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Oper Leipzig zieht Bilanz: 170.000 Besucher im Wagner-Jahr 2013 - "Rekordauslastung"

Oper Leipzig zieht Bilanz: 170.000 Besucher im Wagner-Jahr 2013 - "Rekordauslastung"

Erstmalig hat die Leipziger Oper ihre Bilanz für das Kalenderjahr 2013 – und nicht wie bisher für die Spielzeiten – ziehen müssen. Was herauskam, erfreute den Intendanten Ulf Schirmer sichtlich: Auch im zweiten Jahr unter seiner Leitung schrieb das Haus außerordentlich gute Zahlen.

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Die Leipziger Oper zur blauen Stunde.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Auf der Pressekonferenz im Operncafé am Freitag war sogar von einer „Rekordauslastung“ die Rede: Die Besucherzahlen sind so hoch wie 2006 nicht mehr.

 „Wir sind bei einer Gesamtauslastung von 71 Prozent angekommen“, verkündet der Chef des Opernhauses und kämpft stimmlich gegen die Getränkekühlung im Café der Oper an. „Damit haben wir die psychologisch wichtige Hürde von 70 Prozent geknackt.“ 170.000 Besucher sahen die 322 Vorstellungen und Konzerte von Oper, Ballett und Musikalischer Komödie im Jahr 2013.

 Publikumslieblinge waren Richard Wagners Erstlingswerk „Die Feen“ mit einer Auslastung von 99 Prozent und die Inszenierung von Verdis „Nabucco“ (96 Prozent). Auch die Wagner-Festtage, die anlässlich des 200. Geburtstags Wagners 2013 zum ersten Mal von der Leipziger Oper ausgerichtet wurden, hatten immensen Zulauf: Über 10.500 Besucher strömten herbei.

 „2013 war sehr aufregend, arbeitsreich, schön, spannend, nervend und alles zusammen, und es hat Früchte getragen“, resümiert Schirmer – dem Ulrich Jagels kopfnickend beipflichtet. Der Verwaltungsdirektor kann dies mit Zahlen unterlegen: Alleine die Sparte Oper verzeichnete 16.000 Besucher mehr als im Vorjahr – und das bei weniger Vorstellungen (83 Vorstellungen im Jahr 2013, 95 im Jahr 2012). Für den Umsatz bedeute dies einen Erlös von 4,475 Millionen Euro aus dem Ticketverkauf. Das seien 900.000 Euro mehr als im Vorjahr.

 Der Gewinn könne aber leider nicht in die Kunst fließen. „Wir haben hier im Haus einen Investitionsstau in Höhe von 5,5 Millionen Euro“, sagt der Intendant. Die alten, lauten Scheinwerfer und ihre Kühlung störten schon seit Langem die Leipziger Inszenierungen. „Wir sind dabei, sie in schleichendem Prozess auszutauschen“, verspricht Schirmer, „denn ein Theater lebt schließlich auch von Stille.“

Weniger Besucher bei Ballett-Inszenierungen

 Ein weiteres Sorgenkind: Das Ballett. 4500 Besucher weniger als im Vorjahr kamen zu den Vorstellungen; die Auslastung liegt gerade einmal bei 56 Prozent. Dies sei aber „nicht besorgniserregend“, sagt Jagels. „Dafür bemühen wir uns verstärkt, Austauschgastspiele herzuholen, und so zum Beispiel auch klassische Aufführungen, eine große Bandbreite, zeigen zu können“, sagt Schirmer. Die erfolgreichste Leipziger Ballettproduktion im Kalenderjahr 2013 war „PAX 2013“, ein Ballettabend, der von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wurde.

 Dass gerade die Operninszenierung „Die Feen“ den Besucherrekord hält, findet Schirmer „aberwitzig“; sei das Stück doch bundesweit negativ besprochen worden. „Aber es ist ein selten gespieltes Stück mit magischen Bildern, das aus dem Alltag entführt und verzaubert.“ Die assoziative Erzählweise seiner Operninszenierungen, die keine bestimmte Denkrichtung vorgebe – sie sei beim Publikum wohl ernst genommen worden und gut angekommen, vermutet der Intendant.

 Jedenfalls, neben der Mobilisierung des „klassischen“, also eher betagten, Opernpublikums scheint auch ein neuer Interessentenkreis für die Oper gewonnen worden zu sein. So bildeten die 20 bis 29-Jährigen mittlerweile – nach den 70-79-Jährigen und den 60-69-Jährigen – die drittstärkste Abonnenten-Gruppe. Junge Familien fänden jedoch eher selten den Weg in das Opernhaus. „Wir arbeiten an Konzepten für Familien mit Kinderbetreuung“, sagt Schirmer. Denn mit der „Rekordauslastung“ von 71 Prozent möchte er sich in Zukunft nicht zufriedengeben: „Wir hoffen natürlich, dass wir in der nächsten Zeit an die 80 Prozent rankommen.“

Lisa Berins

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