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Sebastian Krumbiegel stellt seine neue Band in Leipzig vor

Sebastian Krumbiegel stellt seine neue Band in Leipzig vor

Leipzig. Mit den Prinzen wurde Sebastian Krumbiegel einstmals ein wahrer Popstar. Seit vielen Jahren wagt der Leipziger Sänger aber auch Ausflüge auf das Soloparkett.

Am 26. März stellt er in der Leipziger Kongresshalle sein inzwischen drittes, ohne seine Prinzen-Kollegen entstandenes Album "Tempelhof" live vor.

Zur Einstimmung auf das Konzert sprach Sebastian Walther mit Sebastian Krumbiegel über Kapitalismus, Montagsdemos und stillgelegte Flughäfen.

Frage: Wie wichtig ist Ihnen die Moral in den Songs des Albums?

Sebastian Krumbiegel: Es ist eine wichtige Komponente, aber auch immer mit Vorsicht zu genießen. Mir geht es letztlich darum, meine Meinung zu sagen, denn so bin ich erzogen worden. Dafür nutze ich gerne die Bühne und schmiere den Menschen meine Ansichten ungefragt auf’s Butterbrot. Ich bin Leipziger und habe gemeinsam mit vielen anderen bei den Montagsdemos die Erfahrung gemacht, dass man Sachen ändern kann, wenn wir unser Maul aufreißen.

Wie war es denn auf einem stillgelegten Flughafen?

Tempelhof nimmt dich gefangen. Einerseits die Architektur, andererseits die Geschichte, wo man zuerst ans Dritte Reich denkt, an die Rosinenbomber, die Luftbrücke. Das Klima, das da zurzeit herrscht, ist ein sehr ruhiges und das war es auch, was uns dort hingelockt hat: dass da ein Typ sitzt, der sich ein Tonstudio eingerichtet hat. Mit alten Instrumenten, Mischpulten, analogem Equipment - und das war für die Platte genau der richtige Ort. Wir wollten sie live aufnehmen, so wie Elvis einst seine ersten Platten aufgenommen hat. Wir saßen zu viert in einem Raum und haben ein Lied so lange gespielt, bis wir den berühmten magischen Moment erreicht hatten.

Und dafür haben Sie nur sieben Tage gebraucht?

Ja, wir haben an jedem Tag im Schnitt zwei Lieder aufgenommen. Nach der ersten Session mit drei Tagen hatten wir sechs Titel fertig, wir waren selbst überrascht, wie gut es gelaufen ist. Eigentlich kann man sagen: Das ist eine Live-Platte. Alles wurde live eingespielt, inklusive Gesang.

Als Band fungieren die Feinen Herren, eine Handvoll Musiker, die Sie sich gesucht haben, „weil wir uns bei den Prinzen zu lange kennen“. Wie ist das gemeint?

Zu lange kann man sich eigentlich nicht kennen, aber wenn man sich sehr gut kennt, weiß man oft, was der andere sagen will, wenn man ihn fragt. Und so ist es schwierig, überhaupt noch eine Reibung zu erzeugen. Daher sind wir als Prinzen auch so offen für neuen Einfluss auf die Band. Mit neuen Musikern zusammenzuarbeiten ist, als wäre man neu verliebt: Alles liegt vor einem, nichts hinter dir. Fremdgehen in der Musik ist total geil! Mir geht es mit „Tempelhof“ daher auch wie mit meiner ersten Platte.

Wird es trotzdem ein neues Prinzen-Album geben?

Anfang 2011 werden wir das 20-jährige Bandjubiläum mit einem neuen Album feiern. Es ist ein Segen, einen solchen Hafen zu haben. So dass ich mir leisten kann, solche Sideprojekte zu machen, aber auch ernst zu nehmen.

Auf dem Album stimmen Sie „Das Lied der Verweigerung“ an. Wem verweigern Sie sich?

Das ist einer der wenigen ironischen Titel auf der Platte. Meine Lieblingszeile ist: „Wer hat eigentlich das Geld erfunden und warum so wenig, ich versteh’ das System nicht.“ Hochtrabend gesagt geht es um Kapitalismuskritik, und das ist schon etwas, dem ich zustimmen könnte. Ich habe den Song aber nicht alleine geschrieben, sondern mit einer Berliner Musikerin mit einer schon radikalen Weltsicht.

Am 26. März, 20 Uhr, sind Sebastian Krumbiegel und Die feinen Herren mit „Tempelhof“ zu Gast im Spiegelzelt des Krystallpalastes in der Kongresshalle. Karten gibt’s unter Tel 0341/140660.

Internet: www.sebastian-krumbiegel.de, www.kongresshalle-leipzig.com

red.

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