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Puts Marie begeistern in Lindenau

Konzert im Neuen Schauspiel Leipzig Puts Marie begeistern in Lindenau

Dieser Act verdient Konzerte in großen Hallen: Puts Marie, Indie-Band aus der Schweiz, hat das Publikum im Neuen Schauspiel Leipzig am Sonntagabend schwer beeindruckt. Nicht einmal ein Schwächeln gegen Ende des Gigs konnte daran etwas ändern ...

Puts Marie – starkes Konzert im Neuen Schauspiel Leipzig.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Die Bühne im schummrigen Keller des Neuen Schauspiels ist eindeutig zu klein für Max Usata. Mal drischt er auf ein zweites Schlagwerk ein, mal steht er direkt vor seinen Bandkollegen Sirup Gagavil (Gitarre), Nick Porsche (Schlagzeug), Igor Stepniewski (Bass) und Beni 06 (Keyboard), mal inmitten des Publikums – und immer mal verschwindet er kurz im Backstage oder an die Bar. Gleichermaßen gelassen und ruhelos misst der charismatische Frontmann den Raum aus, der sich ihm bietet. Der Gesang pendelt ebenso souverän zwischen einem falsettartigen Kreischen, einer warmen Erzählstimme und schnellen Sprechgesangseinlagen. Dass Max Usata dabei ständig zwischen zwei Mikrofonen wechselt, fügt sich wie selbstverständlich in die Inszenierung ein.

„Wir sind Puts Marie aus der Schweiz“, erklärt der Frontmann zwischendurch immer mal. Man könnte sonst glatt meinen, eine irgendwie zeitlose amerikanische Underground-Kapelle vor sich zu haben. Der Sänger, der drei Jahre in New York an der berühmten Schauspielschule von Lee Strassberg studiert hat, klingt wie eine räudige Mischung aus Tom Waits und Leonard Cohen. Die Puts-Marie-Lieder tragen archetypische Titel wie „Sugar Run“, „Pornstar“, „Obituaries“ oder „A Quantum of Sun“. Getragen von Beni 06’s Ferfisa-Orgel wagen sie sich auch an „Tell Her To Come Home“ von Sun Ra.

Die Musiker aus dem zweisprachigen Biel-Bienne im Kanton Bern spielen bereits seit Ende der 1990er Jahre zusammen. Als gegen Ende des Konzerts die elektronische Orgel ein wenig schwächelt, juxt Max Usata über die „Scheiß-Röhren“ und meint, dass es für ihre Art von Musik schon noch ausreicht: „Die alte Punk-Band“. Gegen dieses Understatement spricht, dass die aktuelle Band-Platte „Masoch I-II“ gerade von IndieSuisse, dem Verband der unabhängigen Schweizer Musiklabels und -produzenten, mit dem erstmals verliehenen Preis für das Album des Jahres ausgezeichnet wurde.

Im benachbarten Deutschland scheint sich das noch nicht komplett rumgesprochen zu haben. Im vergangenen Herbst spielten Puts Marie im Wohnzimmer des Noch Besser Leben, nun also immerhin im Neuen Schauspiel. Für einen Sonntagabend ist der Keller in Lindenau durchaus gut gefüllt. Sobald die ersten Töne erklingen, fühlt man sich sowieso in eine verrauchte Kaschemme und in eine andere Zeit versetzt. Wenn es nicht zu Lasten der Atmosphäre geht, könnte der hoffentlich baldige nächste Auftritt von Puts Marie in Leipzig aber ruhig noch eine Nummer größer ausfallen.

Von Frank Schubert

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