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Online-Tickets, total digital und eine neue Taube

Online-Tickets, total digital und eine neue Taube

Oktober ist Festival-Start. Der Tag, an dem ein jahrelanger Traum von Leipzigs Dokwoche-Chef Claas Danielsen in Erfüllung geht: ein einheitliches Online-Ticketsystem.

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Plakatmotiv der Dokwoche Leipzig 2013

Quelle: Dok

Am 15. Ab jenem 15. Oktober können dann schon Karten auf www.dok-leipzig.de gebucht werden. "Das ist eine technologische Revolution für uns", sagte Claas Danielsen gestern bei der Pressekonferenz. Wenn das Festival am 28. Oktober dann tatsächlich beginnt, kann man an jeder Kinokasse Tickets (7 Euro, ermäßigt 5,50 Euro) für jedes Kino kaufen.

Zweiter technologischer Dokwoche-Umbruch: Von den 346 Filmen aus 57 Ländern, die an den sieben Festivaltagen in Leipzig zu sehen sind, laufen nur noch 23 Streifen - in Retrospektive und Hommagen - als Filmkopie. Der Rest liegt digital auf den Servern. So digital wie jenes Handy-Foto aus der arabischen Revolution auf dem Plakat der Dokwoche. Das verweist, auch mit einem Ausschnitt aus dem berühmten Freiheitsgemälde von Delacroix, auf die diesjährige Retrospektive "Sturm!": acht Bürgerkriege, Aufstände, Bewegungen - von Finnland 1917 über den 17. Juni 1953, die Weiße Revolution im Iran 1963, PLO bis zum Zerfall Jugoslawiens. "Wie entsteht kulturelles Gedächtnis und welche Rolle spielen Bilder dabei, haben wir uns gefragt", sagt Grit Lemke, Chefin des Dokfilmprogramms. Bei der Recherche wurde auch unbekanntes Material gefunden.

Mit fünf Wettbewerben und einem Preisgeld von 69 500 Euro lockt inzwischen das Dokfest - und saugt Filme geradezu an. 2240 aus 114 Ländern wurden insgesamt eingereicht und gesichtet, zwölf kamen in den internationalen Wettbewerb, dessen Goldene Taube erstmals der MDR stiftet. Vom philosophischen Essay über das bildgewaltige Epos bis zur Tragikomödie reicht die filmische Bandbreite. Aus Deutschland ist Volker Koepp mit "In Sarmatien" dabei, einer seit 1972 betriebenen poetischen Erkundung zwischen Kurischer Nehrung und Schwarzem Meer. Zur Eröffnung im CineStar am 28. Oktober läuft "Master of the Universe" (Deutscher Wettbewerb) von Marc Bauder, ein origineller Blick in die Parallelwelten des Finanzkapitals.

Im Spannungsfeld menschlicher Beziehungen, so Annegret Richter, Leiterin der Animationssektion bewegten sich die 37 Filme aus 19 Ländern für den Anima-Wettbewerb. "Es geht um innere Welten in oft sehr psychologisch gehaltenen Filmen." Mit dabei sind auch die Oscar-Gewinner Thomas Stellmach ("Virtuos Virtuell", ein Film, der sieben Jahre brauchte) und Chris Landreth ("Subconscious Password", Thema: Vergesslichkeit). Mit "Bath" reflektiert der Pole Tomasz Ducki über das Lebensende. Er gewann bereits 2007 mit "Life Line" die Goldene Taube.

Bekannte Namen (Thomas Lauterbach, Judith Keil, Antje Kruska) und sehr politische Themen prägen den Deutschen Wettbewerb mit 14 Filmen. Grit Lemke: "Oft gehen die Filmemacher in die Provinz und sehen sich in der deutschen Vergangenheit um." Für die Talent-Taube, dem Wettbewerb für junges Kino, ist das Festival immer auf der Suche nach neuen, originellen, frischen Handschriften. Unter den elf Filmen dieses Jahres finden sich neben den sozial harten Erzählern auch einige mit Humor und Hang zum Märchen. "Schön zu sehen, dass Dokumentaristen das auch entdeckt haben", findet Festival-Direktor Claas Danielsen.

Erstmals eine Dokwochen-Taube gibt es in diesem Jahr für den besten animierten Dokfilm aus allen Sektionen. Claas Danielsen: "Die Grenzen zwischen den Genres lösen sich zusehends auf. Darauf reagieren wir nun." Die Wurzeln dieses Trends zeigt die Dokwoche im Programm "Film Unlimited" mit Arbeiten von Norman McLaren, John Grierson, Alberto Cavalcanti von den 30ern bis in die 60er. Ins Land von Cavalcanti geht es mit dem Sonderprogramm Brasilien: zehn Dok- und Animationsfilme, die tiefe Einblicke in den sozialen Alltag des Fußall-WM-Austragungsorts geben. Von den drei Hommagen gehört eine dem 80-jährigen Defa-Dokumentaristen Peter Voigt, der seinen Berufsweg am Leipziger Theater begonnen hat.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.10.2013

Norbert Wehrstedt

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