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Schauspiel Leipzig wird Zentrum für Europa-Austausch

Künstler aus der Ukraine zu Gast Schauspiel Leipzig wird Zentrum für Europa-Austausch

Leipzig wird am Wochenende zum Zentrum des europäischen Projekts „Theater, Freiheit, Dialog“. Zehn Stipendiaten aus der Ukraine sind am Schauspiel zu Gast. Im Fokus die Frage: Welche politische Kraft hat die Kunst?

Julia Gonchar, Stipendiatin der European Theatre Convention
 

Quelle: ETC

Leipzig.  „Theater, Freiheit, Dialog“ – unter diesem Motto hat das Schauspiel Leipzig mit der European Theater Convention (ETC) einen Austausch mit Theatermachern aus Ukraine und Belarus initiiert. Am Wochenende wird Leipzig zum Treffpunkt für zehn junge Stipendiaten aus der krisengeschüttelten Ukraine, die in Deutschland, Belgien, Georgien und Österreich tieferen Einblick in die Arbeit an Europas Schauspielhäusern bekommen.

Einige werden bei dem Treffen schon Austausch-Erfahrungen in den politischen und künstlerischen Diskurs einbringen, der von Samstag bis Montag in Leipzig stattfindet. Häuser in Berlin, Graz, Tiflis, Karlsruhe und eben Leipzig haben bereits mit den Stipendiaten gearbeitet, teilte das ETC auf Anfrage mit. Für andere ist Leipzig, die Partnerstadt Kiews, der Start für den sechswöchigen Arbeitsbesuch an Bühnenhäusern in Wiesbaden, Braunschweig, Dortmund, Heidelberg und Liège in Belgien.

Andrew-Palatnyi, Stipendiat der European Theatre Convention.

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Demokratische Strukturen stärken, Brücken schlagen zu Künstlern, die unter teils schwierigen politischen Bedingungen arbeiten - darauf liegt nun auch der Fokus des Projekts, das finanziell vom Auswärtigen Amt gefördert wird. Das Treffen in Leipzig, Kiews Partnerstadt, dreht sich inhaltlich um die Frage, wie Theater eine kritische Öffentlichkeit hervorbringen kann. Dass Bühnenkunst in Leipzig Einmischung in die Gesellschaft bedeutet, hat Intendant Enrico Lübbe erst jüngst mit der Inszenierung „Die Schutzflehenden“ gezeigt, die das Thema Flucht und Asyl beleuchtet.

Verbindung zu Belarus via Skype

Im Dezember wechselt der Schwerpunkt des Projekts nach Kiew. Dann präsentieren ukrainische Künstler einem internationalen Fachpublikum in acht Stücken einen Querschnitt durch die Theaterszene des Landes. Schon im November steht Weißrussland im Zentrum des Projekts: In London beteiligen sich europäische Theatermacher am Demokratiefestival des Belarus Free Theaters. Die Gründer wurden Ende 2010 aus Weißrussland ausgewiesen und erhielten in Großbritannien politisches Asyl. Das Engagement für mehr Demokratie in ihrer Heimat, die Kritiker als die letzte Diktatur Europas bezeichnen, haben sie nicht aufgegeben. Laut ETC läuft die Entwicklung von Stücken mit Schauspielern in Minsk nun via Skype.

Das Schauspiel Leipzig ist seit Ende 2013 Mitglied der ETC, Europas größtem Netzwerk öffentlicher Theater. Rund 40 Häuser in mehr als 20 Ländern gehören der Vereinigung an, die Vernetzung fördert und die Interessen der Theatermacher gegenüber der Europäischen Union vertritt.

Von Evelyn ter Vehn

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