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Neues aus Schweden: In einer neuen Arte-Serie raufen sich Geschwister zusammen

Neues aus Schweden: In einer neuen Arte-Serie raufen sich Geschwister zusammen

Oskar, Jonna und Lasse sind drei Geschwister, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Oskar Waldemar (Joel Spira) führt mit seiner Frau Liv (Jessica Grabwosky) und seiner Mutter Anna-Lisa (Stina Ekblad) ein kleines, altmodisches Hotel auf der Insel Åland in den schwedischen Schären.

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Das Meer steht leitmotivisch immer wieder im Vordergrund

Quelle: Marko Saavala (Symbolfoto)

Bruder Lasse (Björn Bengtsson) ist alleinerziehender Vater, besitzt ein Restaurant in Stockholm und hat Schulden bei Kriminellen. Schwester Jonna (Aliette Opheim) versucht als Schauspielerin Karriere zu machen und ist in einen Regisseur verliebt.

Anna-Lisa bittet Lasse und Jonna jeweils mit einer kurzen Einladung nach Åland. Beide Geschwister hatten den Kontakt zu Mutter und Bruder Oskar nicht wirklich intensiv gepflegt, erklären sich aber dennoch leicht genervt zu dem Familientreffen bereit. Nachdem alle auf Åland versammelt sind, erschießt sich Anna-Lisa und hinterlässt ihren Kindern ein Testament, das alle drei zwingt, bis September auf der Insel zu bleiben und das Hotel gemeinsam zu betreiben. Nach und nach fördert das erzwungene Zusammensein Bruchstücke aus der düsteren Vergangenheit der Familie zutage. Dem Zuschauer werden diese ab und an auch in sepiafarbenen Rückblenden präsentiert.

Kaum ein europäisches Land versteht es so gut, beklemmendmelancholische und kriminelle Handlungen als Gegensatz zu einer schönen Landschaft zu inszenieren. Auch die zehnteilige Reihe „Blutsbande“, von der Arte ab heute wöchentlich zwei Teile zeigt, folgt diesem Prinzip. Die Ausgangslage ist ein wenig konstruiert, bietet aber die Möglichkeit, zahlreiche Handlungsstränge zu entwickeln und kunstvoll ineinander zu weben.

Das Thema Familie ist ein typisch skandinavisches, vor allem die Schattenseiten einer Gemeinschaft, in die der Mensch hineingeboren wird und aus der er nur schwer entfliehen kann, standen auch in Kinofilmen häufig im Mittelpunkt. Diese Fernsehserie hat selbstverständlich nicht die Tiefe von „Szenen einer Ehe“ oder „Das Fest“. Dennoch erzielte „Blutsbande“ in Schweden hohe Einschaltquoten und gewann auch die Herzen der Kritiker für sich.

Kameraführung und Schnitt sind tatsächlich überzeugend. Viele Bilder in „Blutsbande“ wirken wie gemalt. Immer wieder steht das Meer leitmotivisch im Mittelpunkt. Wenn jemand mit dem Boot hinausfährt – so ist bald klar –, nimmt das selten ein gutes Ende: Menschen werden getötet, töten sich selbst, Leichen werden versenkt oder kommen wieder an die Oberfläche. Selbst der Strand ist hier kein reiner Erholungsort. So wird zum Beispiel Lasses Tochter Kim (Molly Nutley) von der mürrischen Nachbarin darauf hingewiesen, welchen Teil die Familie Waldemar nutzen darf und welchen nicht.

Serienschöpfer Henrik Jansson- Schweizer, der auch den Kinoerfolg „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ produzierte, entwirft hier ein Bild von Schweden, das nicht viel mit Bullerbü-Harmonie zu tun hat. „Blutsbande“ ist allerdings nicht nur ein Krimi, sondern auch eine Familienserie – die nicht nur die Aufklärung ungeklärter Todesfälle nachzeichnet, sondern zeigt, wer eigentlich wen liebt und was wichtig ist im Leben. Manchmal streift sie dabei haarscharf den Kitsch.

Allerdings überzeugt das seltsam zurückhaltende Spiel des Darstellerensembles nicht immer. Angesichts der teilweise dramatischen Handlung ist es unverständlich, warum auf Åland nicht noch mehr gerauft, getobt, gebrüllt und gelitten wird.

Blutsbande, Arte: zehnteilige Serie aus Schweden, donnerstags, 20.15 Uhr

Christiane Eickmann

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Von Redakteur Christiane Eickmann

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