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Neustart beim Courage-Festival mit Mutabor – Kernkompetenz bleibt inhaltliche Botschaft

Neustart beim Courage-Festival mit Mutabor – Kernkompetenz bleibt inhaltliche Botschaft

Das Musikfestival „Leipzig Courage zeigen“ will eine schrittweise Erneuerung wagen. Wie die Veranstalter am Freitag zusammen mit Leipzigs Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) im Neuen Rathaus bekannt gaben, stehe die 14. Ausgabe am 30. April im Zeichen einer Zäsur.

Leipzig. Fabian, der den Open-Air-Reigen vor allem auch als einen Höhepunkt der kommunalen Bemühungen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus sieht, betonte, dass mit dem Neustart wieder mehr junge Menschen angesprochen werden sollen.

Wie das nach dem drastischem Besucherrückgang in den vergangenen Jahren und knappen Kassen bei Sponsoren und Kommune funktionieren mag, erklärte Courage-Chefin Edda Möller: „Wir haben in diesem Jahr ausschließlich junge Musiker eingeladen.“ Die Rentnerin und Mitbegründerin des Festivals bemerkte bei der Vorstellung des Musikprogramms allerdings fast entschuldigend: „Reine Musikkonzerte können andere sicher besser, uns geht es um eine inhaltliche Botschaft.“

Letztere werde vor allem auch über das Rahmenprogramm des Festivals vermittelt, dass in diesem Jahr von einer Schülergruppe mitgestaltet werde. Zentraler Anlaufpunkt bleibt die bekannte „Straße der Demokratie“, auf der angestrebte 30 Institutionen über ihre Arbeit für Leipzig als Stadt der Vielfalt informieren sollen. Die größten musikalischen Schlaglichter haften in diesem Jahr auf der Berliner Band Mutabor. Neben den 1991 gegründeten Folkpunkern werden Rainer von Vielen, Dota und die Stadtpiraten, das Berlin Boom Orchestra sowie traditionell eine beim hauseigenen Wettbewerb herausgefilterte Leipziger Nachwuchsband auf der Bühne erwartet.

Das Konstrukt aus Brettern, Stahl und Boxentürmen steht trotz mäßiger Akzeptanz wie schon im vergangenen Jahr auf der Alten Messe. Festival-Aushängeschild Sebastian Krumbiegel bekannte zumindest die Misere: „Uns ist klar, dass dies ein Stiefkind, ein Hinterhof gegenüber dem Völkerschlachtdenkmal ist.“ Man suche für die Zukunft einen attraktiveren Platz, werde in diesem Jahr aber nicht umhin kommen, hier die Zelte aufzuschlagen, sagte der Prinzen-Sänger.

Nach Kritik über eine zu offensive Sicherheitspolitik beim Festival, die als Konsequenz der Gewalttätigkeiten in den Jahren 2007 und 2008 auf den Plan getreten war, unterstrichen Möller und Krumbiegel unisono, dass in diesem Jahr wieder mehr mit Augenmaß agiert werden soll. Der Einlass zum weiterhin kostenlosen Festival werden von ehrenamtlichen Ordnern geleistet, die Polizei bleibe vorerst nur in Reichweite. „Es ist ja immer auch eine Frage, ob die Polizei eine Drohkulisse aufbaue oder nicht“, bemerkte Krumbiegel den angestrebten Unterschied.

Apropos Unterschied: Auch beim angegliederten Nachwuchsbandwettbewerb, der am Freitagabend in der Villa Musikerinnen und Musiker zum ersten Vorausscheid lädt, hat man am Konzept gerüttelt. Wie Heike Engel, Geschäftsführerin des Anker, sagte, wollen die Organisatoren der Gewinnerband neben ihrem Auftritt beim Open-Air-Festival künftig auch eine nachhaltige Betreuung in Form eines Band-Coachings zukommen lassen.

Internet: www.leipzig-courage-zeigen.de

Matthias Puppe

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