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Nacht-Klänge für Flöte und Klavier

Nacht-Klänge für Flöte und Klavier

Die Dunkelheit soll die Sinne schärfen. Wenn die Saalbeleuchtung erlischt, kann also die Nacht beginnen, zumindest bei der Reihe Musica Nova im Gewandhaus. Diesmal gibt es kein großes Ensemble und auch keine Moderation, sondern allein Steffen Schleiermacher am Klavier und den Flötisten Ralf Mielke.

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Steffen Schleiermacher und Ralf Mielke

Quelle: André Kempner

Was machen nun die Komponisten mit dem Thema Nacht, wenn doch nachts, wie Schleiermacher im Programmheft schreibt, nur selten Damen zu romantischer Klaviermusik und Kerzenschein am Fenster seufzen? Beliebte Motive sind nächtliche Vogelrufe, die sich besonders gut in der Flötenstimme, aber auch in den gläsernen hohen Lagen des Klaviers umsetzen lassen.

Auch eine monotone Klavierfigur, bestehend aus nur wenigen Noten und sich nur langsam verändernd, taucht wiederholt auf. Etwa in Béla Bartóks "Klänge der Nacht" (1926) und ebenso in Schleiermachers "Nachtstück" (2013, Uraufführung), vielleicht als meditatives Gedankenkreiseln vor dem Einschlafen? Bei der zweiten Uraufführung des Abends setzt Knut Müller mit "Tinnit" (2013) auf den Dialog von Klavier und der im Raum platzierten Flöte und erzeugt im Klang eine sprödere Atonalität als Schleiermacher.

Zwischen den Stücken gibt es vom Tonband neben viel Grillengezirpe und dem Ruf des Käuzchens verschiedene Texteinspielungen: ein Ausschnitt aus der Sächsischen Arbeitszeitverordnung, etwas Lyrik, ein Nachtflugplan und die Produktbeschreibung eines Nachtsichtgerätes. Es scheint, als hätte jemand einfach mal das Stichwort "Nacht" gegoogelt, dafür entschädigt aber die gelungene Interpretation durch Johannes Gabriel. Auch Angst und Unsicherheit gehören zur Nacht, wie in John Cages "The Perilous Night" (1943/44). Schleiermacher entlockt dem mit Schrauben, Gummikeilen und Bambusstücken präparierten Flügel eine Fülle verschiedener Klänge zwischen perkussivem Klirren und der sanften Resonanz einer Marimba. Das klingt weniger beängstigend, sondern fasziniert stattdessen durch seine Vielfalt. Bei den beiden Klavierstücken (1936) von Arthur Lourié könnten die Damen aber doch ins Seufzen geraten denn es entfalten sich hier ähnliche Klangwelten wie bei Debussy.

Anja Jaskowski

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.03.2013

Anja Jaskowski

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