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Rund 8000 Fans feierten die „Drachenreiterin“ Andrea Berg in der Arena Leipzig

Die Seele bebt, die Halle auch Rund 8000 Fans feierten die „Drachenreiterin“ Andrea Berg in der Arena Leipzig

Die ganze Arena bebt mit, wenn Andrea Berg ruft: Rund 8000 Fans feierten am Freitagabend die gebürtige Krefelderin. Der Schlagerstar, der über 13 Millionen Platten verkauft hat, landet im roten Kleid mit roten Riesen-Engelsflügeln, direkt auf dem Kopf eines Drachen und singt, klar, „Drachenreiter“.

Der Schlagerstar landet im roten Kleid mit roten Riesen-Engelsflügeln, direkt auf dem Kopf eines Drachen und singt, klar, „Drachenreiter“.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Irgendwie hat es der deutsche Schlager derzeit mit der Seele. „Seelenbahnen“ heißt das vorletzte Album von Roland Kaiser, ins Beben gerät sie nun bei Andrea Berg – und nicht nur sie: die ganze Arena bebt mit, wenn die Berg ruft: Rund 8000 Fans feierten am Freitagabend die gebürtige Krefelderin. Die gelernte Arzthelferin, die über 13 Millionen Platten verkauft hat, landet im roten Kleid mit roten Riesen-Engelsflügeln, direkt auf dem Kopf eines Drachen und singt, klar, „Drachenreiter“.

„Spinnstdu“ heißt das über 35 Meter lange Fabeltier, das als Bühne dient und mit seinem als Laufsteg dienenden Schwanz weit in die Besuchermassen ragt. Natürlich spuckt der Bursche artgerecht Feuer, was dieses Mal jedoch glimpflich abgeht. Im Juli hatte sich die Berg bei der Vorpremiere noch Arm und Schulterblatt verbrannt. Da wurde „Lass mich in Flammen stehen“ vom „Seelenbeben“-Album auf höchst unangenehme Weise Realität. Der glitzernde Verband, der die Brandwunde schützt, wirkte wie ein gewolltes Accessoire.

Am Freitagabend trat Andrea Berg in der ausverkauften Arena auf. Die Show war im wahrsten Sinne des Wortes bombastisch.

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Noch während auf den Bildschirmen ein Sanduhr-Konzertcountdown lief, hatten sich die Fans in Stimmung gebracht – die Halle ist erfüllt von Lachen, Kieksen, Prösterchen. Andrea-Berg-Konzerte sind Partys, fröhliche Weltfluchten für die Zuschauer, die in der Mehrzahl zwischen 40 und 70 sind. Licht aus, Jubel an, so einfach ist das.  Schlag auf Schlag geht es auf der Bühne, von „Piraten wie wir“ über „Du kannst noch nicht mal  richtig lügen“ zu „Ich werde lächeln, wenn Du gehst“. Die Halle singt mit. Berg-Fans sind textsicher.

Im Konzertgeschäft – siehe Udo Lindenberg, Coldplay oder Helene Fischer – geht der Trend zum zirzensischen Spektakel. Auch Andrea Berg lässt sich nicht lumpen. 2014 war sie in „Atlantis“ spektakulär baden gegangen jetzt leuchtet auf der Leinwand hinter der Drachenbühne mal der Mond, ziehen Wolken vorüber, bauen sich tropische Paradies auf, um wieder zu verschwinden – während unten Feuertänzer oder glitzernde Schmetterlingsmädchen tanzen. Zwischendurch dürfen auch mal kleine Zauberdrachen auf die Bühne, die als Kinder aus Leipzig zwischen fünf und sieben Jahren geoutet werden. Zur Belohnung gibt es einen Stoffdrachen, einen Handy-Taschenlampen-Funktions-Sternenhimmel im Publikum und „Weißt Du, wie wieviel Sternlein stehen“ zur Gitarre.

So abwechslungsreich das Geschehen auf der Bühne tobt, so übersichtlich ist die Schlagerwelt, in der es mit der Liebe entweder klappt oder nicht, in der der Partner wahlweise für einen Tag ins Paradies entführt oder auf den Mond geschossen wird. Und genau deswegen sind die Fans gekommen. Sie wollen feiern, mitsingen, klatschen und tanzen mit ihrem Idol, für ein paar Stunden raus aus einer Welt mit zu vielen Parkverbotsschildern und Widersprüchen.

Und Andrea Berg liefert das dazu passende, routinierte Programm. Die Band spielt zum größten Teil den von Balladen unterbrochenen Schlagerrock, den Wolle Petry einst zelebrierte. Immer wieder plaudert die Sängerin neckisch mit dem Publikum: „Habt ihr auch einen Drachen zu Hause?“, fragt sie gespielt naiv. „Das war klar, dass die Männer ,Ja’, schreien, ruft eine im Publikum. Es gehe darum, „einfach zweieinhalb Stündchen abzutauchen, Kummer und Sorgen abzuschalten“, erklärt die 50-Jährige, die allein mit ihren Roben, die mal rot, mal eisblau, mal silbern, mal golden glitzernd, mal lang und mal kurz für Abwechslung sorgen. Sie kann es tragen.

Nach der Pause schwebt sie meterhoch über der Arena, singt „Solang die Erde sich dreht“, das sie für ihren Mann geschrieben hat. „Die Gefühle haben Schweigepflicht“, heißt es später – was keineswegs für die Fans gilt. Erst recht nicht, als sie nicht nur Neue-Deutsche-Welle-Klassiker, sondern auch Ost-Schlager wie „Jugendliebe“ und „Über sieben Brücken musst du geh’n“ zum Besten gibt. Gegen Ende taucht sie auf einer kleinen Bühne am anderen Ende der Arena auf und singt „Diese Nacht ist jede Sünde wert.“ Und lang ist sie, bis 23.15 Uhr geht das Konzert und „Du hast mich tausendmal belogen“, 8000 Mal verstärkt.

Dann ist Schluss. Draußen warten die Taxis und der Alltag – drinnen wird der Glücksdrache wieder abgebaut.

Zusatztermin am 31. Januar 2017 in der Arena Leipzig. Karten u.a. im LVZ Media Store in den Höfen am Brühl, in allen LVZ-Geschäftsstellen sowie über die gebührenfreie Tickethotline 0800  2181050 und online auf lvz-ticket.de

Von Jürgen Kleindienst

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