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Neo Rauch und Rosa Loy trauern um „väterlichen Freund“ Arno Rink

Ehemaliger Lehrer Neo Rauch und Rosa Loy trauern um „väterlichen Freund“ Arno Rink

Der Leipziger Maler Neo Rauch und seine Frau Rosa Loy trauern um den verstorbenen Maler Arno Rink. Er sei ein „väterlicher Freund“ gewesen. Rauch hat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Rink studiert.

Arno Rink und Neo Rauch im Mai 2017 in der Ausstellung der Grafikstiftung Neo Rauch in Aschersleben. Rink starb am 5. September, Rauch trauert um seinen ehemaligen Lehrer.
 

Quelle: dpa

Leipzig.  Nach der Nachricht vom Tod des Leipziger Malers Arno Rink trauern Kollegen und Weggefährten. Am Mittwoch fanden sein ehemaliger Schüler Neo Rauch, derzeit wohl bedeutendster Vertreter der Neuen Leipziger Schule, und seine Frau Rosa Loy sehr persönliche Worte. Beide zeigten sich „tief getroffen“ vom Verlust ihres Freundes. Rink sein ein „väterlicher Freund“ und „hochgeschätzter Kollege“ gewesen.

Fotos aus dem Leben des Leipziger Malers Arno Rink.

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Faszination und Nähe spiegeln sich auch in der Würdigung des Werks von Arno Rink durch Rauch und Loy. Im Grunde sei er „einer der letzten großen konservativen Maler im Sinne des Gründens der eigenen malerischen Existenz auf den Vorleistungen der großen Alten, unter den Bedingungen eines starken, eigenen Gestaltungswillens, eines unverwechselbaren Zugriffs auf die Phänomene der inneren und äußeren Wahrnehmung“ gewesen, so das Künstlerehepaar. Rink habe zeitlos gültige Bilder geschaffen, die geeignet seien, „nachfolgenden Malergenerationen Mut zur Figuration zuzusprechen und die Betrachter nachhaltig zu verzaubern“.

Rosa Loy, hier  vor einem ihrer Bilder, und ihr Mann Neo Rauch würdigten Rinks Vorbildwirkung für kommende Maler-Generationen

Rosa Loy, hier vor einem ihrer Bilder, und ihr Mann Neo Rauch würdigten Rinks Vorbildwirkung für kommende Maler-Generationen.

Quelle: Kempner

Neo Rauch, der von 1981 bis 1986 bei Rink an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) studierte, erinnert an Rink „als herausragende Rektorengestalt des Überganges“ der HGB „im Zustand der Neukonsolidierung der Nachwendezeit“. Rauch und Loy halten außerdem Rinks Verdienste „als langjähriger Leiter einer sehr erfolgreichen Fachklasse für figurative Malerei an eben dieser Hochschule“ wach.

Retrospektive wird Gedächtnisausstellung

„Mit Arno Rink verliert Leipzig einen der bedeutendsten Maler und Zeichner“, teilte am Mittwoch das Leipziger Museum der bildenden Künste (MdbK) mit. Er habe die Malerei der DDR durch unverwechselbare Bildsprache bereichert und stets ihre Freiheit „mit dem Mut zum Pathos“ verteidigt. Die für 2018 geplante Retrospektive werde nun eine Gedächtnisausstellung, wie ein Sprecher sagte.

Noch bis zum Wochenende war Rink im Atelier, „wie es seine Kräfte zuließen“, sagte seine Frau, Christine Rink. „Er hat bis zuletzt gearbeitet.“ Er wollte eine neuen Fassung der „Italienischen Begegnung“ von 1978 malen. „Das ist ihm leider nicht mehr gelungen, sie bleibt unvollendet.“ Der Maler und die frühere Galeristin der HGB waren 50 Jahre verheiratet, haben Sohn und Tochter sowie drei Enkelkinder. Arno Rink starb nach einer Krebserkrankung am Dienstag im Alter von 76 Jahren.

Im Mai 2017 zeigten Rink und sein ehemaliger Schüler Neo Rauch in Aschersleben eine Auswahl ihrer Werke. Es war Rinks letzter öffentlicher Auftritt. Der Maler soll seine letzte Ruhe auf dem Leipziger Südfriedhof finden.

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Alfred Weidinger, Direktor des Museums der Bildenden Künste in Leipzig: „Ich habe Arno Rink am letzten Donnerstag noch zum jour fixe getroffen. Es war sein großer Wunsch, dass die Retrospektive mit ihm im nächsten Jahr im Museum noch stattfindet. Ihm war aber auch klar, dass er es selbst nicht mehr erleben wird. Wir haben da ganz offen darüber geredet. Rink hat diese Retrospektive noch mit gestaltet. Für mich war Arno Rink die Brücke zur Kunst von Leipzig, das hätte ich sehr gern mit ihm noch ausgebaut. Die Ausstellung werde ich jetzt mit seiner Frau Christine Rink weiter konzipieren.

Eigen+Art-Galerist Judy Lybke: „Es gibt kaum jemanden, der im Künstlerischen und vor allem im Weltmaßstab so bedeutend für Leipzig war. Rink hat als Lehrer an der Kunsthochschule die Entwicklung der Malerei nach vorn getrieben. Durch ihn hat sich die Malerei von Leipzig in der Welt ausbreiten können. Es gab niemand, der für die Leipziger Malerei und darüber hinaus in ganz Deutschland so wichtig war, wie Arno Rink. Er hat junge Künstler wie Neo Rauch, David Schnell und Tim Eitel beflügelt, ohne ihn wäre deren weltweit beachtete Entwicklung nicht möglich gewesen. Für Neo Rauch war er künstlerische Lehrer und Vaterfigur zugleich, wie auch die aktuelle Ausstellung der beiden in Aschersleben zeigt.“

Skadi Jennicke, Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig: "Wir verlieren eine große Künstlerpersönlichkeit, die sich zu dem als Lehrer und Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst weltweit einen Namen gemacht hat. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke, sein Name wird untrennbar mit den Leipziger Schulen im ehrenden Gedächtnis bleiben".

abö

Von Jürgen Kleindienst / lyn

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