Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Neue Band mit einem Hauch von ((tam))

Freitag in der Moritzbastei Neue Band mit einem Hauch von ((tam))

Die Leipziger Band TOTL XS CTRL (sprich: Total Excess Control) gibt am Freitag ihr lang erwartetes Konzert in der Moritzbastei Leipzig. Vier der sechs Bandmitglieder gehören zur inzwischen schon legendären Leipziger Band Think About Mutation, die in den 90ern für Furore sorgte.

Am Freitag in der Moritzbastei, danach wartet der Rest der Welt: TOTL XS CRTL mit Rajko, Flammy, Heavyette, Stewa, Steffen und Joey (v. l.).
 

Quelle: Stefan Waldek

Leipzig.  Joey A. Vaising hält sich nicht mit Kleinigkeiten auf. Wenn er am Freitag mit seiner Band TOTL XS CTRL auf die Bühne der Moritzbastei steigt, dann beinahe in Orchester-Größe. Sechs Musiker und drei Laptops für den Sound und die Filme an der Leinwand. Da wird nicht gekleckert.

Und zwar aus Tradition. Vier der sechs Männer standen vor gut 20 Jahren kurz vor dem Durchbruch im Rockzirkus. Für die Jüngeren: Think About Mutation taten seinerzeit Unerhörtes, kreuzten Techno mit Metal, hatten einen Major Deal, nahmen ein Album in Los Angeles auf, steuerten den Titelsong zu einem Video-Game-Besteller bei, waren 1993 Support von Depeche Mode bei deren Leipzig-Konzert. Nun ist der Rumpf der Band, die sich einst mit hübschen Klammern ((tam)) kürzelte, wieder beisammen.

Vor drei Jahren: Vaising holt erst Bassist Rajko Gohlke, dann Keyboarder Gräfe zum Projekt; bei einem Bier in der Gluthitze eines Metal-Festivals wird das Ex-((tam))-Quartett komplett – Heavyette schnallt eine nagelneue, monstertiefe Acht-Saiten-Gitarre um.

Sind das jetzt ((tam))2.0? Schwer zu sagen. Einerseits ist da immer noch die Mix-Idee: brachiale Metal-Gitarren und ultramoderne Elektrosounds. Andererseits wäre eine schnöde ((tam))-Reunion alles Mögliche, aber nicht neu oder gar bahnbrechend. Also taucht Vaising vorab in die Welt der Konzerte und Elektro-Clubs ab und sucht nach dem neuen heißen Scheiß. Ganz tief unten wird er fündig. „Wir arbeiten viel mit Sub-Bässen, die machen die Songs unglaublich fett.“ In den Bereichen, die das Ohr gerade noch, die Magengrube aber umso deutlicher wahrnimmt, hat sich in den letzten Jahren viel getan – neue Technologien von der Klangerzeugung bis zum Liveequipment.

Und da sind noch die beiden Nicht-((tam))-Musiker. Drummer Flammy gehört praktisch zur Familie, kennt die Arbeit mit Vaising von Sonic Boom Foundation. Sänger Stewa ist Anfang des Jahrtausends mit Boiled Kilt über die europäischen Metal-Bühnen gefegt. Bei den ersten Tracks auf dem Youtube-Channel von TOTL XS CTRL macht Stewa mächtig Betrieb. Das klingt mehr nach Metal als ((tam)) mit Donis (seinerzeit stets auf der Suche nach der großen Hook).

Geblieben ist die Liebe zum Detail. Hier gurgelt ein Synthie, da wabert eine Streicherfläche aus dem Nichts – unendliche Welten mitten im Inferno. Zwei Dutzend Songs wachsen in drei Jahren in Vaisings Studio, die besten 14 schaffen es ins Line Up. An den Tracks basteln die Musiker virtuell, bis alle zufrieden sind. Das geht heute so: Alle nutzen die gleiche Software, spielen Spuren ein und schicken sich den jeweiligen Projektstand zu. Schöne neue Rock’n’Roll-Welt. Selbst geprobt wird (halb-)virtuell. Wer nicht in den Proberaum kommen kann, wird kurzerhand von der Festplatte zugespielt.

„Anders ginge das gar nicht“, erklärt Vaising. Die Musiker sind häufig unabkömmlich. Knorkator, Rummelsnuff, Myra, Sonic Boom Foundation – zu oft ist einer mit einer anderen Truppe im Studio, auf der Bühne oder auch im Proberaum. „Wir arbeiten ein bisschen wie ein Orchester“, beschreibt Vaising das Procedere – ausgearbeitet und geübt wird zu Hause, bei Proben geht’s um das perfekte Zusammenspiel.“ Band 2.0.

Das ist nix für den Karrierestart. „Ganz am Anfang haben wir überall gespielt, wo es eine Steckdose gab.“ Heute braucht’s einen Tonmagier (Stefan) für den komplexen Sound, einen Manager (Marcell), Platz für Musiker, Beamer, Leinwand … Da helfen alte Größe und Weggefährten aus den letzten Jahrzehnten. Nach dem Bühnendebüt als Special Guest der Szene-Urgesteine von Disillusion im Werk 2 geht’s nun in die MB. Da spielen TOTL XS CTRL mit The World Domination (Vaising: „Der Gitarrist hat ein Studio, den kennen wir schon ewig“) und Sympathy For The Devil um den Ex-Frontman von Full Speed Ahead („guter Kumpel“). Dann sind zwei der wichtigsten Leipziger Clubs bespielt, und TOTL XS CTRL muss raus in die Welt. Großes tun.

Freitag, 20 Uhr, Moritzbastei: TOTL XS CTRL, The World Domination, Sympathy For The Devil, Karten im Vorverkauf für 12 Euro.

Von Uwe Schimunek

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Schauspiel Leipzig
    Mikrologo Schauspiel Leipzig

    Theater in Leipzig: Höhepunkte, Premieren, Spielplan und Angebote der Spielzeit 2016/2017 im Schauspiel Leipzig mehr

  • Dreamhack Leipzig

    Auf der Dremhack 2017 treten die besten Computerspieler gegeneinander an. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Leipzig gilt als der Geburtsort der modernen Psychologie. Wie früher und heute im Geist geforscht wurde ist vom 14. September bis zum 16. Dezember 2016 in der Ausstellung "Psychologie in Leipzig - Geburt einer Wissenschaft" zu sehen. Besucher können sowohl Beobachter als auch Versuchsperson sein. Unsere Schau des Monats November! mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr