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Simply-Clever-Nachfolger: Filmstudenten aus Dresden sammeln Geld im Netz

Simply-Clever-Nachfolger: Filmstudenten aus Dresden sammeln Geld im Netz

Hindrich und Günther kehren zurück. Die zwei moped- und skibegeisterten Dresdner, welche der deutschen Sprache so schöne Worte wie "fluktual" und "spielentscheidend" wiedergaben.

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Als Filmstudenten müssen Hannes und Franz gehörig rechnen, um den neuen Film produzieren zu können.

Quelle: makiVISUAL

Leipzig/Dresden. Hinter den beiden verbergen sich Franz Müller (25) und Johannes Kürschner (23) - zwei Filmstudenten aus Mittweida, die mit "SIMPLY clever" im vergangenen Sommer einen Internet-Hit landeten. Abertausende sahen den Kurzfilm mit englischen und hochdeutschen Untertiteln. Der Streifen lief beim Filmfest Dresden, beim Back-Up-Festival in Weimar holten die beiden jungen Filmemacher den Herzblut-Award.

Nun soll eine Fortsetzung entstehen. Im Roadmovie werden Hindrich und Günther zweitaktbetrieben in den Osten geschickt. Um das Geld für die Produktion zu sammeln, entschieden sich die beiden Studenten ihre Anhänger einzubinden. Auf der Crowdfunding-Plattform Startnext stellten sie ihr Gesuch Anfang Dezember ein. Binnen kürzester Zeit kam der Betrag von 4000 Euro zusammen. Das hat selbst die Macher überrascht. Wie die beiden anfingen, was die Hindrich und Günther im neuen Film erwartet, und ob die beiden wirklich mitteldeutsche Originale sind, verraten sie im LVZ-Interview.

LVZ:

"SIMPLY clever" ist im vergangenen Sommer im Netz zum Überraschungserfolg avanciert. Wie schafft man so etwas als mittelloser Filmstudent?

Franz:

Das ist damals alles spontan entstanden. Das erste waren die Aufnahmen in Bärenfels.

Hannes:

Unser erster Film sollte ja gar kein Film werden. Der war gedacht, um mich als Fahrer vorzustellen, für die Ski-Filme, die wir drehen. Da hatten wir die Szenen mit dem Moped schon gedreht.

Franz: Kurz vor dem Dresdner Filmfest haben wir uns dann gedacht: Lass doch nen richtigen Film draus machen. Da haben wir dann eine Geschichte dazu gesponnen. So kam es zu SIMPLY Clever.

Hannes: Der Film steht nun seit April im Netz und hat schnell viele Freunde gefunden. Das hat sicher auch damit zu tun, dass wir beim Filmfest Dresden liefen und da direkt vor Ort waren. Gerade unter Studenten hat sich das Ding extrem schnell rumgesprochen.

Ihr seid Filmstudenten in Mittweida. Ist der Dialekt nur aufgesetzt, oder seid ihr authentische Dresdner, im Schatten der Harbig-Giraffen groß geworden?

Hannes: Wir haben Medientechnik Film und Fernsehen studiert und schreiben gerade unsere Bachelor-Arbeit. Wir sind tatsächlich authentische Dresdner. Ich komm´ aus Pillnitz, der Franz aus Niedersedlitz. Auch wenn der Schatten wohl nicht bis ganz zu uns gereicht hat. Vielleicht wenn die da ne 1000-Watt-Birne reingeschraubt hätten.

Franz: Der Dialekt ist nicht aufgesetzt. Ich kann auch gar kein Hochdeutsch.

Hannes: Wir versuchen, unsere Sprache so beizubehalten, wie wir quatschen. Dadurch, dass wir den Dialekt durchziehen und dann auch noch untertiteln, kommt für viele Leute eine humoristische Grundstimmung in unseren Filmen zum Tragen. Wir haben ja auch eine ostalgische Verbindung. Dadurch, dass wir mit uralten Rinden (gemeint sind Ski; red.) von Germina durch die Gegend rasseln. Dieser Zwiespalt zwischen neuem West-Zeug und alter Ost-Qualität, das wird auch im neuen Film eine Rolle spielen. Wir werden ja sehen, was dabei rauskommt!

Die Finanzierung von "SIMPLY THE WORST" wird via Crowdfunding gestemmt. Habt Ihr dabei mit einem solchen Zuspruch gerechnet?

Hannes: Wir haben uns fürs Crowdfunding entschieden, weil wir das Potenzial in unseren Filmen erahnt haben. Durch den ersten Film hatten wir bereits einen Fankreis. Wir wussten vorher nicht, wie so was läuft, also sind wir da sehr vorsichtig rangegangen. 4000 Euro hatten wir uns als Ziel gesetzt. Das wäre das absolute Minimum gewesen, um diesen Film drehen zu können.

Franz: Wir waren uns schon recht sicher, dass wir das Geld zusammen bekommen. 4000 Euro sind ja weniger als 10.000 Euro.

Hannes: Dass das innerhalb von zehn oder zwölf Tagen voll war, damit hätten wir nie gerechnet. Das wir dann noch Geld für technische Spielereien übrig haben und ein richtiges Hollywood-Ding draus machen können.

Schon in Eurem Erstlingswerk standet Ihr auf Skiern. Nun geht es in der Fortsetzung wieder an den Hang. Warum diese Vorliebe fürs abfahrtszentrierte Schneetreiben?

Franz: Ich stehe seit meinem zweiten Lebensjahr auf dem Ski. Seit ich etwa 14 war, habe ich den Sport etwas ernster genommen. Ich weiß also zu schätzen, wenn mal Schnee liegen sollte.

Hannes: Franz und ich haben uns beim Studium durchs Klettern kennengelernt. Im Winter fing es dann an. Da sagte der Franz: ‚Du, hier, jetzt wird Ski gefahren.’

Franz: Wir haben uns bei SIMPLY clever gedacht, das mit dem Freeskiing, das ist abgefahren, das ist lustig, das passt…

Wo geht die Reise im neuen Werk hin, was dürfen wir erwarten?

Franz: Wir wollen nicht zu viel verraten. Auf jeden Fall wieder Ski fahren, Zwotakt, dumme Witze, zwei komische Knallköppe.

Hannes: In alter Sitte fahren wir natürlich wieder mit einem nicht näher genannten Zweitakt-Mobil los. Die Fahrt geht Richtung Osten, in die Slowakei. Bei Schneemangel wird es aber wahrscheinlich bis nach Rumänien gehen. Hintergedanke dabei war, dass im Osten noch vieles urwüchsiger ist als hier. Da findet man so viele Sachen, die man humoristisch auswerten kann…Boheme-Kneipen. Beispielsweise.

Wann wird „SIMPLY THE WORST“ zu sehen sein?

Franz: Am 28. Februar endet die Finanzierung. Dann wird ausgezahlt und wir wollen loslegen.

Hannes: Der Film wird voraussichtlich Ende Mai fertig sein, wenn alles klappt. Danach werden wir erstmal die Filmfestivals abklappern. Es soll auf jeden Fall auch eine DVD zum Verkauf stehen. Wir wollen natürlich, dass uns wieder viele Leute sehen. Und wir wollen, dass wir auch im Westen einen noch größeren Erfolg haben als mit SIMPLY clever.

Johannes Angermann

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