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Sachsen feiert Wagner – Leipzig bündelt Aktivitäten unter Slogan „Richard ist Leipziger“

Sachsen feiert Wagner – Leipzig bündelt Aktivitäten unter Slogan „Richard ist Leipziger“

„Wenn schon Richard, dann Strauss. Und wenn schon Strauss, dann Johann.“ Der Spruch unter Musikern zeugt von Respekt für jenen, der mit Nachnamen gar nicht genannt wird: Richard Wagner.

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Das Richard-Wagner-Denkmal am Schwanenteich in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Dresden/Leipzig. Seine Musik gilt nicht als leichte Kost, daher die Ehrfurcht. 2013 feiert die Musikwelt den 200. Geburtstag des Komponisten. In seiner deutschen Heimat schmieden Bühnen, Museen oder Vereine einen regelrechten Ring an Ehrungen. Die Geburtsstadt Leipzig bündelt ihre Aktivitäten unter dem Slogan „Richard ist Leipziger“ - was auf dem ersten Blick einer Kampfansage an Bayreuth gleicht.

„Es geht nicht darum, Bayreuth den Rang abzulaufen“, sagt der Chef des Wagner-Verbandes Leipzig, Thomas Krakow. Aber auch auf Leipzig sieht er eine Welle zurollen. Seit jeher reist eine ganze Karawane von Wagner-Jüngern durch die Welt. Krakow kennt Leute, die nur den „Ring des Nibelungen“ im Blick haben. Ein Wagner-Fan aus Israel - dort wird der Komponist wegen der Vorliebe der Nazis für seine Musik bisher nicht öffentlich aufgeführt - sei heute schon fix und fertig, weil Mailand und Paris im kommenden Jahr den „Ring“ in einer Woche aufführen und er sich entscheiden muss, erzählt der Vorsitzende.

Leipzig ist unumstritten der Gralshüter der Wagner-Ehrung 2013 in Sachsen. Vom 18. bis 22. Mai gibt es dort einen internationalen Wagner-Kongress. Am Vormittag des 22. Mai - Wagners Geburtstag - feiert die Stadt ihren Sohn mit einem Festakt, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird erwartet. „1267 Plätze in der Leipziger Oper sind zu verteilen, und alle wollen in der ersten Reihe sitzen“, beschreibt Krakow das Problem. Danach zieht der Wagner-Tross nach Süden weiter. Am Abend bringen Christian Thielemann und das Festspielorchester von Bayreuth dem Jubilar ein Geburtstagsständchen.

Für Thielemann, den gefragtesten deutschen Wagner-Dirigenten, ein Mammutprogramm: Denn knapp 24 Stunden vor dem Auftritt im Bayreuther Festspielhaus will der 53 Jahre alte Chef der Staatskapelle Dresden mit seinem Orchester in der Semperoper „reinfeiern“ - mit Auszügen aus den in Dresden uraufgeführten Wagner-Opern „Rienzi“, „Fliegender Holländer“, „Tannhäuser“ und dem hier entstandenen „Lohengrin“. Wagner war in Dresden einst Kapellmeister und nannte die heutige Staatskapelle „Wunderharfe“. „Wenn der Richard Wagner Geburtstag hat, muss man auch mal die Zähne zusammenbeißen“, sagt Thielemann.

Ein erstes Ständchen gibt die „Kapelle“ am 18. Mai in der Dresdner Frauenkirche. Dort erklingt mit dem „Liebesmahl der Apostel“ auch jenes Werk, das Wagner eigens für dieses Gotteshaus schrieb. Zur Eröffnung der Osterfestspiele Salzburg (23. März) sind die Dresdner und Thielemann mit einem neuen „Parsifal“ präsent. Die Semperoper plant unter anderem Neuproduktion des „Fliegenden Holländers“ und von „Tristan und Isolde“. Leipzig bringt als Premieren „Rheingold“ (5. April) und in Kooperation mit den Bayreuther Festspielen „Die Feen“ (16. Februar) auf die Bühne.

Am 17. Mai 2013 mischt sich in Leipzig die Schwarze Szene unter die Wagner-Gemeinde. Das Völkerschlachtdenkmal war vor 100 Jahren mit Ausschnitten aus dem „Parsifal“ eingeweiht worden. Dieses Programm eröffnet nun das legendäre Wave Gotik Treffen. In Dresden will eine Ausstellung des Stadtmuseums auch der Frage nachgehen, in welchen Gasthöfen Wagner ist seiner Dresdner Zeit zechte. In Leipzig wiederum widmet sich die Alte Nikolaischule dem „jungen Richard“. In der Messestadt kann man mit einem speziellen Stadtplan Spuren des Meisters nachgehen - 25 Punkte sind auf der Karte vermerkt.

Chemnitz steht bei Richard Wagner nur scheinbar im Schatten. Dort kam der erste „Sächsische Ring“ der Nachwendezeit heraus. Für Krakow ist Chemnitz Wagners Schicksalsstadt. Führende Köpfe des Dresdner Maiaufstandes 1849 - zu denen Wagner zählte - waren auf der Flucht in Chemnitz aufgeflogen und saßen nachher lange in Haft. Wagner soll Hilfe von seinem in Chemnitz wohnenden Schwager erhalten haben und so der Falle entkommen sein, berichtet der Chef des Chemnitzer Wagner-Verbandes, Matthias Ries-Wolff. Im Mittelpunkt der Chemnitzer Festwoche steht am 1. Juni 2013 eine „Parsifal“-Premiere.

Jörg Schurig, dpa

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