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Oslo hisst die Eurovisions-Fahne: Lass es swingen!

Oslo hisst die Eurovisions-Fahne: Lass es swingen!

Jenny Moltubakk hat ihren großen Eurovisions-Auftritt in Oslo bekommen – zwölf Tage vor dem Finale des Musikfestivals.Den kennt in Norwegen auch heute noch jeder.

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Stefan Raab fand in seiner Sendung "Unser Star für Oslo" Deutschlands Grand-Prix-Hoffnung Lena Meyer-Landrut.

Quelle: dpa

Kopenhagen/Oslo. n-Schule „La det swinge“ („Lass es swingen“) mitsingen, den legendären Eurovisions-Siegertitel des heimischen Duos Bobbysocks von 1985.

Den kennt in Norwegen auch heute noch jeder. Dass er am fast heiligen Nationalfeiertag (17. Mai) nach dem Flaggenhissen geschmettert wurde, zeigt die enorme Bedeutung des TV-Musikwettbewerbs im Norden: Bei den Skandinaviern war und ist der Eurovision Song Contest (fast) immer total beliebt gewesen, und das quer durch alle Generationen.

Im vergangenen Jahr saßen mehr als zwei Millionen Norwegerinnen und Norweger, fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung, vor dem Fernseher, als Alexander Rybak den Wettbewerb in Moskau mit seinem Song „Fairytale“ gewann. Kräftig unterstützt, wie es so üblich ist, mit Höchstpunktzahlen von den nordeuropäischen Nachbarn. Norweger, Dänen, Schweden, Isländer und auch die Finnen eint hier nicht nur die gegenseitige Sympathie. In diesen Ländern haben die Menschen das früher betuliche Schlager- und heute oft bizarre Pop-Festival immer erfolgreich zu einem großen TV-Familienfest quer durch alle Generationen umfunktioniert.

Klar, dass die 18 000 Tickets für das Finale am 29. Mai in einer Halle am Gelände des stillgelegten Osloer Flugplatzes Fornebu in wenigen Minuten ausverkauft waren. Wenn das Wetter mitspielt, erwartet die Besucher vorher in der Festivalwoche echte Osloer Volksfeststimmung. Buchstäblich mit Pauken und Trompeten den Auftakt machte dabei Vorjahressieger Rybak, als er gleich mit komplettem Symphonieorchester zum Nationalfeiertag auf dem Rathausplatz auftrat.

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Lena Meyer-Landrut und Stefan Raab bejubeln Lenas Sieg beim Finale der Castingshow „Unser Star für Oslo“ für den deutschen Beitrag zum Eurovision Song Contest.

Quelle: dpa

Allerdings fällt es dem in Weißrussland geborenen Sänger schon ein Jahr nach seinem Sieg sichtlich schwer, den Ruhm von Moskau am Leben zu erhalten. „Rybaks schneller Niedergang“ wurde zu einer häufig gesehenen Schlagzeile in norwegischen Blättern seit vergangenem Sommer. Das mag teils an der Hauptperson gelegen haben, wohl aber auch an total veränderten Rahmenbedingungen etwa gegenüber Schwedens Abba als den vielleicht legendärsten Eurovisions-Siegern („Waterloo“, 1974).

Die Konkurrenz um Medien-Aufmerksamkeit ist bei den Nordlichtern unerbittlich hart. In Schweden und Norwegen müssen die TV-Anstalten für den Eurovisions-„Hype“ seit ein paar Jahren aufwendige nationale Vorausscheidungen mit Halbfinale und Finale ausrichten. Der ganze Spaß ist enorm teuer: Norwegens größter TV-Sender NRK hat wegen der veranschlagten Kosten von 211 Millionen Kronen (27 Millionen Euro) für das diesjährige Finale sogar seine Senderechte an der Fußball-WM in Südafrika verkauft - und Gelder für populäre Serien bei Radio und TV gestrichen. Bei den NRK-Mitarbeitern sucht man vergeblich nach Volksfeststimmung, wenn das Wort Eurovision fällt.

Wer für die Gastgeber Favorit in diesem Jahr ist? Ziemlich überraschend setzt der größte norwegische ESC-Fanclub auf den Schweizer Michael von der Heide. „Eine Melodie, die fesselt“, meint Clubpräsident Morten Thomassen im Club-Blog. Zur deutschen Grand- Prix-Hoffnung Lena Meyer-Landrut sagt er erstmal gar nichts.

Thomas Borchert, dpa

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