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Protest gegen Konzert in Leipziger Distillery – Elephant Man wegen Homophobie in der Kritik

Protest gegen Konzert in Leipziger Distillery – Elephant Man wegen Homophobie in der Kritik

In seinen Liedern singt der jamaikanische Künstler Elephant Man alias O'Neil Bryant davon, schwule Männer zu töten. Der Musiker soll am Donnerstagabend in der Distillery in Leipzig auftreten – das stößt bereits im Vorfeld auf heftige Proteste.

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Der Elephant Man soll am Donnerstagabend in der Distillery in Leipzig auftreten. Das Konzert stößt im Vorfeld auf heftige Kritik.

Quelle: Screenshot Facebook

Leipzig. Mehrere lokale Akteure fordern die Distillery zur Absage des Konzerts auf, doch diese will den umstrittenen Auftritt stattfinden lassen.

„When you hear a lesbian getting raped / It's not our fault ... Two women in bed / That's two sodomites who should be dead” – so übersetzen die Organisatoren des Christopher Street Day (CSD) in Leipzig einen Auszug aus O’Neil Bryants jamaikanischen Texten. Zwar sollen laut Distillery homosexuellenfeindliche Songs wie „A Nuh Fi Wi Fault“ beim Konzert nicht gespielt werden, aber für mehrere Institutionen ist diese Garantie nicht ausreichend.

In einem offenen Brief bedauern die Kritiker, dass trotz vieler Beschwerden nicht von dem geplanten Auftritt von Elephant Man abgesehen werde. Unterzeichner des Briefs sind der CSD, der RosaLinde Leipzig e.V., die gleichstellungspolitische Referentin der Stadt Leipzig Kathrin Darlatt, das Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik des StuRa der Uni, der Frauenkultur Leipzig e.V., Gothic Pogo, Lumière Bleue, Björn Reichel für die Linksjugend Leipzig und die AIDS-Hilfe Leipzig.

Kritiker: „Keine glaubwürdige Distanzierung“

Die Kritiker gehen mit Bryant hart ins Gericht. „Mit einer Videobotschaft und der Unterzeichnung des Reagge Compassionate Act (RCA), was die Verpflichtung beinhaltet, homosexuellenfeindliche Texte und Aufrufe zu Gewalttaten in ihren Songs zu unterlassen, wollte sich der Künstler distanzieren. Es ist allerdings bekannt, dass die scheinbare Distanzierung im besten Fall bis zur Grenze der EU gültig ist. In Jamaika sind die fragwürdigen Lieder nach wie vor im Repertoire und eine gute Einnahmequelle für den Künstler“, schreiben die Unterzeichner. „Für glaubwürdige Distanzierung fehlt uns ein gewisses Engagement“, fügen sie hinzu.

Der 40-jährige Jamaikaner ist weltweit für homophobe und gewaltverherrlichende Texte bekannt. 2006 erklärte Elephant Man vor den Kameras des deutsch-französischem Kultursenders Arte, dass er nichts mehr sagen werde, was Homosexuelle beleidigt. Zudem betonte er, dass derartiges Liedgut der Vergangenheit angehöre. 2009 und 2012 wurden wegen zahlreicher Proteste seine Deutschland-Tourneen abgesagt. Am 20. Februar sollte der umstrittene Dancehall-Sänger in München im Muffatwerk auftreten. Das Konzert wurde Ende Januar auch abgesagt.

Distillery betrachtet umstrittene Songs als Jugendsünde

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Die Distellery in der Kurt-Eisner-Straße in Leipzig.

Quelle: Johannes Amm

Wegen der Kritik haben die Distillery und der Veranstalter Teambirnenpfeffis ein offizielles Statement bei Facebook veröffentlicht. Für beide ist klar: „Die Show findet statt.“ Dass die älteren Texte von Elephant Man umstritten sind, ist den Organisatoren bewusst. Die homosexuellenfeindlichen Lieder des Musikers wie „A Nuh Fi Wi Fault“ und „We Nuh like Gay“, die immer noch in Jamaika abgespielt werden, sehen diese aber eher als eine Art Jugendsünde an: „Jeder Mensch entwickelt sich im Laufe seines Lebens und es gehört ebenso zu Toleranz, die jeweilige Entwicklungsstufe des anderen anzuerkennen.“

Weil der Veranstalter und die Distillery sich dafür entschieden haben, Elephant Man „eine persönliche Entwicklung zuzutrauen“ und in seinem Auftritt „eher eine Chance als die Gefahr einer Straftat“ sehen, soll das Konzert am Donnerstagbend ab 23 Uhr wie geplant stattfinden.

Adeline Bruzat

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