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Referenzen und Ringelreihe: Metalband Trivium im Täubchenthal

Konzert Referenzen und Ringelreihe: Metalband Trivium im Täubchenthal

Eine ordentliche Portion Metal war versprochen: Am Dienstag haben Trivium, SikTh und Shvpes im Täubchenthal gelärmt.

Trivium-Frontmann Matthew Heafy im Täubchenthal.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Am Klischee wird zunächst gespart. Dafür, dass per Selbstbeschreibung alle drei Bands des Abends den Metal ganz oben in die Genre-Schublade gesteckt haben, ist das Aufkommen stilecht langer Haare und Aufnäher-besetzter Kutten am Dienstag im Täubchenthal sehr überschaubar. Auch Headbangen oder klassischer Moshpit sind an diesem Abend nicht die hauptsächliche Publikumsbeschäftigung beim Konzert der Thrash-Metal-Corer von Trivium aus Orlando, Florida, und deren Vorgruppen.

Referenzen freilich finden sich reichlich, selten jedoch pur oder auch nur annähernd mit der chaotischen Kraft des jeweiligen Originals, dafür immer als Sprungbrett für Eigenes. Dass summa summarum am Ende Band und Publikum zufrieden in die Nacht ziehen, liegt daran, dass man sich gegenseitig damit nicht enttäuscht und jeweils das zu Erwartende geliefert hat.

Spätestens beim Hauptact gibt es auch die versprochene ordentliche Portion Metal, die Mehrheit des insgesamt recht jungen Publikums dürfte, wie Trivium selbst, dieses Genre jedoch wiederbelebt über seine vor allem seit den 2000ern an den dadurch ebenfalls reanimierten Hardcore angegliederten Formen von Nu-Metal, Metal- und Emo-Core aufgesogen haben. Der Moshpit wird hier nicht selten zur Circle-Pit-Ringelreihe, auch die gefährlich klingende „Wall of Death“ ist längst ein weiterer nur unwesentlich rabiaterer Konzert-Spielchen-Standard.

Leipziger Fans weniger wild als die in Hannover

Den immer wieder Melodie-durchzogenen Krachreigen eröffnen zunächst Shvpes aus Birmingham mit einem deutlich Emo-lastigen Set, das hin und wieder in gutturale Shouts und Uptempo-Riffs abgleitet, aber auch Hip Hop und Red-Hot-Chili-Peppers-Funkelemente mischt und teils so gefühlvoll melodisch daherkommt, dass Feuerzeuge das Täubchen­thal romantisch erhellen.

Die nachfolgenden Londoner von SikTh drehen die Härte-Schraube deutlich fester an mit ihrem Metal-Core, der entfernt an System of A Down und Slipknot erinnert und mit progressiv zu Krachwänden aufgebrochenen Songstrukturen aufwarten kann.

Den Referenzen-Reigen machen Trivium schließlich mit Motörhead-Gedächtnis-Logo und immer wieder rausgestreckter (wenn auch nur halb so langer) Gene-Simmons-Gedächtnis-Zunge komplett. Zwar sind auch die vier Oststaatler nicht frei von melodiösen Nu-Metal-Refrain-Einlagen, der Hauptdruckpunkt ist aber hier nun ein metallener, mal synkopisch tief, mal thrashig schnell.

Die Gesichter im Publikum verraten überwiegend gute Laune, die auch grundsätzlich hörbar ist. Aber frenetische Lautstärke muss sich Trivium-Frontmann Matthew Heafy erst erarbeiten, nicht immer wird es zu seiner vollen Zufriedenheit gelingen. Auch der zur Musik eigentlich passende Moshpit bleibt über weite Strecken dienstagsträge und hält trotz wiederholt tapferer „Bitte rastet ordentlich aus“-Animation Heafys meist nur bis zum jeweiligen Refrain. Selbst der alte Ansage-Trick vom Konzert gestern in (diesmal) Hannover, das ja so viel wilder war, fruchtet kaum. Wer will in Leipzig schon hinter Hannover zurückstehen, sollte man meinen. Am Dienstag jedoch lässt man in puncto Wildheit der Stadt am Mittelland-Kanal höflich den Vortritt. Die eine oder andere heroisch gehobene Corna, die typisch Finger-gehörnte Metal-Faust, liefert dann immerhin auch noch ein bisschen Klischee.

Von Karsten Kriesel

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