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Popkultur für Grünau: Festival "Beatz im Block" bereichert Schönauer Parkfest

Premiere Popkultur für Grünau: Festival "Beatz im Block" bereichert Schönauer Parkfest

Ein Festival? "Ja, schon irgendwie", sagt Nina Mutzbauer. Aber Roland Bergner findet, "dass der Begriff eigentlich ausgelutscht ist". Jedenfalls ist es ein Freiluft-Konzert auf großer Bühne, in einem Areal, das theoretisch 5000 Menschen fasst - das erste "Beatz im Block" im Schönauer Park 21. August.

"Ein Fünftel lebt im Luxus, und dem Rest geht es schlecht": Dancehall-Anarchos Mono & Nikitaman.

Quelle: Urban Tree Media

Leipzig. Ein Festival? "Ja, schon irgendwie", sagt Nina Mutzbauer. Aber Roland Bergner findet, "dass der Begriff eigentlich ausgelutscht ist". Jedenfalls ist es ein Freiluft-Konzert auf großer Bühne, in einem Areal, das theoretisch 5000 Menschen fasst. Und zugkräftige Künstler haben sich angesagt: Mono & Nikitaman, Zugezogen Maskulin sowie Lokalmatadorin Buzy A steuern am 21. August ihre Klänge und Rhythmen zu einer Leipziger, ja: Festival-Premiere bei - zu den ersten "Beatz im Block" im Schönauer Park.

Nina Mutzbauer und Roland Bergner gehören zum Team der Werk-2-Kulturfabrik, die das Konzert zusammen mit dem KOMM-Haus organisiert. Schon seit einigen Jahren ist der Freitag des viertägigen Schönauer Parkfests im Grünauer Kultursommer vor allem für ein jüngeres Publikum gedacht. Aber erst jetzt holen sich die Mitarbeiter des Grünauer Soziokulturzentrums mit den Connewitzer Kollegen gewissermaßen die Expertise für ein Spektakel der Alternativ-Kultur in den Park.

Für Mutzbauer geht es durchaus auch darum, Popkultur in einen Stadtteil zu bringen, der trotz vieler Jugendlicher im Viertel bislang wenig Raum für angesagte Künstler bietet. "Weshalb kein Connewitzer auf die Idee käme, ausgerechnet in Grünau auszugehen", so Mutzbauer - "bisher". Gleichzeitig soll das Angebot trotz der hochkarätigen Bands aber erschwinglich bleiben. In der Tat stünden die acht Euro, die das Ticket momentan inklusive aller Gebühren im Vorverkauf kostet, bei einem rein kommerziellen Veranstalter wohl kaum unterm Strich der Kalkulation. Der Abendkassenpreis soll keinesfalls teurer als 15 Euro werden.

"Wir haben als Soziokulturzentrum einen anderen Anspruch", sagt Bergner. Zwar wolle das Werk 2 grundsätzlich mit seinen Veranstaltungen sehr wohl Geld verdienen. "Aber das steht hier nicht im Vordergrund." Wegen des soziokulturellen Charakters des Ereignisses gingen auch die beiden Hauptacts in ihren Gagenforderung merklich herunter, erklärt der Werk-2-Programmleiter. Bei "Rock am Ring" oder beim "Splash" haben die Rapper Zugezogen Maskulin sicher mehr verdient als in Grünau. Ebenso werden Mono & Nikitaman ihre Bandkasse zwei Tage nach dem Auftritt im Schönauer Park fraglos üppiger füllen - als einer der Hauptakteure des Chiemsee-Summer-Festivals.

Es handelt sich in beiden Fällen um Künstler mit einem politischen Hintergrund - auch das ist den Organisatoren keineswegs zufällig passiert. "Wenn nicht grade ein Turnier ist, bist du nicht zu Gast bei Freunden", rappen Zugezogen Maskulin über die gegenwärtige Flüchtlingsdebatte. "Du hast viele Träume? Wir haben viele Zäune!" Und die Dancehall-Anarchos Monika Jaksch und Nick Tilstra fragen in einem ihrer Texte: "Können wir denn wirklich sagen, unsere Welt sei gerecht? Ein Fünftel lebt im Luxus, und dem Rest, dem geht es schlecht." Nach zwei Jahren Pause kehren Mono & Nikitaman mit ihrer demnächst erscheinenden neuen Platte "Im Rauch der Bengalen" ins Rampenlicht zurück.

Um die notgedrungen plakativen Botschaften der Liedtexte mit hintergründigen Informationen zu vertiefen, werden Initiativen wie "Viva Con Agua", "Refugees Welcome" und "Make Some Noise" vor Ort sein. "Gerade in diesem Sommer zeigt sich, dass Offenheit und Toleranz, Klarsicht und Menschlichkeit leider nicht selbstverständlich sind", so Bergner. An den Infoständen gehe es daher nicht zuletzt darum, die Besucher "für die leider oft zu populistisch aufbereiteten Themen Flucht, Migration und Asyl zu sensibilisieren. Vielleicht ist das in einer Metropole wie Leipzig überflüssig, und man sollte so ein Festival heutzutage eher in Freital oder anderswo in der sächsischen Provinz machen", stellt er bitter fest. "Vielleicht aber eben auch nicht."

Wichtig war es den Organisatoren darüber hinaus, neben den Headlinern auch der lokalen Musikszene ein Podium bei "Beatz im Block" zu schaffen. Die Leipzigerin Buzy A hat sich ihren Namen als Teil des DJ-Trios "Girlz Edit" gemacht, gehört mittlerweile zur DJ-Crew "Sounds Like Ham in the Pan" und stellt beim Parkfest ihr neues Projekt "Fresh Buzyness" vor. Darüber hinaus wird sie einen besonderen Bühnengast empfangen. Die Hamburger Szene-Größe Pimp Mama, auch als MC A.D.O.P. bekannt, will etliche eloquente Reime über Buzy As Beats rappen.

Nicht zuletzt tragen die beiden Frauen mit ihrem Auftritt zu einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis auf der Bühne bei - während am Wochenende zuvor beim Highfield-Festival die Männerquote wie üblich bei 80 bis 90 Prozent liegen dürfte. Das sollte sich beim Schönauer Parkfest übrigens auch an den anderen Tagen ausgewogen gestalten, wenn neben der DDR-Kultgruppe Winnie2 und der AC/DC-Coverband Bellbreaker beispielsweise die Frauenfolkloretanzgruppe Mileta zu erleben ist.

Die "Beatz im Block" vervollständigen das traditionelle Fest zu einem tatsächlich alle Generationen umfassenden Angebot. Nicht letztmals übrigens. Egal, ob man nun von einem Festival spricht oder nicht - Nina Mutzbauer verspricht: "Die Beatz im Block werden keine Eintagsfliege."

"Beatz im Block" mit Mono & Nikitaman, Zugezogen Maskulin, Buzy A feat. Pimp Mama, 21. August, 18.30 Uhr, Schönauer Park, Early- Bird-Ticket 8 Euro: unter anderem im Werk 2 (Kochstraße 132) und auf www.werk-2.de

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