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Nicht mehr und nicht weniger als Kunst: Tanzlabor Leipzig feiert zehnten Geburtstag

Lofft Nicht mehr und nicht weniger als Kunst: Tanzlabor Leipzig feiert zehnten Geburtstag

Vor zehn Jahren ging es aus der Jugendgruppe „Rollingcats“ hervor: das Tanzlabor Leipzig. Am Sonntag hat die Company im Lofft runden Geburtstag gefeiert – mit vielen Gratulanten aus der Leipziger Kultur- und Tanzszene.

Ensemble des Tanzlabors Leipzig im Lofft.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Vor zehn Jahren ging es aus der Jugendgruppe „Rollingcats“ hervor: das Tanzlabor Leipzig. Eine im soziokulturellen Zentrum Villa beheimatete „Initiative zur Förderung des Zeitgenössischen Tanzes, auch für Menschen mit Behinderungserfahrungen“. Um es mal mit den Worten offizieller Selbstdarstellung zu sagen. Fraglos eine Instanz soziokulturellen Lebens, ist das Tanzlabor aber tatsächlich weit mehr als nur das. Wofür auch spricht, dass das zehnjährige Jubiläum am Sonntag mit einer Festveranstaltung im Lofft, erste Adresse der Stadt für zeitgenössischen Tanz, begangen wurde.

Denn was das Tanzlabor mit seinen Produktionen versucht, ist nicht mehr und nicht weniger als Kunst. Die wiederum, das liegt in der Natur der Sache, gelingt mal mehr, mal weniger. Das heißt: Über das Straucheln am schmalen Grat zwischen Kitsch und Authentizität könnte man hier genau so viel und exemplarisch reflektieren wie bei jeder anderen Tanzproduktion an welcher Bühne auch immer. Und das wiederum heißt, dass das Tanzlabor in den zehn Jahren seines Bestehens jenseits seiner sozial-integrativen Arbeit auch künstlerisch einen Status erreicht hat, den es ernst zu nehmen gilt.

Das Lofft hat daran frühzeitig partizipiert, mehrere Tanzlabor-Inszenierungen waren in dem Haus zu sehen; der Gedanke der Inklusion ist dort kein Deckmäntelchen des Karitativen, sondern Bestandteil der inhaltlich-formalen Ausrichtung. Diese Selbstverständlichkeit klingt auch in der Rede von Lofft-Chef Dirk Förster an, wenn er im kreativen Zusammenspiel zwischen „Hörenden und Gebärdenden, Blinden und Sehenden, Gehenden und Rollenden“ erkennt, „dass Empathie ein Wert ist, der einen Platz in der Kunst hat“.

Barrierefrei in mehr als einer Hinsicht

Pragmatik harmoniert mit Programmatik, wenn davon die Rede ist, dass das Lofft eine in mehrerer Hinsicht barrierefreie Bühne ist. Tanzlaborleiterin Marion Müller weist darauf schon zum Beginn der Veranstaltung hin. Dabei gestehend, dass sie sehr „aufgewühlt und aufgeregt“ ist und zudem „allen Mut zusammennehmen“ musste, um Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke anzufragen, ob sie nicht zur Jubiläumsfeier kommen wolle.

Die wollte. Und spricht im Lofft dann vom „Element menschlicher Vielfalt“ und dem „kreativen Potenzial der Diversität“. Eine angenehm unprätentiöse Rede, auch für Kulturpolitiker erstaunlich phrasenfrei und von spürbarem Respekt getragen. Spürbar weggetragen, nämlich von den Erinnerungen, wird dann Heike Hennig, Choreografin aus frühsten Tanzlabor-Tagen, die in einem Anekdotenreigen den die gesamte Veranstaltung grundierenden Tonfall philanthropischer Emphase noch einmal gehörig verdichtet.

Aber gut, wann, wenn nicht zu solchem Anlass? Zwischen den Reden lässt Gundolf Nandico immer wieder schöne, atmosphärisch still schwebende Stücke erklingen und gibt es kleine Choreografien verschiedensten Qualitätsgrads zu sehen. Aber der Kritiker hat heute mal Pause. Letztes Wort kann ohnehin nur Katja Mieder haben, Tänzerin im Rollstuhl, einstmals Begründerin der Rollingcats, der man noch eine gesonderte Ehrung für ihr jahrelanges Engagement zuteilwerden lässt. Mit einem „weiß gar nicht, was ich sagen soll“ reagiert die darauf. Und weiß es dann doch: „Mir macht das Tanzen mit euch so großen Spaß. Ich hoffe, das geht noch zehn Jahre!“ Mindestens.

www.tanzlabor-leipzig.de

Von Steffen Georgi

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