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Offener Brief gegen „Compact“ auf der Leipziger Buchmesse

Völkisches Magazin Offener Brief gegen „Compact“ auf der Leipziger Buchmesse

Gegen eine Teilnahme des rechtspopulistischen Magazins „Compact“ an der Leipziger Buchmesse vom 17. bis 20. März haben sich verschiedene Organisationen und Politiker in einem Offenen Brief ausgesprochen. Die Buchmesse sieht für eine Ausladung keine rechtliche Grundlage.

Fest der Bücher und der Toleranz: Vom 17. bis 20. März findet die Leipziger Buchmesse statt.
 

Quelle: dpa

Leipzig.  Allein die Überschriften der aktuellen Ausgabe lassen keine Zweifel an der politischen Ausrichtung des Magazins „Compact“ aufkommen: „Der Große Austausch der Bevölkerung“, „Dieses Land muss deutsch bleiben“ oder „Ein Medieninsider berichtet: Aus dem Logbuch der Gleichschaltung“. Für derlei Einsichten braucht man das Heft nicht zu kaufen, es genügt, den Rednern bei Pegida oder Legida zuzuhören, zumal „Compact“-Chefredakteur Jürgen Elsässer bereits mehrfach bei Legida auftrat und etwa Flüchtlinge als „Invasionsarmee“ bezeichnete.

„Rassistische, nationalistische und antisemitische Propaganda“

In einem Offenen Brief haben sich jetzt verschiedene Organisationen und Politiker dafür ausgesprochen, „Compact“ von der vom 17. bis 20. März stattfindenden Leipziger Buchmesse auszuladen. Seit seiner Gründung vor fünf Jahren verbreite das Magazin „völkisch-nationalistische, verschwörungsideologische und homophobe Hetze“, heißt es in dem im Internet unter www.nocompact.de veröffentlichten Schreiben. Unterzeichnet haben unter anderem das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“, die Kulturfabrik Werk 2, der Verein Rosa Linde, die Politiker Monika Lazar (Bündnis 90/Grüne), Juliana Nagel (Linke), Katharina Schenk (SPD) und der ehemalige Thomaspfarrer Christian Wolff. Die Schlussfolgerung in dem Offenen Brief: „Rassistische, nationalistische und antisemitische Propaganda gehört nicht auf eine internationale Veranstaltung wie die Leipziger Buchmesse.“

Offenbar keine rechtliche Grundlage für eine Ausladung

„Dieser Aussage stimmen wir ohne Einschränkungen zu“, heißt es dazu in einer Mitteilung der Leipziger Buchmesse. Diese sei „ein offenes, sachliches Diskussionsforum, auf dem die Menschenwürde keinerlei Einschränkung erfahren darf. Dafür stehen wir! Mit großer Sorge betrachten wir die Hetze und Gewalt, die in Deutschland und insbesondere in Sachsen zunehmend ausgeübt wird.“ Für eine Ausladung des „Compact“-Magazins sieht man aber offenbar keine rechtliche Grundlage, wie zwischen den Zeilen zu lesen ist. Wörtlich heißt es: „Unabhängig von dieser inhaltlichen Position bleibt die Leipziger Buchmesse Plattform für Bücher- und Medienmacher, für Meinungen und Debatten und als Unternehmen mit öffentlichen Gesellschaftern (Stadt Leipzig und Freistaat Sachsen) mit Blick auf Artikel 5 des Grundgesetzes Garant der verfassungsgemäßen Meinungsfreiheit.“

Kritik an Ausstellern auf der Buchmesse war auch in den vergangenen Jahren immer wieder Thema im Vorfeld. So gab bereits mehrfach Proteste gegen eine Teilnahme der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ oder des Psychokonzerns Scientology. Meinungsfreiheit versus inhumane Weltbilder – das Spannungsfeld ist weiter aufgeladen.

Von Jürgen Kleindienst

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