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Nach 22 Jahren: Leipziger Thomaskantor Biller tritt wegen gesundheitlicher Probleme ab

Nach 22 Jahren: Leipziger Thomaskantor Biller tritt wegen gesundheitlicher Probleme ab

Seit einigen Tagen gab es Gerüchte, eigentlich bereits seit Monaten, immer wieder. Seit Donnerstag nun steht fest: Georg Christoph Biller, der 16. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach, legt nach gut 22 Jahren zum 31. Januar sein Amt nieder – aus gesundheitlichen Gründen.

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Leipzigs Thomaskantor Georg Christoph Biller - hier im September - zieht sich aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Tatsächlich überschattete die Krankheit in den vergangenen Jahren immer wieder sein musikalisches Lebenswerk. Biller leidet unter einer Depression, womit er recht offen umgeht. Seit 1999 musste er sich immer wieder zu Behandlung aus der Arbeit zurückziehen, zum Teil für Monate.

„Meine gesundheitlichen Probleme lassen die lückenlose Erfüllung der vielfältigen Aufgaben, die dieses Amt beinhaltet, nicht mehr zu“, zitierte die Stadt am Donnerstag den 59-jährigen Kantor. Erst im September hatte Biller sich nach einem halben Jahr der Abwesenheit wieder im Amt zurückgemeldet. Damals hatte er zu Protokoll gegeben, es störe ihn nicht, wenn sein Gesundheitszustand immer wieder zum Thema werde, das könne er nachvollziehen. Aber, fügte er seinerzeit hinzu: „Ich steige wieder voll ein und werde auch unterstützt. Das nötige Nervenkostüm dafür bringe ich mit."

Jung: "Größten Respekt vor der Entscheidung"

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Den Thomanerchor leitete Biller 22 Jahre lang.

Quelle: André Kempner

Nun ist es doch anders gekommen: Georg Christoph Biller ist derzeit erneut krankgeschrieben und nach längeren Vorgesprächen einigte man sich auf seinen Wunsch und im gegenseitigen Einvernehmen darauf, die Notbremse zu ziehen. Der 1992 von ihm und dem damaligen Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube unterzeichneten Vertrag auf Lebenszeit wird gelöst. Immerhin enthält er Versorgungsregelungen, die denen von Beamten nicht unähnlich sind.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sagte zu Billers Rücktritt: „Ich habe größten Respekt vor der Entscheidung des Thomaskantors. Und ich weiß, dass er sie sich nicht leicht gemacht hat. Er zieht sich aus dem Amt zurück, weil er weiterhin das Beste will für seinen Thomanerchor und für die Musik."

Höhepunkt 2013 - Thomaner singen für den Papst:

Thomanerchor-Geschäftsführer Stefan Altner sprach von einer großen Zäsur für den Chor und alle Mitarbeiter. "Ihm ist es gelungen, die Thomaner nicht nur an der Spitze der künstlerischen Leistungsfähigkeit zu halten, sondern den Chor auch stetig weiterzuentwickeln. Für die Thomaner ist er zu einer prägenden Bezugsperson geworden, nicht nur im musikalischen Sinne." Kulturbürgermeister Michael Faber bezeichnete Biller als "energischen, kraftvollen Künstler", der den Chor mit Verve geleitet habe. "Ich bedaure, dass er sich nun aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen muss."

Festkonzert zum Abschied geplant

"Mit dem Abschied von Thomaskantor Biller geht eines der ganz großen Thomaskantorate zu Ende", bedauerte Pfarrerin Britta Taddiken den Rücktritt. Der 1955 in Nebra (Unstrut) geborene Biller hatte das Amt 1992 von Hans-Joachim Rotzsch übernommen. Seine feierliche Einführung fand am ersten Advent statt. Seinen letzten Auftritt hatte er im Dezember beim traditionellen Weihnachtsoratorium in der dreimal gestopft vollen Thomaskirche.

Wann Biller verabschiedet wird, steht indes ebenso wenig fest wie sein Nachfolger. Ein Festkonzert soll es geben. Über den 17. Thomaskantor nach Bach wird eine Ausschreibung entscheiden – das kann dauern.

Um die derzeit gut 100 Thomaner muss man sich dennoch nicht sorgen: Die Strukturen in der Thomaskirche und „im Kasten" sind so gefestigt und belastbar, dass sie auch neuerliche Monate ohne Thomaskantor aushalten können.

Mehr Hintergründe zum Thema lesen Sie am Freitag in der Leipziger Volkszeitung. 

Peter Korfmacher

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