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Scorpions spielen furioses Jubiläumskonzert in der Arena

50 Jahre Rockgeschichte Scorpions spielen furioses Jubiläumskonzert in der Arena

50 Jahre sind auch im Rockzirkus eine lange Zeit. Kein Wunder also, dass es sich die Scorpions derzeit nicht nehmen lassen, ihr rundes Bandjubiläum mit einer ausgiebigen Tour zu begehen. Beim Stopp in der Leipziger Arena lieferte die Band um Klaus Meine und Rudolf Schenker dann auch das, was man von ihr erwartet: Ein schnörkelloses Rockkonzert, ohne unnötigen Bombast.

Ein halbes Jahrhundert Rock-Geschichte: Die Scorpions in der Arena.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Abschiedstournee, Rücktritt vom Rücktritt, ein neues Album, ein Wechsel am Schlagzeug, ein 50. Geburtstag und ein Tourabbruch – Langeweile kam beim geneigten Scorpions-Fan in den vergangenen Jahren sicherlich nicht auf.

Nachdem auch noch das bereits für das Frühjahr 2016 angesetzte Gastspiel der Hannoveraner wegen einer akuten Kehlkopf- und Luftröhrenentzündung von Sänger Klaus Meine verschoben werden musste, kam auch noch Ungewissheit hinzu. Die bange Frage, die vor dem Konzert in der Arena unter den knapp 7000 Fans die Runde macht, ist dann auch: Wie werden sich die inzwischen dem Rentenalter enteilten Rocker im 51. Bandjahr präsentieren?

Die Scorpions spielten am 25.11.2016 in der ausverkauften Arena Leipzig.

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Furioser Auftakt vor beeindruckender Kulisse

Knapp vier Minuten benötigt das Quintett, um Sorgenfalten in ein Lächeln zu verwandeln. Bereits beim eröffnenden „Going Out With A Bang“ zeigt sich die Band erstaunlich vital, vor allem der 68-jährige Meine hat sicht- und hörbar Lust aufs Leipziger Publikum und unternimmt immer wieder Ausflüge auf den Bühnenausleger, um das Publikum anzuheizen. Musikalisch greift die Band zum Jubiläum tief in die heimische Schatzkiste. „Make It Real“ und „The Zoo“ komplettieren das Eröffnungstrio, bevor mit einem Medley aus „Top Of The Bill“, „Steamrock Fever“, „Speedy’s Coming“ und „Catch Your Train“ die Tür zur mit Krautrock getränkten Frühphase weit aufgestoßen wird.

Auch optisch trägt man dem runden Geburtstag Rechnung: Auf gleich vier Videoleinwänden werden die Urgesteine der deutschen Rocklandschaft überlebensgroß in Szene gesetzt, dazwischen immer wieder Videoinstallationen und Effekte eingespielt. Gigantomanie für die einen, angemessene Selbstwürdigung für die anderen – letztlich aber genau das, was ein Rockkonzert von diesem Format ausmacht.

Sympathische Ehrung

Zum Blickfang wird auch immer wieder Neu-Drummer Mikkey Dee, dessen imposanter Arbeitsplatz hoch über seinen Mitmusikern thront. Überhaupt scheint der Ex-Motörhead-Taktgeber noch einmal ordentlich Schwung ins Bandgefüge gebracht zu haben. Sympathisch auch, dass Dees im vergangenen Jahr gestorbenem Bandboss Lemmy Kilmister mit einem furios vorgetragenen „Overkill“-Cover gedacht wird, bevor der Däne im Anschluss ein überaus rasantes Solo zum Besten gibt.

Unvermeidlich ist natürlich das in der Mitte des Sets platzierte „Wind of Change“, das sich an ein ausgiebiges Akustik-Medley anschließt. Ein Song, der angesichts der derzeitigen Weltlage aktueller den je sein, wie Sänger Meine betont. Da stört es auch nicht, dass der nur spärlich gefüllte vordere Publikumsblock bei der obligatorischen gemeinsamen Gesangseinlage vom Rest der Halle deutlich übertönt wird.

Im Herzen Rocker geblieben

Balladen hin oder her: Die Scorpions sind auch anno 2016 noch eine waschechte Rockband. Das wird insbesondere zum Ende des Auftritts deutlich, bei dem Rudolf Schenker und Matthias Jabs zu „Blackout“ und „No One Like You“ die Gitarren glühen lassen.

Die obligatorische Zugabe verdeutlicht schließlich exzellent die beiden musikalischen Pole, zwischen denen die Scorpions seit jeher pendeln: Mit „Still Loving You“ wird zunächst ein weiterer Schmacht-Klassiker präsentiert, bevor das abschließende „Rock You Like A Hurricane“ nach rund zwei Stunden einen fulminanten Schlusspunkt setzt – und noch einmal demonstriert, warum die Scorpions völlig verdient als eine der wichtigsten und musikalisch einflussreichsten deutschen Bands gelten.

Einziger Wermutstropfen bleiben dann – neben dem teils blechernen Sound – die mit der Anheizerrolle bedachten Beyond The Black. Auch wenn sich Frontfrau Jennifer Haben und ihre inzwischen komplett neue Hintermannschaft redlich bemühen, bleibt das Gebotene doch oftmals zu generisch, zu sehr auf Massentauglichkeit gestrickt, um wirklich mitzureißen. Ein Ausrutscher, der aber den insgesamt positiven Gesamteindruck nur geringfügig schmälert.

Von Bastian Fischer

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