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Paulinerkanzel der Leipziger Uni jetzt im Museum

Standortstreit schwelt weiter Paulinerkanzel der Leipziger Uni jetzt im Museum

Der restaurierte Körper der historischen Paulinerkanzel kann jetzt im Musikinstrumenten-Museum der Leipziger Uni besichtigt werden. Diese sogenannte Interimslösung ist umstritten – Kritiker fordern die Installation der Kanzel im neuen Kirche-Aula-Bau Paulinum auf dem Campus am Augustusplatz.

Der restaurierte Körper der Paulinerkanzel ist jetzt im Uni-Musikinstrumentenmuseum zu sehen. Der Streit um ihren künftigen Standort schwelt weiter.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Wie berichtet, will sich auch die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen mit rund 50 000 Euro an den Sanierungskosten beteiligen, verknüpft das aber mit der Bedingung, dass die Kanzel perspektivisch im neuen Kirche-Aula-Bau Paulinum auf dem Campus am Augustusplatz installiert wird. Auch der Paulinerverein signalisierte, dass er sich finanziell engagiert, wenn die barocke Kanzel an ihren ursprünglichen Standort kommt. Geschaffen von Valentin Schwarzenberger, befand sie sich von 1738 in der Universitätskirche und wurde vor deren Sprengung am 30. Mai 1968 von einer Handwerkergruppe der städtischen Denkmalpflege aus dem Gotteshaus in Sicherheit gebracht. Die Rettungsaktion fand unter großem Zeitdruck statt, später litt die kostbare Holzkanzel unter den schlechten Lagerbedingungen. In den letzten Jahren wurde der Kanzelkörper von den Experten Johannes Schäfer und Matthias Krahnstöver aufwendig wiederhergestellt. „Ich bin von dem Ergebnis sehr angetan“, sagte Uni-Kustos Professor Rudolf Hiller von Gaertringen. „Der plastische Eindruck, den man nun von der Kanzel erhält, ist auf jeden Fall einen Besuch wert.“

Im April soll es im Musikinstrumenten-Museum eine eigens der Kanzel gewidmete Veranstaltung geben. Direktor Professor Josef Focht kündigte an, dass sie harmonisch in die Ausstellung eingebettet werde und spezielle Führungen geplant seien, die sich thematisch auch mit der Geschichte der öffentlichen Universitätsgottesdienste und der Universitätsmusik befassen. Von der Uni wird die Aufstellung der Kanzel im Zimeliensaal als „vorübergehend“ deklariert. „Diese Zwischenlösung war bekanntlich im Februar 2015 verabredet worden, als sich die mit der Zukunft der Kanzel befasste Expertenkommission letztmals traf“, betonte Professorin Beate Schücking, die Uni-Rektorin. Allerdings hatte das Gremium mehrheitlich dafür votiert, die historische Kostbarkeit ins Paulinum zu integrieren, wenn dies fertiggestellt sei und in der dortigen Aula ein Raumklima herrsche, das der Kanzel nicht abträglich sei. Entsprechende Untersuchungen sollen nach der Paulinum-Eröffnung erfolgen. Diese scheitert aber weiterhin an den noch nicht verfügbaren Glassäulen.

Im Zuge der Kontroverse war der Uni-Leitung vorgeworfen worden, sie wolle die Kanzel „museal entsorgen“. Der Leipziger CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Feist forderte mehrfach einen Platz für die Kanzel im Innenraum des Kirche-Aula-Baus: „Sie ist ein Symbol des freien und unzensierten Wortes.“ Verwiesen wurde auch darauf, dass sie für die künftige Predigtausbildung unerlässlich wäre.

Das Uni-Rektorat hatte das Kommissionsvotum seinerzeit als „Empfehlung“ eingestuft. Letztlich werde der akademische Senat nach der Auswertung des Raumklima-Monitorings entscheiden, wie weiter mit der Kanzel verfahren werde, hieß es. Hintergrund: Im Paulinum ist zwar der mit Epitaphien und Altar bestückte Andachtsraum klimatisiert, nicht aber der große Aula-Bereich. Wohin und wann auch immer – umziehen muss die Kanzel auf jeden Fall. Denn ihr aktueller Platz im Zimeliensaal ist für eine Orgel reserviert, die vorher dort stand und nach der Restaurierung wieder an den angestammten Ort zurückkehren soll.

Von Mario Beck

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