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Nicolas Cage zaubert im Fantasy-Action-Film "Duell der Magier"

Nicolas Cage zaubert im Fantasy-Action-Film "Duell der Magier"

Stuttgart. Nicht kleckern, klotzen! Diese Hollywood-Devise gilt auch für das pompöse Fantasy-Spektakel "Duell der Magier". Ein Junge muss die Welt retten.

Das macht er gern. Denn er bekommt, was sein Herz begehrt: fesche Frauen, aufgemotzte Autos und krachenden Kawumm.

Die Welt von Hollywoodproduzent Jerry Bruckheimer ist wie ein Kaugummiautomat: Angeboten wird, was die Massen längst kennen und gedankenfrei konsumieren können. Mit Zauberei hat das wenig zu tun. Dennoch macht Schauspieler Nicolas Cage im Bruckheimer-Mainstream immer mal wieder mit, ob in den beiden "Vermächtnis der Tempelritter" oder als Stimme im Animationsfilm "G-Force". Auch in dem neuen Disney-Film "Duell der Magier" von Regisseur Jon Turteltaub tritt Cage als guter Zauberer gegen finstere Kräfte an. Produzent Bruckheimer setzt darin sein Lieblingsthema um: Die Welt muss vor bösen Mächten gerettet werden.

Der amerikanische Originaltitel "The Sorcerers Apprentice" geht laut Produktionsnotizen auf Goethes Gedicht "Der Zauberlehrling" zurück. Tatsächlich wird die berühmte Szene des Gedichts nun in einer Hollywood-Version umgesetzt: Der junge Magier Dave (Jay Baruchel) will sich Besen zu Diensten machen, um sein Labor nicht selbst putzen zu müssen – doch er verliert die Kontrolle über die Geister, die er rief. Erst das Einschreiten seines Meisters (Cage) entschärft die Situation.

Der deutsche Filmverleih war sensibel genug, die Übersetzung nicht in die Goethe-Tradition zu stellen, sondern als "Duell der Magier" zu entschärfen. Denn der Film eignet sich weder zum Klassiker, noch weiß er die Mittel seiner Kunstform geschliffen zum Ausdruck zu bringen. "Duell der Magier" ist ein beliebiges Kinoprodukt mit der Halbwertszeit einer Popcornpackung. Die Idee zur Story wirkt wie von Harry Potter abgekupfert: Ein 10-jähriger Junge erfährt wie aus dem Nichts, dass es Zauberer gibt und ihm selbst Großes bevorsteht. Jahre später wird ihm gesagt, er sei der Auserwählte. Nur er könne das Böse in einem finalen Kampf besiegen.

Ein neuer bei Harry Potter?

Um nicht zu sehr in den Verdacht eines Harry-Potter-Plagiats zu kommen, siedeln die Filmemacher den Hauptteil der Handlung im New York der Gegenwart fernab von Zauberinternaten an. Die Hauptfigur Dave Stutler ist, wie sein Nachname in Anlehnung an das Wort Stottern (englisch: to stutter) schon sagt, nicht immer Herr der Worte. Er ist ein "Nerd", der allein physikalische Experimente macht, anstatt unter jungen Leuten zu sein. Es ist die alte Geschichte vom verkannten Außenseiter, der plötzlich zu Höherem berufen ist. Jay Baruchel spielte bislang in derbem Klamauk wie "Fanboys" oder "Beim ersten Mal" mit; "Duell der Magier" ist seine erste Hauptrolle in einer großen Hollywoodproduktion.

Handwerklich ist das Fantasy-Actionspektakel solide gemacht. Die computergenerierten Bilder und Spezialeffekte mit fliegenden Statuen und Insekten-Dämonen sind ansehnlich, die Hintergrundmusik ist pompös – und wie bei Bruckheimer üblich jagen PS-strotzende Sportwagen über den Asphalt. Ziemlich aufgesetzt wirken im Endkampf-Tamtam zwei Lovestorys. Fantasievolle Magie? Fehlanzeige. Allerdings könnten böse Mächte im Spiel gewesen sein, die auch noch Monica Bellucci ("Matrix") in einer winzigen Nebenrolle in das Fantasy-Einerlei hineingezaubert haben.

Wolf von Dewitz, dpa

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