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So viel Liebe: Weihnachtsschmonzette von Christian Meyer und Julius Fischer

Ilses Erika So viel Liebe: Weihnachtsschmonzette von Christian Meyer und Julius Fischer

Alle Jahre wieder wird auch das The Fuck Hornisschen Orchestra besinnlich – und formt sein Oeuvre zur „Weihnachtsschmonzette“. Samstagnacht haben Christian Meyer und Julius Fischer die 2016er Variante erstmals im Ilses Erika aufgeführt.

In den Farben von RB Leipzig: Christian Meyer (links) und Julius Fischer.

Quelle: André Kempner

Leipzig. „I Love You“, stempelt der Mann am Eingang den Besuchern auf die Hände. Ein Herz formt das „O“, und tatsächlich wird das Tanzcafé Ilses Erika in den kommenden zwei Stunden voll der Liebe sein. Einziehen wird sie spätestens, als das The Fuck Hornisschen Orchestra seinen Naturhit „W.A.L.D.“ in der Weihnachtsfassung („Nadel-W.A.L.D.“) schmettert, was rückwärts gelesen und sächsisch ausgesprochen das englische Wort für Liebe ergibt: dlaw. Am Ende werden sich die Zuschauer so beseelt fühlen, dass sie minutenlang den Mark-Lorenz-Schlager „Weihnachtsharmonie“ weitersingen, während die Künstler bereits einen Verkaufstisch mit ihrem neuen „Weihnachtsschmonzette“-Album bestücken.

Die CD enthält die Lieder des vergangenen Schmonzetten-Jahrgangs. Am Samstagabend haben Christian Meyer und Julius Fischer aber die 2016er Version erklärtermaßen general- und auch erstmals geprobt. Ilses Erika ist hierfür ein idealer Ort, eine Heimatbühne. Auf ihr haben Fischer und Meyer vor mehr als zehn Jahren in einer monatlichen Talentshow „Perlen vor die Sachsen“ geworfen. Und schnell haben alle gemerkt, dass die größten Perlen die beiden selbst sind: Längst touren sie als preisgekröntes Duo durchs Land und albern sich im MDR-Fernsehen durch „Comedy mit Karsten“. Die Generalprobe im Ilses Erika war lange vorher ausverkauft.

So viel Liebe füllt den Saal, dass Gegensätze keine bleiben. In den RB-Farben Rot und Weiß, wie Meyer erklärt, singen sie zu Beginn der Adventsstunde ein Frühlingslied. Heinrich Heines „Leise zieht durch mein Gemüt“ versprüht in der X-Mas-Edition die Hoffnung auf bessere Zeiten freilich dank Kälte und Schnee, deretwegen Populisten keine Lust mehr auf Spaziergänge verspüren. Die angeklebten Rauschebärte verhindern keineswegs, dass Meyer und Fischer bei allem Klamauk ernsthaft wunderschön zweistimmig singen.

Süßer die Beginner nie klangen

Die Vorweihnachtszeit lebt von Traditionen, weshalb „Oh Tannenbaum“, „Maria durch ein Dornwald ging“ und „Silent Night“ in der Mumford-&-Sons-Variante so selbstverständlich widerhallen, wie neuerdings der Beginner-Song „Ahnma“ süßer nie klang: „Was los, Digga, Weihnacht / wie ich Marmelade einmach“. Zur Überraschung des Duos feiert das Publikum aber den Punkrock-Knacher (sic) namens „Jahresrückblick 2016“ am allermeisten. Meyer zählt darin nur die Monatsnamen auf, „das Problem am Jubel ist“, klagt daraufhin Fischer, „dass Christian jetzt denkt, das wär was – und ich muss es ihm ausreden“.

Ob ihm das gelingt, ist egal. Auf ihre Schlagfertigkeit können sich die zwei so oder so verlassen. Und auf ihre Musikalität, der sie am Schluss eine spontane Erkenntnis verdanken: Auf die Akkorde von Lorenz’ „Weihnachtsharmonie“ lassen sich ebenso „Weihnacht darf kein Mensch allein sein“ der Cappuccinos und sogar „Last Christmas“ von Wham singen. Die sechs weiteren Generalproben in Berlin, Jena, Dresden, Hamburg und Leipzig bis zur Premiere kurz vor Weihnachten versprechen jedenfalls noch mehr Erleuchten. Und Liebe.

Weitere Leipziger Schmonzetten-Termine: 7. Dezember, 20 Uhr, Moritzbastei (Universitätsstraße 9); 17./19. Dezember, 20 Uhr, Neues Schauspiel (Lützner Straße 29)

Von Mathias Wöbking

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