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Nach Mordversuch-Verdacht: Arzberger verlässt Leipziger Streichquartett

Schleppendes Verfahren in New York Nach Mordversuch-Verdacht: Arzberger verlässt Leipziger Streichquartett

Seit Monaten fehlt Stefan Arzberger im Leipziger Streichquartett. Der Geiger steht in New York unter Verdacht des Mordversuchs und darf die USA nicht verlassen. Nun zieht er beruflich die Konsequenzen.

Das Leipziger Streichquartett mit Geiger Stefan Arzberger (rechts).

Quelle: kfm

New York/Leipzig. Das Leipziger Streichquartett muss sich einen neuen Gesellschafter suchen. Der seit Monaten in New York unter Verdacht des Mordversuchs festsitzende Geiger Stefan Arzberger scheidet aus. Das schleppende Verfahren der US-Justiz zwinge ihn dazu, teilte er der Deutschen Presse-Agentur am Montag per E-Mail mit. Er wolle seinen Kollegen Planungssicherheit und eine sichere Zukunft ermöglichen.

Der Künstler war Ende März während einer Tournee festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, eine Amerikanerin fast erwürgt zu haben. Er weist die Vorwürfe zurück. Die Entscheidung des Musikers, der seit 2008 zum Ensemble gehört, habe sie alle überrascht, sagte Cellist Matthias Moosdorf. „Wir haben ihm im März für mindestens ein Jahr eine Rückkehrmöglichkeit zugesichert.“ Seitdem spielte das Quartett mehr als 80 Konzerte, in denen andere Musiker für den Geiger einsprangen.

Nach dem Ausscheiden von Arzberger sei der Fortbestand des Quartetts nicht gefährdet, betonte Moosdorf. „Es gibt eine Lösung.“ Das Quartett werde sich in Kürze offiziell zur Personalie äußern. Arzberger begründete sein Ausscheiden nun damit, dass die „leider mit größter Verzögerung“ betriebene strafrechtliche Klärung durch die Justizbehörden zeitliche Abläufe nicht planbar mache. „Eine Rückkehr nach Deutschland, etwa im Frühjahr 2016, ist deshalb unsicher.“ Der 43-Jährige hofft aber auf einen baldigen Fortgang und ein positives Ende des Strafverfahrens und die Wiederaufnahme seiner künstlerischen Entwicklung danach.

Nach Angaben seines Anwalts hatte ihn eine Unbekannte unter Drogen gesetzt und ausgeraubt. In einem unbewussten Zustand habe der Musiker dann einen anderen Hotelgast angegriffen. Er selbst kann sich nicht erinnern, was in der Nacht passierte. Nach 30 Stunden im Gefängnis war der Geiger gegen 100 000 Dollar Kaution auf freien Fuß gekommen, darf die USA bisher aber nicht verlassen. Mehrere Anhörungen in dem Fall blieben bisher ohne Ergebnis, die nächste ist laut der Internetseite der privaten Spendenwerbekampagne für den Künstler für den 14. Januar 2016 angesetzt.

Arzbergers Frau sammelt mit der Online-Aktion Geld für Gerichts- und Anwaltskosten, bisher kamen knapp 50 000 Euro zusammen. Auch Freunde und Bekannte des Musikers bitten im Internet um Spenden. Zum Strafverfahren kommt eine Zivilklage der Frau, die der Geiger überfallen haben soll - auf 2,5 Millionen Euro Schadenersatz.

Von LVZ

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