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Oberbürgermeister Jung plauderte in neuer Talk-Reihe in Leipzig über seine Lieblingslieder

Begeisterter Bürger Oberbürgermeister Jung plauderte in neuer Talk-Reihe in Leipzig über seine Lieblingslieder

„My Favourite Tracks“ heißt die neue Talk-Reihe im Neuen Schauspiel, erster Gast war am Dienstagabend Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Der präsentierte seine Lieblingslieder und ließ es sich auch nicht nehmen, selber einige Klänge anzustimmen.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) spielte bei „My Favourite Tracks“ auch auf der Gitarre.

Quelle: André Kempner

„My Favourite Tracks“ heißt die neue Talk-Reihe im Neuen Schauspiel, deren Grundidee so simpel wie reizvoll ist: Moderatorin Claudia Herold unterhält sich mit einem Gast über dessen zehn Lieblingsstücke. Also über zehn Songs, zehn Kompositionen, die zu musikalischen Lebensbegleitern wurden. Den Anfang machte am Dienstag – durchaus ein Coup der Show-Organisatoren – ein gut aufgelegter Oberbürgermeister Burkhard Jung.

Was nun die angenehmsten Beschäftigungen eines gepflegten Müßiggangs angeht – vorausgesetzt, man gehört zu jenen, die zum Müßiggang noch fähig sind –, rangiert fraglos das Musikhören auf den obersten Stufen der Hierarchieleiter.  Ein Stück weiter unten lümmelt zudem das Über-Musik-Reden. Beides vermischt sich in „Favourite Tracks“ zu einer Show des Hörens und Redens – und bei Folge eins auch des Musizierens und Singens.

Denn natürlich ließ es sich Jung nicht nehmen, neben einem Stoffbeutel mit Schallplatten und einer Mappe mit gesammelten Songtexten auch seine Gitarre mitzubringen. Und so zupft der erste Mann aus dem Rathaus recht oft und mehr als nur passabel (über stimmliche Qualitäten sei hier höflich geschwiegen) ein paar Klassiker des Rock.

„My Guitar Gently Weeps“ von den Beatles ist dabei, „Ruby Tuesday“ von den Stones, Bruce Springsteens „The River“. Und wenn dann auch Rory Gallagher des Bürgermeisters Gitarrenkönnen doch ziemlich in die Schranken weist und sich an Alvin Lee gottlob gar nicht erst versucht wird, ist da immer noch jener Go-Down-Moses-Gospel, mit dem Jung schließlich gar das Publikum zum Mitsingen mitreißt.

Nun könnte man an dieser Stelle an die kritische Distanz appellieren und etwa aus Molières „Bürger als Edelmann“ zitieren: „Nichts nützt dem Staat so wie die Musik.“ Bloß würde das hier nicht greifen, weil Jung tatsächlich eher als Bürger und nicht als Bürgermeister auf der Bühne sitzt. Ihm gelingt es, der Typ zu sein, der mit Begeisterung Musik hört und ebenso begeistert darüber spricht. Inklusive kleiner Sentimentalitäten wie: „Ich finde so eine ganz schlichte Songbotschaft ist doch gut“ oder „Wer liebt, kann eigentlich nicht falsch liegen.“

Und Jung, das spürt man fraglos, liebt diese Musik, die er da vorstellt. Diese zehn Tracks, die inklusive Klassik von Bach und eines vertonten Brecht-Gedichtes des Liedermachers Klaus Hoffmann in ihrer stilistischen Auswahl nicht wirklich überraschen (da ist der 1958 geborene Jung doch ganz Kind seiner Generation), aber überzeugen.

Dass nun Claudia Herold ihrem Gast über weite Strecken der Show auch gleich deren Moderation überlässt, kann man in diesem Fall unter „tolerierbar“ abheften. Nicht nur, weil Jung natürlich auf routiniertere Art öffentlichkeitsgewandt ist, sondern auch weil Premieren-Nervosität etwas ist, was man jeder Show als Kredit zubilligt; inklusive gelegentlicher Konfusionen im dramaturgischen Ablauf, die Herold auf sympathische, charmante Art zu nehmen weiß. Was für die Politik gilt, gilt allerdings auch fürs Showbiz: Auf Dauer reichen Charme und Sympathie nicht aus.

Teil 2 ist für den 8. März geplant.

Steffen Georgi

Leipzig, Lützner Str. 29 51.335849 12.334038
Leipzig, Lützner Str. 29
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