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Rockharz-Festival bricht wieder Rekorde

52 Bands und 13 000 Besucher Rockharz-Festival bricht wieder Rekorde

Wenn die Nachfrage mit jedem Jahr wächst, muss man als Veranstalter viel richtig gemacht haben: Die 23. Auflage des Rockharz-Festivals war mit gut 13 000 Besuchern das sechste Mal in Folge ausverkauft - die Zahlen verdeutlichen den Aufstieg vom Geheimtipp in die erste Rockfestival-Liga.

Familiär und sympathisch: das Rockharz-Festival auf dem Flugplatz Ballenstedt.
 

Quelle: Susanne Richter

Ballenstedt.  Es kommt bei der Masse an Rockfestivals heutzutage nur noch selten vor, dass schon Wochen vor dem Start das „Ausverkauft“-Schild in das virtuelle Kassenhäuschen gehängt werden muss. Das Festival in Wacken ist solch ein Fall – und seit mittlerweile sechs Jahren auch das Rockharz. Die 23. Auflage fand von Donnerstag bis Sonnabend in Ballenstedt bei Quedlinburg mit abermals mehr als 13 000 Besuchern und 52 Bands statt: Ein Familientreffen der besonderen Art, für Besucher zwischen 7 und 77 Jahren, im Schatten der legendären Teufelsmauer.

 Trotz der alljährlich steigenden Nachfrage wollen die Veranstalter, die inzwischen mit dem großen Summer Breeze in Mittelfranken kooperieren, nur noch mäßig wachsen – die Atmosphäre soll nicht dem Kommerz geopfert werden, hält Jens Martin Baumgartner, einer der Rockharz-Macher, allen Ausdehnungsgerüchten entgegen. „Das Festival soll vor allem Spaß machen und nicht in Gigantomanie ausarten. Die Leute sollen sich bei uns wohlfühlen. Theoretisch könnten wir noch weiter wachsen, der Platz wäre vorhanden – wir wollen aber die familiäre Stimmung nicht durch Größe kaputt machen.“ Hinzu kommt: Fast alle Rockharz-Mitarbeiter sind Hobby-Organisatoren.

Wenn die Nachfrage mit jedem Jahr wächst, muss man als Veranstalter viel richtig gemacht haben: Die 23. Auflage des Rockharz-Festivals war mit gut 13 000 Besuchern das sechste Mal in Folge ausverkauft - die Zahlen verdeutlichen den Aufstieg vom Geheimtipp in die erste Rockfestival-Liga.

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 Das Festival hat sich mittlerweile einen Ruf erarbeitet, der nicht nur in Fan-Kreisen, sondern auch unter den Bands legendär ist: Die Schwergewichte der Riff-Szene stehen Schlange, um auf dem Flugplatz auftreten zu können. Ein Blick auf das diesjährige Line Up beweist: Das Rockharz bietet eine Vielfalt, die quasi für jeden Liebhaber von Stromgitarren akustische Schmeckerchen bietet, von der alten Schule, über Folk- und Gothic Rock bis zu Thrash und Death Metal. Bands wie Der Weg einer Freiheit, Satyricon oder Primordial besingen das Leid an sich und im Besonderen.

Children Of Bodom, Entombed A.D. oder Soilwork zocken die härtesten Moshpits in den Ballenstedter Staubacker. Tanzwut und Subway To Sally rocken das Mittelalter. Coppelius entrücken Raum und Zeit. Powerwolf, Avantasia, Sonata Arctica oder Saltatio Mortis demonstrieren in all ihrer Unterschiedlichkeit, wie tanzbar Metal beziehungsweise harter Rock heute sein kann. Hämatom und ASP bedienen die düsteren Seelen beschwingt. Und Knorkator und J.B.O. bügeln schließlich alle geschmacklichen Differenzen in allerlei Heiterkeit glatt.

 Was einst in Osterode, im Westharz, als lokales Anti-Nazi-Open-Air mit nicht einmal hundert Besuchern begann, hat eine Entwicklung vollzogen, die beispielhaft für die härtere Musikszene in Deutschland ist: Das Rockharz zog aus Kapazitätsgründen vor sieben Jahren in den Osten, auf den Flugplatz Ballenstedt, zehn Kilometer von Quedlinburg entfernt – und die Fans zogen nicht nur mit, es kommen jedes Jahr neue hinzu.

Trotz mehr als 13 000 Besuchern bleibt dieses Festival in seiner Anmutung aber immer noch klein und fein. „Uns geht es um Besucherzufriedenheit. Kurze Wege, viele sanitäre Einrichtungen, eine große Auswahl bei der Verpflegung und natürlich eine gewisse Breite bei den Bands – die Leute sollen sich bei uns einfach wohlfühlen“, erklärt Jens Martin Baumgartner und kann schon jetzt (fast) sicher sein, im nächsten Jahr wieder frühzeitig das „Ausverkauft“-Schild ins virtuelle Kassenhäuschen hängen zu dürfen. Ein Geheimtipp in Profiliga-Sphären sozusagen.

Von Martin Schroder und Susanne Richter

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