Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 5 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Schauspieler Alfred Müller gestorben - „James Bond des Ostens“

Schauspieler Alfred Müller gestorben - „James Bond des Ostens“

Berlin. Der Schauspieler Alfred Müller ist tot. Er starb im Alter von 84 Jahren, wie seine Künstleragentur am Samstag in Berlin bestätigte.

Der gebürtige Berliner galt als James Bond des Ostens, weil er 1963 durch den DDR-Agententhriller „For eyes only“ („Streng geheim“) bekanntgeworden war. Zu DDR-Zeiten spielte er mehr als 100 Film- und Fernsehrollen und trat darüber hinaus jahrelang am Maxim-Gorki-Theater auf.

Nach der Wende war er unter anderem in den TV-Serien „Unser Charly“ und „Polizeiruf 110“ zu sehen. An der Dresdner Komödie stand er noch im vergangenen Jahr in dem Lustspiel „Eine gute Partie“ auf der Bühne. Zuletzt tourte er mit einem Tucholsky-Abend durch verschiedene deutsche Städte.

Dass er oft auf seine frühe Rolle als tollkühner Stasi-Spion reduziert wurde, brachte Müller auch im hohen Alter noch in Rage. „Als hätte ich nichts anderes gemacht“, schimpfte er kurz vor seinem 80. Geburtstag. Nur zwei Jahre nach dem Erfolg von „For eyes only“ spielte er in der DEFA-Produktion „Das Kaninchen bin ich“ einen skrupellosen Richter. Das SED-Regime verbot damals den Film, der sich kritisch mit den Verhältnissen in der DDR auseinandersetzte.

Nach dem Mauerfall blieb Müller zwar im Geschäft, aber die Angebote wurden weniger. „Den Fuß habe ich nicht wieder richtig reingekriegt“, bilanzierte er vor einigen Jahren. Seinen größten Bühnenerfolg im Westen feierte er in den 90er Jahren auf der Musicalbühne des Berliner Theater des Westens. Dort sang und tanzte er sich durch fünf Produktionen, und für das Musical „Blue Jeans“ lernte er mit fast 70 Jahren noch Rock’n’Roll.

Wann und unter welchen Umständen der populäre Schauspieler starb, wollte seine Agentur auf Wunsch der Familie nicht mitteilen. Müllers Angehörige veröffentlichten am Samstag eine Traueranzeige in der „Berliner Zeitung“. Darin heißt es, Müller werde auf eigenen Wunsch im engsten Familienkreis seebestattet.

Wegen des Todes von Alfred Müller ändert der MDR sein Programm und zeigt am Sonntag noch einmal dessen Filme „Spaßvögel“ und „Finanzbeamte küsst man nicht“.

Axel Hofmann, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipziger Buchmesse

    Leipziger Buchmesse und LVZ-Autorenarena bieten vom 23. bis 26. März 2017 wieder ein volles Programm. Alle Infos hier! mehr

  • Schauspiel Leipzig
    Mikrologo Schauspiel Leipzig

    Theater in Leipzig: Höhepunkte, Premieren, Spielplan und Angebote der Spielzeit 2016/2017 im Schauspiel Leipzig mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Das Museum zum Arabischen Coffe Baum erstrahlt in neuem Glanz. Hier gibt es exklusive Einblicke! mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr