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Skandinavische Miezen rocken sich im vollen Leipziger Haus Auensee in Ekstase

Zwischen Hafen- und Zigeunermusik Skandinavische Miezen rocken sich im vollen Leipziger Haus Auensee in Ekstase

Die Band „Katzenjammer“ aus Norwegen gastierte am vergangenen Dienstagabend im gut gefüllten Leipziger Haus Auensee. Das Frauenquartett präsentierte Songs aus dem neuen Album „Rockland“, aber auch ältere Klassiker wie „Land Of Confusion“ und „A Bar In Amsterdam“. Auch den zehnten Bandgeburtstag feierten die Vollblutmusikerinnen fulminant mit ihren Fans.

Talentiert und biegsam: Sängerin Turid J. Honerud legt sich mit E-Gitarre auf den Rücken von Kollegin Marianne Sveen, während diese auf dem pinken Miniaturklavier weiter klimpert.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Sie sind wilde Miezen, werfen ihre Instrumente in die Luft, miauen rauchig in die Mikrofone. Kurzum, im wörtlichen Sinn sieht Katzenjammer anders aus, denn die Vollblutmusikerinnen der gleichnamigen Band aus Norwegen brachten den Saal mit 2050 Fans im Haus Auensee am Dienstagabend regelrecht zum Toben.

Eine unbändige Lebenslust versprühen Marianne Sveen, Solveig Heilo, Anne Marit Bergheim und Turid J. Honerud auf der Bühne. Während Support Sivert Hoyem etwa mit Lana Del Rays Popballade „Born To Die“ sanfte Töne anschlägt, geraten die vier Katzen während ihres knapp zweistündigen Konzerts in Ekstase.

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Die Rock-Miezen aus Norwegen begeisterten am vergangenen Dienstagabend im gut gefüllten Haus Auensee. Bei ihrer fulminanten Bühnenshow sangen sich die „Katzenjammerinnen“ regelrecht in Ekstase.

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Musik ist für sie Ausdrucksmöglichkeit ihrer Erfahrungen. Alphatier Marianne verarbeitet zum Beispiel in „Lady Grey“ vom dritten Album „Rockland“ die Begegnung mit einer 73-jährigen Demenzpatientin. Marianne spielte der alten Dame über einen längeren Zeitraum regelmäßig ein Ständchen mit ihrer Gitarre vor. Obwohl sich die Frau an nichts mehr aus ihrem Leben erinnerte, wippte ihr Fuß dabei auf und ab. Diese Magie des Kommunizierens, ohne Worte jemandem ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, liebt Marianne so wahnsinnig.

Nonverbalkunst und deutsche Floskeln für das Publikum

Auch mit ihrem Leipziger Publikum verständigen sich die Musikerinnen nicht so sehr durch die Sprache. Wenn, dann in englischer. Nur ein paar Mal versuchen Turid, Marianne und Solveig es floskelhaft mit Deutsch: „Leipzig, ihr seid Hammer!“ oder „Wie geht’s?“. Solveig besitzt die meisten Deutschkenntnisse des Quartetts. Fünf Jahre lang lernte sie die Sprache im Unterricht. Aber für mehr als eine kleine Geschichte über das Aufwachen am Morgen reicht der deutsche Wortschatz wohl nicht mehr.

Instrumental gesehen sind die Vollblutmusikerinnen dafür umso talentierter. Die Wechsel ihrer Parts in den Folk-Rock-Songs gleichen einer Reise nach Jerusalem. Der Zuschauer sieht die Miezen ständig zwischen Katzen-Bass-Balalaika, Bandoline, E-Gitarre, Piano, Trompete, Schlagzeug, Xylophon, Akkordeon und Trommeln hin- und herspringen oder sogar während eines Songs tauschen.

Alphatier Marianne mit markanter Stimme

Singen können sie alle, aber Marianne sticht mit ihrer starken Soul-Stimme à la Beyoncé bei „Driving After You“, „Demon Kitty Rag“ und dem Genesis-Remake „Land Of Confusion“ heraus. Sie braucht eigentlich keine Begleitung, ist sich selbst schon Begleitung genug.

Bei „A Bar In Amsterdam“ hat der Auftritt etwas Hexenhaftes einer faustischen Walpurgisnacht: Solveigs Federhaarschmuck wirbelt hektisch durch die Luft, während sie wild trompetet. Marianne verliert sich exzentrisch beim Schlagzeugspielen. Turid und Anne rocken aufgeregt mit Katzen-Bass-Balalaika und Westerngitarre auf der Bühne.

„Katzenjammer“ feiert zehnten Geburtstag mit ihren Fans

Seit zehn Jahren musizieren Katzenjammer nun schon. 2009 gelang der Durchbruch auch in Deutschland. Vier Jahre später tourten sie mit den Ärzten. Den zehnten Band-Geburtstag feiern die vier dann mit den Leipzigern: Es regnet weißes Konfetti und Riesenluftballons auf die Menge. Erst nach zwei Zugaben „Wading In Deeper“ und Ain’t No Thang“ verabschieden sich die Miezen schnurrend mit „Gute Nacht“.

Von Melanie Steitz

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