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Rammstein, Rap und ein neuer Rekord: So war das Highfield-Festival 2016

Fotos und Videos Rammstein, Rap und ein neuer Rekord: So war das Highfield-Festival 2016

35.000 Rock-, Indie- und Hip-Hop-Fans haben am Wochenende beim Highfield-Festival am Störmthaler See gefeiert. Am Sonntagabend ging die 19. Auflage mit dem Auftritt von Deichkind zu Ende. Zuvor rockten unter anderem Rammstein und Limp Bizkit. LVZ.de hat die Bilder und Videos.

35.000 Musikfans feierten beim Highfield Festival 2016 in Großpösna bei Leipzig - neuer Rekord.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Das Wochenende am Störmthaler See beginnt mit einem Knalleffekt. „Haftbefehl“, skandalumwitterter Rapper aus der deutschen Bronx – Offenbach am Main – betritt die Blaue Bühne auf dem Highfield und kurz darauf steigen grün-gelbe Raketen in den Himmel. „Fick die Polizei“, ruft Aykut Anhan, wie Haftbefehl bürgerlich heißt, in die Menge, „Fick die Polizei“, schallt es lautstark zurück.

Willkommen auf dem Highfield 2016! Was früher mal ein reines Rockfestival war, hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr für andere Musikrichtungen geöffnet. Neben Techno und Elektro, in diesem Jahr vertreten durch Scooter, betrifft das vor allem den Hip Hop. Am Sonnabend treten ganze sechs Sprechgesangs-Künstler/Gruppen am Stück auf der Blue Stage auf, am Sonntag sind es auf der benachbarten Green Stage mit „Fünf Sterne Deluxe“ und „Deichkind“ immerhin noch zwei.

35.000 Musikfans feierten beim Highfield Festival 2016 in Großpösna bei Leipzig.

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Diese Entwicklung hängt auch damit zusammen, dass die Grenzen zwischen dem Rap und anderen Musikstilen verschwimmen. Bei Haftbefehl sitzt neben dem obligatorischen DJ etwa ein Schlagzeuger auf der Bühne, bei den nachfolgenden „Orsons“ bereichert eine Sängerin die Refrains der Hip-Hop-Gruppe und bei „Blumentopf“ am Abend ist es schließlich eine ganze Kapelle, inklusive Akustikgitarre.

Haftbefehl spielt indizierten Song für 5000 Euro

Und auch innerhalb des Raps finden sich mittlerweile die unterschiedlichsten Strömungen. Da ist zum Beispiel ein Möchtegern-Gangsta-Rapper wie Haftbefehl, dessen Songs schon mal indiziert werden. So geschehen bei seinem größten Hit „Chabos wissen, wer der Babo ist“. Eigentlich dürfte er den Song nicht mehr öffentlich spielen, erzählt Haftbefehl. Wenn doch, drohe ihm eine 5 000-Euro-Strafe. Er führt ihn natürlich trotzdem auf und schiebt hinterher: „Ich hoffe, ihr wisst zu schätzen, dass ich wegen auch jetzt 5 000 Euro ärmer bin.“

Auf der anderen Seite finden sich die Orsons mit ihrem spaßorientierten Hip Hop. Schon optisch bilden die vier Stuttgarter Jungs ein Gegengewicht zu Haftbefehl, bei dem noch eine überdimensionale Kalaschnikow im Hintergrund zu sehen war. Bei den Orsons fliegen dagegen Seifenblasen vor einer rot-weißen Kulisse durch die Luft. Und statt Schussgeräuschen wird hier auch mal A-Capella gesungen.

Wieder einen anderen Ansatz verfolgen Blumentopf. Bereits 1992 gegründet gehen die fünf Bayern ins 25. Jahr – das auch ihr letztes sein wird. Die Auflösung ist angekündigt, das Konzert beim High- field wird das neuntletzte sein, worauf mehrmals hingewiesen wird. Selbstironisch wie eh und je präsentieren Blumentopf auch am späten Sonnabend ihre Variante des Story-Telling-Raps, bei mit viel Wortwitz Geschichten aus dem Alltag erzählt werden.

