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Schmonzette ohne Flöte: Weihnachten mit The Fuck Hornisschen Orchestra

Schmonzette ohne Flöte: Weihnachten mit The Fuck Hornisschen Orchestra

Ob aus vollem Herzen oder notgedrungen: Auch Leipziger Szene-Künstlern ist momentan weihnachtlich zumute. Allen voran dem The Fuck Hornisschen Orchestra, der hiesigen Version von Modern Talking.

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Finden garantiert unter jedem Weihnachtsbaum Geschenke zum Musizieren: Julius Fischer (links) und Christian Meyer.

Quelle: Voland & Quist

Leipzig. Es ist immer schön, ein bisschen Name­dropping in der Hinterhand zu haben. Auch die Kollegen vom Neuen Schauspiel Leipzig wissen das, und daher kündigen sie das Slampop-Duo The Fuck Hornisschen Orchestra mit einem Zitat von Marc-Uwe Kling an. "Wie Modern Talking, nur witzig und mit Musik", beschreibt der Berliner Comedian seine Leipziger Kollegen.

Das scheint nur auf den ersten Blick völlig grotesk. Bei näherer Betrachtung fällt auf: Wie Modern Talking kommt auch The Fuck Hornisschen Orchestra mit einem dunkelhaarigen Sänger (Christian Meyer) und einem blonden Mann mit Gitarre (Julius Fischer) daher. Und was die Achtziger-Trashpop-Ikonen an Plattenverkäufen aufzuweisen haben, machen die Leipziger mit Spitzenplätzen bei Slam-Contests und umjubelten Tourneen wett.

Schließlich noch eine Gemeinsamkeit: Die Blondschöpfe beider Gruppen schreiben erfolgreich Worte auf tote Bäume und behandeln dabei vornehmlich Selbsterlebtes. Über Dieter Bohlens Bücher muss nichts mehr gesagt werden. Fischers neuester Streich heißt "Die schönsten Wanderwege der Wanderhure" und enthält treffende Beobachtungen bis ins angehängte Glossar ("Glossar, das: beliebige Auswahl scheinbar substanzieller Begriffe zur Erhöhung der Illusion von Wissenschaftlichkeit eines historischen, philosophischen, medizinischen oder Science-Fiction-Romans").

Man könnte es auch so formulieren: Die neueste Fischer-Publikation ist wie ein Bohlen-Buch, nur witzig und mit Text.

Aber zurück zu The Fuck Hornisschen Orchestra: Das Duo gibt am Wochenende zweimal in Leipzig die "Weihnachtsschmonzette". Dabei singen die beiden traditionelle Weihnachtslieder oder passen die Songs vom aktuellen Album des Mini-Orchesters wenigstens dem festlichen Anlass an. So verwandelt sich etwa der Titelsong "Hoffnung 3000" in "Christmas 3000". Ein paar neue Lieder haben Fischer und Meyer für die 2013er Ausgabe der Show obendrein ins Programm genommen.

Für die zwei Vielspieler sind die Weihnachtskonzerte seit Jahren ein Abenteuer. Während sich beim normalen Bühnenprogramm während einer Tour allerhand einschleift, bleibt die Schmonzette im steten Fluss. "Es ist ja nur einmal im Jahr Weihnachten", bemerkt Julius Fischer, "deshalb probieren wir vorm Publikum aus, was funktioniert."

So wird jede Weihnachtschmonzette eine einzigartige. Nur das Drumherum ist stets festlich. "Es gibt Leckereien, Weihnachtslieder und Glamourschmuck", kündigt Julius Fischer an, und außerdem "Girlanden, Leuchtkugeln und ein Glockenspiel - aber keine Blockflötengruppe."

Also in einem Satz: Die Show ist wie Weihnachten, nur witzig und mit Musik.

The Fuck Hornisschen Orchestra: Weihnachtsschmonzette, Freitag, 20.30 Uhr, Neues Schauspiel (Lützner Straße 29), Samstag, 22 Uhr, Ilses Erika (Bernhard-Göring-Straße 152)

Sowieso versperrt sich die Leipziger Szene Weihnachten keineswegs. Schon am Mittwoch steht um 20 Uhr das legendäre Weihnachtsspiel im Ilse Erika (Bernhard-Göring-Straße 152) an. Die Macher des Tanzcafés inszenieren "Ghostbusters" nach dem Vorbild der berühmten Geisterjäger-Komödie von 1984. Ähnlich skurril dürfte das "Krippenspiel ohne Jesus" geraten, das in der Wärmehalle Süd (Eichendorffstraße 7) am Donnerstag um 20 Uhr unter der "r"-losen Überschrift "Bäuche" im Programm steht. Freitag und Samstag führen Pop- und Jazz-Studenten der Hochschule für Musik und Theater (Grassistraße 8) und die HMT-Big-Band jeweils um 19.30 Uhr in einem "Christmas-Special" vor, wie Weihnachten bei der Familie Lorz daneben geht.

Alle Jahre wieder gebiert Olaf Schubert mit den Kumpanen ein Krippenspiel, das heuer mit "KeinOHRJesus - Oma Maria dreht ab!" übertitelt ist: von Samstag bis Dienstag, jeweils 20 Uhr, auf dem DHfK-Campus (Jahnallee 59). Zum jährliche Ritual gehört leider auch, dass alle Vorstellungen längst ausverkauft sind.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.12.2013

Uwe Schimunek

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