte in den Bereichen Musik und Tanz. Das Angebot richtet sich mittlerweile an Leipziger ab vier Monaten - in den beliebten Eltern-Kind-Kursen - bis hinein ins hohe Alter.

Wiedemann betont, dass es keineswegs nur darum geht, die musische Grundausbildung abzusichern. "Es geht mir um die Frucht, nicht nur um einzelne Keime oder die Schale." Was heißt, dass die Musikschule als Ort der Begegnung gestärkt werden muss. Besonders wichtig sei daher, Kindern die motivierende Wirkung gemeinschaftlichen Musizierens in einem der Ensembles schmackhaft zu machen. Kammermusikgruppen und Nachwuchsorchester gehören ebenso dazu wie das Jugendsinfonieorchester, das im November 30. Geburtstag feiert. Es gibt aber auch eine Big Band sowie zahlreiche Formationen, die im Projekt "Rock School" entstehen, das nach dem Prinzip "Learning by doing" funktioniert. Junge Leute ab 13 Jahre, die zumindest Vorkenntnisse haben, bauen sich quasi eine eigene Band auf.

Ein Höhepunkt für die Musikschule in diesem Jahr wird auch die Gala im Haus Leipzig ein, bei der sie - im Rahmen von 1000 Jahre Leipzig - ihr Leistungsspektrum zeigt (14. November). Beim Stadtfest-Spiel "Lipsias Löwen", dem Sternlauf in der Festwoche am 30. Mai, sind die Musikschüler ebenfalls dabei - es wird auch ein gemeinsames Konzert mit dem Streichorchester Bologna geben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.04.2015

Mathias Orbeck

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