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Nach "Bohei"-Äußerung: Leipziger Opernsprecherin Christine Villinger tritt zurück

Nach "Bohei"-Äußerung: Leipziger Opernsprecherin Christine Villinger tritt zurück

Christine Villinger ist nicht mehr Pressesprecherin der Leipziger Oper. Nach den Worten von Intendant Alexander von Maravic gab sie ihren Posten auf. "Sie hat ihre persönliche Konsequenzen gezogen", erklärte er der LVZ.

Leipzig. Villinger reagierte damit auf Kritik an ihrer Äußerung zum Lichtfest am 9. Oktober. Wie berichtet, begeht die Oper an diesem Tag zeitgleich mit den Feierlichkeiten zum 21. Jahrestag der Friedlichen Revolution das 50. Jubiläum des Musiktheaters. Auf dem Spielplan steht dann die Premiere einer Neuinszenierung von Richard Wagners "Meistersinger von Nürnberg", die vor 50 Jahren als erste Oper nach der Eröffnung aufgeführt worden war. Villinger hatte die zeitliche Überschneidung mit dem Lichtfest gegenüber der LVZ mit der Bemerkung verteidigt: „Wir haben nicht damit gerechnet, dass auch im 21. Jahr so ein Bohei gemacht wird.“

Premiere vs. Lichtfest

Sie habe damit weder jemanden beleidigen noch das Gedenken an die Friedliche Revolution herabwürdigen wollen, so von Maravic. "Frau Villinger hat sich bei der Initiative ,9. Oktober‘ entschuldigt." Von Maravic bot sowohl der Initiative als auch der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM), die das Lichtfest veranstaltet, Gespräche an.

Der Vorsitzende des Opern-Fördervereins, Alexander Achminow, bedauerte, dass es im Vorfeld der Planungen für den 9. Oktober zu keiner Abstimmung zwischen Oper und LTM gekommen war. So hätte beispielsweise die Aufführung um zwei, drei Stunden vorverlegt werden können, damit dem Publikum danach noch die Teilnahme an dem um 20 Uhr beginnenden Lichtfest ermöglicht wird. "Es ist ärgerlich, wenn man sich entscheiden muss, ob man zur Premiere oder zum Lichtfest geht", sagte Achminow, "wenn ich mich entscheiden muss, werde ich zum Lichtfest gehen." Auch Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) ließ verlauten, dass er ebenfalls nicht zur Premiere kommen werde.

Abstimmungs- und Kommunikationsdefizite

„Die zutage getretenen Abstimmungs- und Kommunikationsdefizite sind der Medien- und Kulturstadt Leipzig schlichtweg nicht würdig“, sagte gestern der Kreisvorsitzende der Leipziger CDU, Hermann Winkler. Er forderte Oberbürgermeister Jung auf, „für professionelle Strukturen in Veranstaltungsmanagement und Tourismusmarketing zu sorgen“. Sollte dies mit dem gegenwärtigen Personal nicht möglich sein, so der Parteichef, müsse der Oberbürgermeister für kompetente Neubesetzungen sorgen.

Kritisch sieht Winkler dabei auch die Rolle von LTM. "Warum sich die städtischen Tourismusverantwortlichen bei der Abstimmung mit der städtischen Oper derart schwertun, ist mir unverständlich", sagte er. Auf besondere Ablehnung stieß bei ihm die Äußerung der Opernsprecherin. Winkler: "Wer den 9. Oktober als ‚Bohei‘ abtut, stellt seinen Mangel an Sensibilität und Geschichtsbewusstsein eindrücklich unter Beweis. Derartige Äußerungen müssen Konsequenzen nach sich ziehen." Eine Ansicht, die ebenfalls Fördervereinschef Achminow vertritt, zumal es nach seinen Worten dafür noch einen weiteren Grund gibt. "Die Öffentlichkeitsarbeit der Oper war erfolglos“, stellt Achminow fest. Die Oper habe sich in der Öffentlichkeitsarbeit zu sehr von Leipzig entfernt, es werde immer „schwieriger das Haus zu füllen". Am Donnerstag wird sich zudem der Betriebsausschuss Kulturstätten des Stadtrates auf Antrag von CDU und Grünen mit dem Lichtfest-Eklat befassen.

Klaus Staeubert

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