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Philipp Poisels größter Auftritt - vor 12.000 Fans am Völkerschlachtdenkmal

Philipp Poisels größter Auftritt - vor 12.000 Fans am Völkerschlachtdenkmal

Es war sein bisher größtes Konzert: 12.000 Besucher sahen am Samstag den Auftritt von Philipp Poisel. Unterstützt von Streichern und der Sängerin Alin Coen verzauberte der Singer-Songwriter seine Fans und ließ extra eine Bühne mitten im Publikum aufstellen.

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Strubbelkopf im Scheinwerferlicht: Philipp Poisel vor dem Völkerschlachtdenkmal.

Quelle: André Kempner

Kein großes Tamtam. Philipp Poisel spaziert gelassen auf die Bühne und eröffnet das Konzert mit seinem Song "Unanständig". Nach "Zünde alle Feuer" muss der Stuttgarter Sänger zunächst sein Staunen über die Menschenmasse zum Ausdruck bringen: "Leipzig, es ist der Wahnsinn! Das ist das größte Konzert, das wir je gespielt haben!" Der Wuschelkopf, der eigentlich Lehrer werden wollte und dann ausgerechnet im Fach Musik die Aufnahmeprüfung nicht bestand, ist jetzt ein großer Popstar. Und kann es immer noch nicht fassen.

Entsprechend zurückhaltend sind deshalb auch seine ersten Wortbeiträge - ein schüchternes "Vielen Dank" ist zunächst alles, was er zwischen den Songs ans Publikum richtet. Dieses ist so bunt und durchgemischt, wie man es selten bei Konzerten erlebt: Jung und alt, Pärchen und Freundesgruppen, alles tanzt und träumt wild durcheinander.

"Ich und du", "Wie du" oder "Halt mich" - Fans des ersten Albums kommen vor allem in der ersten Konzerthälfte voll auf ihre Kosten. Später wird Philipp Poisel offener und erzählt kleine Anekdoten: "Wo fängt dein Himmel an?" etwa handelt von einem Mädchen aus Schweden, in das er so sehr verliebt war, dass er die Sprache lernte und schwedische Gerichte nachkochte. Beim Lied "Bis nach Toulouse" vom zweiten Album wird für viele Mädchen im Publikum ein Traum wahr: Philipp Poisel und Band gehen direkt an ihnen vorbei zu einer kleinen Bühne mittendrin.

Ein gewöhnliches Konzert spielt Philipp Poisel an diesem Abend sowieso nicht. Auf der Bühne wird eine Licht-Show inszeniert, die je nach Lied wechselt. Bei "Wie soll ein Mensch das ertragen" beispielsweise gleicht sie einem Sternenhimmel. Manchmal werden die Songs von einem Streicher-Ensemble begleitet, in anderen Momenten lässt Philipp Poisel bei dezenter Instrumentierung seine Stimme für sich sprechen. Alin Coen aus Leipzig, die schon im Vorprogramm eine gute Figur machte, kommt oftmals mit auf die Bühne und bildet mit ihrem ausdrucksstarken Stimmorgan einen wunderbaren Kontrast zu Poisels verträumter, aber für einen so erfolgreichen Sänger nach wie vor ungewöhnlicher Stimme.

Nach "Für keine Kohle dieser Welt" beichtet Philipp Poisel seinen Fans, dass er schon den ganzen Tag von einem Schluckauf geplagt wird. Selbst Luft­anhalten funktioniert nicht. Deshalb muss nun das Publikum singen. Und so trällern 12.000 entzückte Menschen den Text von "Eiserner Steg" mit. Der Schluckauf lässt den fast 30-Jährigen für den Rest des Abends nicht mehr los, immer wieder hapst er beim Singen und lacht dann schüchtern.

Was wäre ein Philipp-Poisel-Konzert ohne eine rührende Dankesrede zum Schluss? Wie immer nimmt er sich Zeit, nicht nur seine Bandmitglieder, sondern auch alle anderen Veranstalter zu würdigen - von den Tontechnikern bis hin zu den Rettungssanitätern.

Für die Zugabe geht es erneut auf die kleine Bühne mitten im Publikum. Bei der Unplugged-Version von "Liebe meines Lebens" schauen sich vornehmlich die vielen anwesenden Paare tief in die Augen. Zurück auf der eigentlichen Bühne spielt er "Als gäb's kein Morgen mehr" - ein Song wie geschaffen für eine Zugabe. "Und der Himmel hat sich langsam gedreht - damals in Leipzig" ändert er seinen Songtext dann ab.

Es folgen "Und wenn die Welt" und "Ich will nur". Beim letzten Lied steigen seitlich zur Bühne riesige Lampions in die Luft und ein Feuerwerk verabschiedet die Fans. Gewöhnlich können eben andere.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.06.2013

Anne-Kathrin Fischer

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