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Sächsische Kunstmuseen warten auf Informationen zu Sammlung Gurlitt

Sächsische Kunstmuseen warten auf Informationen zu Sammlung Gurlitt

Auch zwei der größeren Kunstmuseen in Sachsen wollen von den Ermittlern und Forschern im Fall Gurlitt Auskunft über vermisste Kunstwerke der klassischen Moderne.

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Werke aus dem Schwabinger Kunstfund. Im Uhrzeigersinn: Hans Christoph: „Paar“, 1924; Max Liebermann: „Reiter am Strand“, 1901; Wilhelm Lachnit: „Mann und Frau am Fenster“, 1923; Antonio Canaletto: „Sa. Giustina in Prà della Vale“ in Padua, 1751/1800

Quelle: Staatsanwaltschaft Augsburg dpa

Dresden. Die Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) haben bereits Anträge auf Informationen über Details der 2012 in München sichergestellten Privatsammlung gestellt, die Städtische Galerie Dresden will das in den nächsten Tagen tun. Die Kollegen in Chemnitz, Leipzig und Zwickau warten indes auf konkrete Funde der Ermittler und Forscher, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Begründete Vermutungen aber gibt es bisher nicht.

„Wir haben bei der zuständigen Staatsanwaltschaft um Auskunft gebeten, ob sich in diesem Konvolut Werke befinden, die einmal den Staatlichen Kunstsammlungen gehörten“, sagte Generaldirektor Hartwig Fischer. Unter den bisher publizierten Werken sei aber keines aus deren Bestand. Die SKD vermissen noch rund 50 Gemälde sowie 300 bis 400 grafische Blätter, die 1937 von den Nationalsozialisten als „Entartete Kunst“ beschlagnahmt worden waren. Einige dieser Werke seien zerstört worden, andere in Museen in Deutschland, Europa oder den USA. „Wieder bei anderen wissen wir aber auch heute nicht, wo sie sich aktuell befinden.“

Viele der gut 1400 bei Cornelius Gurlitt sichergestellten Stücke sind Werke der klassischen Moderne, die von den Nazis diffamiert und aus den Museen entfernt wurden. Dessen aus Dresden stammender Vater Hildebrand Gurlitt (1895-1956) zählte zu Hitlers Kunsthändlern. Auch in Chemnitz beschlagnahmte Werke wurden von ihm gehandelt. Aus den dortigen Kunstsammlungen verschwanden rund 1000 Gemälde, grafische Blätter und Skulpturen. Bei rund der Hälfte ist der Verbleib unbekannt. „Wir warten eher ab“, sagte Generaldirektorin Ingrid Mössinger. Die Experten sollten in Ruhe arbeiten können.

„Es geht wohl auch weniger um Gemälde als viel mehr um Arbeiten auf Papier“, sagte Mössinger. Da sei eine exakte Identifizierung auch wegen der Auflagen schwieriger. Auch die Kollegen der Zwickauer Kunstsammlungen werden nicht aktiv. „Wir verfolgen die Lost Art Internet-Datenbank, das ist das Beste“, sagte Leiterin Petra Lewey. Bei den bisher dort eingestellten 442 Gurlitt-Werken gehe es aber vorwiegend um NS-Raubkunst. Zudem vermisst das Museum vor allem Grafik, und nur ein Pechstein-Gemälde. „Wir haben guten Kontakt zur Forschungsstelle, und wir vertrauen auf die Taskforce.“

Das  Museum der bildenden Künste Leipzig wartet ab. „Wir müssen erstmal die Zeit finden zu recherchieren, welche Werke bei Lost Art eingestellt sind, und das dann abgleichen mit unseren Verlusten“, sagte ein Museumssprecher. „Bisher gibt es keine Hinweise, dass wir da vertreten sind.“

Dresdens Städtische Galerie indes will genaueren Einblick in die Gurlitt-Sammlung. „Wir stellen in den nächsten zwei Wochen formal eine Anfrage an die Staatsanwaltschaft, schicken unsere Verlustlisten ein und bitten um Abgleich“, sagte Direktor Gisbert Porstmann. In den finden sich auch prominente Künstlernamen wie Dix, Klee und Kirchner. Dem Museum fehlen knapp 350 Stücke seiner einst hochkarätigen Expressionistensammlung. „Bisher haben wir bei veröffentlichten Gurlitt-Bildern keine identifiziert, die dazu passen.“

dpa

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