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Neo Rauchs zeigte seine erste Skulptur in Köln

Neo Rauchs zeigte seine erste Skulptur in Köln

Neo Rauch, weltweit gefeiert als Maler, präsentiert seine erste Skulptur. Eigentlich war die Premiere für die Art Basel (15. bis 19. Juni) geplant. Nachdem die Galerie Eigen+Art aber dort in diesem Jahr nicht zugelassen wurde, soll die Bronze erstmals auf der Art Cologne (13. bis 17. April) gezeigt werden.

Sein Galerist Gerd Harry Lybke, der heute 50 wird, findet sie "gewaltig".

"Man hat den Eindruck, als ob sie entstehen musste", sagt Eigen+Art-Galerist Gerd Harry Lybke über jene Skulptur, die zur Zeit in der Leipziger Bronzegießerei Noack gefertigt wird. "Gewaltig" sei sie. Und man sehe sofort, dass sie von Neo Rauch ist - "unfassbar". Seit Jahren habe sich das Thema Skulptur bei ihm abgezeichnet. Name des Kunstwerks und Motiv wollte Lybke gestern noch nicht verraten. Man könne von "menschlichen Dimensionen" ausgehen, verriet er.

Die in der Kunstwelt mit Verwunderung quittierte Nicht-Berücksichtigung von Eigen+Art auf der weltweit wichtigsten Kunstmesse könnte sich für die Schweizer mehr und mehr zum Bumerang entwickeln. Premiere in Köln statt in Basel: So sieht eine Harke aus. Andererseits: Das böse Wort vom "Boykott" der von seiner Galerie vertretenen Künstler möchte Lybke nicht in den Mund nehmen. "Das ist doch eher ein politischer Begriff, und das trifft es auch nicht."

Die Verwunderung formuliert sich dennoch immer wieder neu. Jetzt kritisierte Daniel Hug, Direktor der Kunstmesse Art Cologne, die Jury-Entscheidung der Art Basel. Er habe kein Verständnis dafür, die Galerie bei der diesjährigen Ausgabe nicht zuzulassen, sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. Und: "Natürlich profitieren wir davon. Die Präsentation der ersten Rauch-Skulptur werde "ein Höhepunkt der gesamten Art Cologne", so Hug.

Inzwischen sieht Lybke die Sache wieder mit jener Leichtigkeit, die ihn auszeichnet. Er hat ganz Anderes durch. 1983 gründete er Eigen+Art in Leipzig, agierte mehr oder weniger im Untergrund. Die Stasi war auf ihn angesetzt. "Die Pläne gingen bis zum Mord", erzählt er. Nebenbei, von 1982 bis 1989, arbeitete er als Aktmodell in der HGB. Nach der Wende machte er Eigen+Art zur führenden Galerie in Leipzig, bald war sie auch in Berlin vertreten, neben Neo Rauch mit Künstlern wie Matthias Weischer, Maix Mayer, Stella Hamberg oder David Schnell.

Heute wird Lybke 50. Ein kurzes Innehalten, mehr ist kaum möglich. "Ich schalte mein Handy aus, bin einfach mal weg", sagt der Mann, der irgendwie immer auf der Durchreise ist. Gerade kommt er von der "Armory Show" in New York, im April geht es zu den Kunstmessen in Mexiko City und Köln, im Mai nach Hongkong.

Zurückgelehnte Selbstzufriedenheit ist seine Sache nicht, aber eine Galerie so lange am Laufen zu halten und dabei innovativ zu bleiben, "das ist schon etwas." "Wir sind keine Händler-, sondern eine Künstlergalerie." Das halte ihn in Bewegung. "In gewisser Weise entwickele ich mich mit den Künstler-Biographien mit, für mich eine perfekte Position."

Und zwei lang gehegte Träume reisen weiter mit. Kosmonaut wollte er mal werden. "Auf den Mond will ich immer noch." Ziel Nummer zwei hat sich ein bisschen verwandelt. Schauspieler war mal ein Wunschberuf. "Theater machen, Regie führen - das möchte ich wirklich noch." In gewissem Sinne macht er das längst, muss man hinzufügen - und das ziemlich gut.

Jürgen Kleindienst

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