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Schräge Nummer in Berlin: Ina Müller ist heimlicher Star der "Echo"-Verleihung 2011

Schräge Nummer in Berlin: Ina Müller ist heimlicher Star der "Echo"-Verleihung 2011

  Ina Müller kennt ihre Pappenheimer. „Einige sind ja nur wegen der Aftershow hier“, stichelt die „Echo“-Moderatorin schon während der Gala.

Nach drei Stunden auf wirklich unbequemen Stühlen wünscht sich vermutlich 99 Prozent der Gäste im Funkturm-Palais Berlin: Raus aus der Halle, ran ans Bier. Das wird auch der kühnen Ina gefallen, also rein ins Party-Gewühl. Frau Müller muss doch zu finden sein.

Nur wer mit dem lila Bändchen am Handgelenk winkt, darf sich mit den Stars durch die Hallen drängeln. Im Foyer geht es nur millimeterweise voran, an der Treppe strandet Max Raabe. Der Mann war auffällig geworden durch eine extrem kurzweilige Laudatio für Annette Humpe, die den Echo fürs Lebenswerk bekam. „Ich habe mir angeschaut, wie die anderen Laudatoren das so gemacht haben, und es sollte auf jeden Fall anders sein“, sagt er. Volltreffer. So muss Ina Müller ihre Moderation auch geplant haben, die ist aber immer noch nicht aufgetaucht.

Rückblende: Donnerstagmittag auf der 1000-Quadratmeter-Bühne der „Echo"-Gala. Ina Müller rückt ihre Brille zurecht, Peter Maffay weiß noch nicht, von wo er auftreten soll, ein Heer unechter Matrosen steht auf den Podesten in Bereitschaft. Noch sieben Stunden bis zur Live-Schalte. Funkturm-Palais, 20.15 Uhr. Aus Zuschauersicht klappt jetzt alles perfekt. Die Matrosen tanzen und Ina Müller singt und schnoddert sich durch den Abend, dass dem öffentlich-rechtlichen Publikum die Ohren klingeln müssen.

„Frag mal was mit nackt“, gibt sie ihrem MTV-Kollegen Joko Winterscheidt Interview-Tipps für Take That. Lena begrüßte sie herzhaft mit „du blöde Kuh“, schließlich hat sie ihr in der Kategorie „Künstlerin National Rock/Pop“ den Echo weggeschnappt. Und ihre Frage an die Branchen-Bosse, „ob sich eine Frau mit 45 noch hochschlafen kann“, wird mit einem eindeutigen Nein quittiert.

„Die Ina hat das so geil moderiert, da konnte alles andere auch nicht so verkehrt sein“, sagt Handballer Silvio Heinevetter, der mit Freundin Simone Thomalla durch die rappelvollen Lounges der Aftershow-Party streift. Ebenfalls im Doppelpack sind Schauspieler Wayne Carpendale und Moderatorin Annemarie Warnkross unterwegs. Auf die Frage, was ihr besonders gut gefallen hat, kommt sie gleich nach Lenas „Taken by a stranger“ auf Kollegin Müller zu sprechen: „Schön, dass sie moderiert und gesungen hat, das ging so alles ineinander über.“

Die Luft wird dicker, auf der Aftershow-Party wird gequalmt. Vielleicht liegt es daran, dass die, über die alle reden, wie von Nebeln verschluckt scheint. Immerhin geht augenblicklich der „Silbermond“ auf, und Sängerin Stefanie Kloß strahlt auch wieder, nachdem sie bei der Gala ein paar Tränchen der Rührung verdrückt hat. Die Bautzener gewannen den „Radio Echo“, „ein sehr emotionaler Moment“, sagt Stefanie Kloß, „zu sehen, dass die Fans für uns Voten, obwohl wir öffentlich gerade nicht viel machen.“ Die Band bastelt am neuen Album, kam zur Gala den ersten Tag aus dem Probenraum raus.

Raus wäre schön. Raus an die frische Luft, oder einfach raus aus den Schuhen. So wie Ina Müller, die während der Gala auch mal die High-Heels abstreift und barfuss anmoderiert. Sieht ja keiner im Fernsehen. Aber hier schon. Die Schuhe bleiben an, ein Pausenplatz muss her. Ina Müller kann warten.

Ach, aber da steht sie ja. „Echo“-los und auch irgendwie schwerelos, zumindest erleichtert. „Ich hatte schon ein bisschen Bammel vor der Echo-Moderation“, gibt sie zu. „Aber es hat riesig Spaß gemacht“. Ob sie noch mal ihre gemütliche Kneipe gegen eine Mega-Bühne tauschen will, weiß sie noch nicht. Bleibt noch die Frage, was die ARD von ihrer ganz schön schrägen Nummer hielt. „Der Chef war gerade da und hat sich bedankt“, strahlt sie. Na dann ist ja gut.

Evelyn ter Vehn

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