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Nach dem Tod von Erich Loest: Polizei schließt Straftat aus – keine Obduktion des Leichnams

Nach dem Tod von Erich Loest: Polizei schließt Straftat aus – keine Obduktion des Leichnams

Nach dem tödlichen Fenstersturz des Schriftstellers Erich Loest geht die Polizei nicht von einer Straftat aus. Wie Staatsanwalt Ricardo Schulz gegenüber LVZ-Online sagte, gebe es auch keinen hinreichenden Anfangsverdacht, der eine Obduktion des Leichnams rechtfertigen würde.

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Quelle: André Kempner

Leipzig. Loest sei nach derzeitigem Ermittlungsstand am Donnerstagabend aus dem Fenster der Uniklinik gestürzt und anschließend seinen Verletzungen erlegen.

Ob Loest den Sturz aus dem zweiten Stock des Krankenhauses willentlich herbeigeführt habe, wollte Schulz nicht kommentieren: „Aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen werden wir dazu keine Aussage treffen“, so der Staatsanwalt. Bereits am Donnerstag habe die Polizei aber mit der Befragung möglicher Zeugen begonnen, um das Unglück rekonstruieren zu können.

Der 87-Jährige war Anfang der Woche wegen eines starken Erschöpfungszustandes in das Universitätsklinikum Leipzig eingeliefert worden. Loest, der 1926 im sächsischen Mittweida geboren wurde, gehörte zu den bekanntesten Schriftstellern der DDR und des vereinten Deutschlands.

Zu seinen wichtigsten Werken werden „Es geht seinen Gang“, „Nikolaikirche“ und „Völkerschlachtdenkmal“ gezählt. Zwischen 1947 und 1950 war er auch Redakteur der Leipziger Volkszeitung. Danach wurde er freier Schriftsteller. Wegen „konterrevolutionärer Gruppenbildung“ wurde Loest im November 1957 vom DDR-Regime verhaftet und zu siebeneinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Bautzen absaß.

Seit über einem Jahr schrieb der Leipziger Schriftsteller exklusiv Tagebuch in der LVZ. Der Abdruck der neuesten Serie begann am vergangenen Mittwoch.

Nachruf auf Erich Loest: Er geht seinen Weg – Leipzigs Ehrenbürger stirbt mit 87 Jahren

mpu

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