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"Sie heißen wie das Bier!" - Judith Freiin Speck von Sternburg

"Sie heißen wie das Bier!" - Judith Freiin Speck von Sternburg

"Sie heißen wie das Bier", sagen die Leipziger manchmal zu ihr. Diesen kleinen Irrtum rückt sie lachend zurecht: "Nein, das Bier heißt wie ich!" Judith Freiin Speck von Sternburg - so steht es in ihrem Personalausweis.

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Sie heißt wie das Bier - oder besser: Das Bier heißt wie sie. (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Ein Name und ein Gesicht, an das man sich in Leipzig schon gewöhnen darf. Allerdings genügt ihr die Light-Version "Judith von Sternburg". Viel Adelsbrimborium betreibt die Journalistin nicht; mit der knapperen Form ihres Namens unterschreibt sie auch ihre Artikel in der Frankfurter Rundschau.

Die Nichte von Kunstmäzen Wolf-Dietrich Speck von Sternburg (80) wird in Leipzig noch manches zu tun bekommen. Bereits jetzt sitzt sie an seiner Seite im siebenköpfigen Stiftungsrat der Speck-von-Sternburg-Stiftung. Die Stiftung erhält und bewahrt die umfangreiche Kunstsammlung des Vorfahren Maximilian (1776-1856), die im Bildermuseum beheimatet ist. Da Wolf-Dietrich ledig ist und keine Kinder hat, wurde die Tochter seines Bruders zur Nachfolgerin bestimmt. Wenn der agile Herr eines hoffentlich noch fernen Tages nicht mehr will oder kann, setzt sie sein Werk fort.

Eine Bürde sei das nicht, sagt Judith von Sternburg. Belastend waren nur die Umstände, die sie in die Rolle der potenziellen Sternburg-Statthalterin in Leipzig brachten. Denn das sollte eigentlich ihr Bruder Maximilian übernehmen. Der Kunsthistoriker und Biologe war bereits in die Spur neben dem Onkel getreten. Doch der 34-Jährige kam vor zwei Jahren bei einem Verkehrsunfall in Wiesbaden ums Leben.

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Die nächste "von Sternburg" in Leipzig: Judith von Sternburg (47) wird das Erbe ihrer Vorfahren in den kommenden Jahrzehnten weiterführen.

Quelle: André Kempner

Mit dem Wissen um die Schafzucht, das Bier und die Bildersammlung ihrer Lützschenaer Vorfahren ist Judith in Wiesbaden aufgewachsen, zusammen mit zwei Geschwistern. Ihr Vater Wilhelm (75) war Chefredakteur des Hessischen Rundfunks. Obwohl sie beruflich mehr in der Literatur und im Theater zu Hause ist, fühlt sie sich auch der Malerei verbunden. Von Bildern war sie zu Hause umgeben. Das Ausmaß der in Leipzig lagernden Sternburgschen Bildersammlung war ihr jedoch lange Zeit nicht bekannt. Mittlerweile kennt sie die Highlights, "aber ich könnte sicher nicht spontan eine Führung machen wie mein Onkel". Welche Rolle Wolf-Dietrich von Sternburg in Leipzig nach der Wende eingenommen hat, dass er hier stadtbekannt ist und hoch verehrt wird, das hat die Kulturjournalistin erst allmählich verstanden. Die eher kleine Familie sei sehr froh darüber, dass der traditionsbewusste Onkel sich so intensiv um das Familienerbe kümmert und Leipzig zu seinem zweiten Wohnsitz, neben München, gemacht hat. Den Schlosspark Lützschena hat er nach der Wende zurückgekauft, er gehört dem 80-Jährigen privat.

Schön sei es, in Leipzig die Wurzeln der Familie Sternburg zu spüren. Drei-, viermal im Jahr kommt die unverheiratete und kinderlose Nachfahrin nach Leipzig. Beruflich vor allem wegen der Buchmesse und privat wegen der Stiftungsratssitzungen. Da geht es dann meist darum, über die Verwendung der knappen Gelder zu entscheiden. "Leipzig gefällt mir sehr gut, das wäre eine Stadt, in der ich gut leben könnte", sagt die Adelsfrau, die in Frankfurt wohnt und weder Auto noch Führerschein besitzt. Sie reist mit der Bahn, und da sie "sehr gern arbeitet", wird sie nicht so oft in Leipzig sein können.

Eine Freiin, erklärt die 47-Jährige amüsiert, bedeutet übrigens "unverheiratete Tochter eines Freiherrn und einer Freifrau". Also ein Fräulein, wie man in bürgerlichen Kreisen sagen würde. Auch wenn sie aus dem Fräulein-Alter heraus ist, soll das im Ausweis nicht geändert werden: "Da bestehe ich drauf, das ist nun mal mein Name!"

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.05.2015

Kerstin Decker

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