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Shakespeare mit Wurst: Ubiquity Theatre Company mit "The Tempest" in der ausverkauften Nato

Shakespeare mit Wurst: Ubiquity Theatre Company mit "The Tempest" in der ausverkauften Nato

Nur drei Monate hatten die elf Schauspieler der englischsprachigen Amateurtheatergruppe Ubiquity Zeit, um Shakespeares "Der Sturm" auf die Bühne zu bringen. Bei der Premierenvorstellung am Donnerstagabend in der Nato saßen Text und Kostüme jedoch perfekt.

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Ein mystischer Sturm trieb den Königsklan auf eine einsame Insel: Regisseur Gareth Knapman (2. v. l.) spielt auch den berauschten Kellermeister Stephano.

Quelle: André Kempner

Vergebung ist immer möglich. Die Botschaft von "The Tempest" ist simpel, die Handlung selbst nicht so ganz. Im Groben geht es um einen Zauberer, der vom König aus Mailand verbannt wird. Zusammen mit seiner kleinen Tochter Miranda erleidet der Ausgestoßene Schiffbruch auf einer einsamen Insel. Mittels Magie macht er sich das Eiland zu eigen und nimmt einen Ureinwohner und einen Luftgeist in seine Dienste. Eines Tages segeln König, Prinz und Gefolgschaft zufällig an der Insel vorbei. Der Zauberer weist den Luftgeist an, einen Sturm heraufzubeschwören. Daraufhin strandet die Bootsbesatzung auf der Insel. Zauberertochter Miranda und der Prinz laufen sich über den Weg und verlieben sich, die Rachegedanken des Zauberers schwinden, und es läuft darauf hinaus, dass alle gemeinsam wieder nach Mailand zurückschippern.

"Unglück beschert einem Mann seltsame Bettgenossen", ist eine von vielen Erkenntnissen, die Shakespeare in sein letztes Theaterstück einfließen ließ. In der Romanze wimmelt es vor mehr oder weniger offensichtlichen Anzüglichkeiten, die beim Publikum immer wieder für Gelächter sorgen. Die Theatergruppe setzt noch eins obendrauf, indem sie den Königsklan mit Würsten statt Schwertern ausstattet. "Die Wurst ist ein Statussymbol. Je länger die Wurst, desto mehr hat die Person zu sagen", erklärt Regisseur Gareth Knapman mit einem Augenzwinkern. Der 32-Jährige stammt aus Birmingham, der Partnerstadt von Leipzig. Seit acht Jahren lebt der gelernte Schauspieler inzwischen in Deutschland. In der Ubiquity Theatre Company (Ubiquity bedeutet Allgegenwärtigkeit) setzt er sich dafür ein, Theater auch den Menschen nahe zu bringen, die normalerweise nicht viel mit dieser Kunst zu tun haben. Dass die Mitwirkenden dabei ihr Englisch aufpolieren können, ist ein positiver Nebeneffekt.

Bei "The Tempest" stehen sowohl Muttersprachler als auch Nichtmuttersprachler aus England, Deutschland und Indien im Alter von 13 bis 40 Jahren auf der Bühne. Die Altersspanne und die unterschiedliche Theatererfahrung seien bei den Proben eine Herausforderung gewesen, sagt Knapman. "Es war schwierig, die Schulferien und die Arbeitszeiten der Darsteller unter einen Hut zu bekommen." Besonders stolz ist der Brite auf den 13-Jährigen Karl Simon, der den Ureinwohner Caliban spielt. "Er stand das erste Mal auf der Bühne und hat Englisch nur in der Schule gelernt."

Das trifft auf die meisten Beteiligten zu, sodass die altertümliche Sprache auch für ungeübte Ohren verständlich ist. Trotzdem freut sich das Gehör immer wieder über das wohlartikulierte Englisch der Muttersprachler und fortgeschrittenen Lerner.

"The Tempest" ist wieder am Sonntag, 17 Uhr, in der Nato (Karl-Liebknecht-Straße 48) zu sehen, Eintritt 9/7 Euro

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.08.2013

Felix Forberg

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