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Rotblond mit Format: DDR-Schauspielerin Jutta Hoffmann feiert 70. Geburtstag

Rotblond mit Format: DDR-Schauspielerin Jutta Hoffmann feiert 70. Geburtstag

Jutta Hoffmann hat es als „deutsch-deutsche“ Schauspielerin in Ost wie West zu anerkannter Größe als Charakterdarstellerin gebracht. In der DDR war sie ein populärer Star („Der Dritte“ mit Armin Mueller-Stahl), bis sie nach ihrem Protest gegen die Biermann-Ausbürgerung von 1976 langsam hinausgeekelt wurde.

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Die Schauspielerin Jutta Hoffmann bei einer Filmvorführung in einem Kino in Berlin anno 2005. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Berlin/Potsdam. Anfang der 80er Jahre ging sie endgültig in den Westen, wo sie mit prominenten Vertretern des Regietheaters zusammengearbeitet hat. An diesem Donnerstag (3. März) feiert sie in Potsdam ihren 70. Geburtstag.   

Viele Jahrzehnte hat sie im Theater und fürs Kino gespielt, aber auch fürs Fernsehen wie im „Polizeiruf 110“ oder in Wolfgang Menges bissiger deutsch-deutscher Satire „Motzki“. An ihrer Seite standen Topleute wie Ruth Berghaus, Robert Wilson, Luc Bondy, Thomas Langhoff und Peter Zadek. Vor allem aber habe sie der 2001 früh verstorbene Einar Schleef geprägt, wie Hoffmann einmal sagte.

Nach Ansicht mancher Kritiker wie Gerhard Stadelmaier von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ verkörpert Hoffmann das „beste Erbe der alten DDR-Schauspielschule“. Das wurde im Westen auch mit der Auszeichnung „Schauspielerin des Jahres“ gewürdigt. Manche verglichen sie auch mit Elisabeth Bergner, einer Schauspielgröße vergangener Theaterglanzzeiten Deutschlands.

1975 war die rotblone Schönheit Strindbergs „Fräulein Julie“ am Berliner Ensemble in der spektakulären Inszenierung von Schleef und B.K. Tragelehn, die den Unwillen der SED-Kulturbürokraten hervorrief und prompt abgesetzt werden musste. Zu unorthodox, „das Verrückteste, was im Berliner Ensemble je über die Bühne ging“, schrieb die bundesdeutsche Zeitschrift „Theater heute“.   

Die am 3. März in Halle an der Saale geborene Schauspielerin versuchte sich zunächst in einer Laienspielgruppe der Buna-Werke in Schkopau und studierte später an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg. „Was die mir da erzählt haben, fand ich aber von Anfang an doof“, hat sie sich später erinnert. Aber in den 60er Jahren führte sie der Weg schnell ins Zentrum des DDR-Theaters in Berlin mit Engagements am Maxim-Gorki-Theater, in den 70ern dann am Berliner Ensemble. Schon Ende der 70er Jahre begann sie mit Arbeiten in der Bundesrepublik, wo sie Triumphe vor allem mit Peter Zadek feierte wie bei Lorcas „Yerma“.

Auf der Leinwand hatte Hoffmann in der DDR in Egon Günthers Film „Lotte in Weimar“ an der Seite von Lilli Palmer oder in der Arnold-Zweig-Verfilmung „Junge Frau von 1914“ ebenso Erfolge wie als Lämmchen in der Fernsehverfilmung von Falladas „Kleiner Mann - was nun?“. Egon Günther arbeitete viel mit der Schauspielerin mit dem frechen Charme, die manchmal auch sehr zerbrechlich wirken kann.

Ihre langsame Ausgrenzung aus dem parteitreuen DDR-Kunstbetrieb hatte sich schon angedeutet, als sie in sogenannten Tresorfilmen mitwirkte, die dem Bann der SED-Kulturpolitik zum Opfer fielen und in den Tresor wanderten. Dazu gehörte Herrmann Zschoches „Karla“ mit Hoffmann als junger, unangepasster Lehrerin, der schon 1965 verboten wurde oder später „Das Versteck“ mit Manfred Krug (1977). Immerhin war Hoffmann noch in der DDR ein internationaler Triumph vergönnt, als sie für ihre Rolle in dem Egon-Günther-Film „Der Dritte“ 1972 in Venedig ausgezeichnet wurde.

2005 wurde Hoffmann von der DEFA-Stiftung für ihre Verdienste um den deutschen Film geehrt. Ab 10. März zeigt das Filmmuseum Potsdam eine Ausstellung aus Anlass ihres 70. Geburtstages.

Wilfried Mommert, dpa

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