Rammstein brennen Pyro-Feuerwerk ab

35.000 Musikfans sind an den Störmthaler See gekommen. Wegen der großen Nachfrage wurde das Kontingent um 10.000 Tickets aufgestockt, seit mehreren Wochen war das Festival ausverkauft. Herzhaften Rock gibt es beim Highfield dann auch noch. Mit den „Eagles of Death Metal“ tritt parallel zu den Orsons eine Band auf, die im vergangenen Jahr in die Geschichte einging. Die Kapelle um Frontmann Jesse „The Devil“ Hughes spielte nämlich am 13. November 2015 im Bataclan, während die Pariser Konzerthalle von Terroristen gestürmt wurde. Die Bandmitglieder konnten sich gerade so durch den Hinterausgang retten und Hughes verkündet denn auch während des Auftritts „It’s good to be alive!“

Ansonsten scheint sich zu diesem Zeitpunkt schon alles auf den Auftritt von „Rammstein“ vorzubereiten. Hughes etwa erzählt, dass er nur wegen der Berliner Brachialrocker zum Highfield gekommen ist. Auch „Fat Mike“ von den Punkrock-Veteranen von„NOFX“ – am Abend übrigens mit schwarz-rot-goldenem Irokesenschnitt unterwegs – erwähnt Rammstein mehrfach. „Sie haben das bessere Feuerwerk, aber wir die besseren Songs“, meint Fat Mike mit seinem gewohnten Anarcho-Humor.

Rammstein begeisterten als Höhepunkt am Samstagabend die 35.000 Besucher des Highfield 2016.

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Und tatsächlich, die Pyroshow bei Rammstein ist mal wieder äußerst beeindruckend. Diesmal sind die Raketen, die kurz nach 0 Uhr in Richtung der Regenwolken aufsteigen, rot-weiß. Und etwas lauter als bei Haftbefehl ist das vom ausgebildeten Pyrotechniker Till Lindemann ausgeführte Feuerwerk ebenso. Mit weißem Zylinder und weißem Mantel bekleidet trägt Lindemann zu Beginn ein neues Lied vor, dessen Text fast ausschließlich aus alten Songtiteln der Band besteht und in dessen Refrain es heißt: „Auferstanden aus Ruinen/Wir sind wieder da.“

Ja, Rammstein ist wieder da. Genauso wie Fünf Sterne Deluxe oder Deichkind, die zwischendurch etwas in der Versenkung verschwunden waren und nun nach starken Comebacks den Festival-Sonntag bereichern. Ebenso wie Bloc Party, Madsen und Wolfmother.

Und, auch sehr wichtig: die Sonne, die am letzten Tag die Regenwolken wieder verdrängt. Das Highfield 2017 kann kommen!

Christian Dittmar

Weitere Fotos vom Highfield 2016

Sonntag: Emil Bulls

Die "Emil Bulls" beim Highfield-Festival 2016

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Sonntag: Monsters of Liedermaching

Impressionen vom Konzert der Monsters of Liedermaching beim Highfield 2016.

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Sonntag: Arkells

Die Arkells beim Highfield 2016 am Störmthaler See.

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Samstag: I Come From The Sun

Die Leipziger Band „I Come From The Sun“ eröffnete am Samstag das Musikprogramm auf der Blue Stage.

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Samstag: Royal Republic

Gute Stimmung trotz Regeneinlage: Royal Republic rocken beim Highfield 2016

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Samstag: Airbourne

Die australischen Hardrocker von Airbourne beim Highfield-Festival 2016

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Samstag: NOFX

Die Punkrocker von NOFX beim Highfield-Festival 2016

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35.000 Besucher werden zum Highfield-Festival am Störmthaler See bei Leipzig erwartet. Am Freitag ging es los für die Freunde gepflegter Gitarrenmusik. (Bilder: Dirk Knofe)

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