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Oper Leipzig steigert Auslastung um mehr als ein Drittel

Oper Leipzig steigert Auslastung um mehr als ein Drittel

Ausgerechnet die Oper brummt. Dabei war gerade die Gattung, die dem Institut mit seinen drei Sparten an zwei Spielstätten den Namen gab, in den letzten Spielzeiten das Sorgenkind.

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Leipzigs Opernintendant Ulf Schirmer.

Quelle: André Kempner

Weil in der Zeit des ästhetischen Interregnums des zum Jahreswechsel 2011/2012 abgetretenen Chefregisseurs Peter Konwitschny das Haus offenkundig am Bedarf des Publikums vorbei produziert hat.

Die laufende Saison ist nun die erste, die Schirmer als Intendant voll verantwortet, und ihr Erfolg spricht für sich: Für die Neuproduktionen "Rigoletto", "Nabucco" und "Die Feen", sind praktisch keine Karten zu bekommen, gleiches gilt mittlerweile für die Familien-Inszenierung von "Pinocchio". Und Schirmer freut sich ungeschützt und unumwunden: "Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht. Ich hatte mir für Oktober eine Zwischenbilanz auf die Agenda gesetzt und Ziele, die ich bis dahin erreichen wollte. Die haben wir, was die Auslastung betrifft, bereits deutlich übertroffen."

Insgesamt, also Oper, Musikalische Komödie und Ballett zusammen, stieg die Auslastung von 63 auf 69 Prozent, was in etwa den besten Ergebnissen der Ära Henri Maier entspricht. Am Ende der Intendanz von Udo Zimmermann lag die Auslastung im 40-Prozent-Bereich.

Doch bei aller Freude über die Entwicklung legt Schirmer Wert auf die Feststellung: "Wir sind nicht am Ziel, es ist nur sichtbar, dass die Richtung stimmt. Nun geht es darum, das Vertrauen der Publikums weiter auszubauen. Man muss die Oper dazu ja nicht neu erfinden, sondern sie als bürgerliche Kunstform wahrnehmen und mit Leben füllen, als einen Raum, in dem ich den Alltag draußen lassen kann. Ich muss und will nicht in der Oper über die Trostlosigkeit meines Alltags belehrt werden von Leuten, die meinen Alltag gar nicht kennen."

Da liegt der Vorwurf vom Amüsiertheater nahe - und bringt Schirmer auf die Palme: "Gegen dieses Wort verwahre ich mich. Wogegen ich dagegen nichts habe, das ist die Vokabel Unterhaltung. Denn die emotionale Qualität einer Aufführung, die dazu führt, dass der Zuschauer seine Seele öffnet, die verbürgt natürlich auch Unterhaltung. Das gilt noch für das abgründigste Drama - sonst würde es ja niemand sehen wollen."

Wenn Schirmer erzählt, was für ihn die am wichtigsten ist, fallen immer wieder Worte wie "Emotion" oder "Innigkeit". Und genau hier könnte für ihn einer der Gründe liegen, warum es im Ballett, in früheren Jahren eine sichere Auslastungsbank, derzeit nicht so rund läuft. Zur letzten Premiere, Mario und Silvana Schröders "Liebestraum" am letzten Wochenende, saßen beispielsweise nur 860 Gäste im 1250-Plätze-Saal. Produktionen wie die "Mörderballaden" nach Nick Cave entpuppen sich als Ladenhüter. Schirmer: "Lassen Sie es mich mit Blick auf die Zukunft positiv formulieren: Ich sehe da ein gewaltiges Potenzial für größere Innigkeit. Mario Schröders Choreographien sind sehr körper-, kraftbetont. Und sie könnten durchaus noch mehr seelische Qualitäten entfalten."

Keinen Anlass zur Sorge gibt dagegen erwartungsgemäß die Publikums-Situation an der Musikalischen Komödie. Zwar gibt es auch hier Stücke, die nicht laufen, das halbszenische "Fürstenkind" etwa. Doch der fabelhafte "Ring für Kinder" ist durch die Bank ausverkauft, gleiches gilt für die wieder in den Spielplan genommene "Rocky Horror Show", auch "Lend Me a Tenor" zieht an. Schirmer: "Das MuKo-Team hat sich 80 Prozent Auslastung als Untergrenze gesetzt. Da kommen die ganz locker weit drüber."

In der Folge sieht es auch an der Einnahmen-Front gut aus: Intern hatte das Haus fürs Rumpfgeschäftsjahr 2012 ein negatives Ergebnis von 200000 Euro erwartet, nun ist es ein Überschuss von 196000 Euro gegenüber den Planungen geworden. Hausherr Ulf Schirmer: "Bei den Einnahmen muss und wird noch mehr passieren. Derzeit erwirtschaften wir pro Jahr rund 3,6 Millionen Euro durch den Kartenverkauf. Mittelfristig möchte ich das auf vier Millionen steigern." Und was die Über-alles-Auslastung anbelangt, nimmt er bei der MuKo Maß: "80 Prozent, das ist ein Ziel, das erreichbar sein müsste."

Die Zeichen dafür stehen nicht schlecht: Als nächste Produktion startet am 4. Mai mit "Das Rheingold" der neue Leipziger Ring. Für Rosamund Gilmores Inszenierung verspricht Schirmer "Emotion und Sinnlichkeit". Und das Publikum scheint ihm erneut zu vertrauen: Es wird bereits eng bei den Tickets.

iPremiere "Das Rheingold", 4. Mai, 19 Uhr. Karten und Infos unter Tel. 0341 1261261; www.oper-leipzig.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.04.2013

Peter Korfmacher

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