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"Soko Leipzig"-Chefermittler Andreas Schmidt-Schaller im Interview

"Soko Leipzig"-Chefermittler Andreas Schmidt-Schaller im Interview

Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Fernsehermittler, und das seit 25 Jahren: Ob früher als Kommissar Grawe bei „Polizeiruf 110“ oder heute als Chefermittler Trautzschke in „Soko Leipzig“ – Andreas Schmidt-Schaller zeigt sympathisches Durchsetzungsvermögen.

Leipzig. Der gebürtige Weimarer hatte genau zum Zeitpunkt des Baus der Berliner Mauer die Möglichkeit, sich in den Westen abzusetzen. Bei MDR „Barbarossa“, dem einzigen TV-Geschichtsmagazin der ARD, erinnert er sich am 22. März um 21.15 Uhr an seinen damaligen Schweden-Aufenthalt und den damit verbundenen Zwiespalt, den er mit 15 Jahren durchlebte.

„Ich glaube, du kannst nicht noch mal hier herkommen. Deswegen bleibst du einfach hier, gehst in die Schule und studierst hier“, gibt der heute 65-Jährige die Worte seines damals nach Schweden ausgewanderten Großvaters wieder. Während NVA und ostdeutsche Grenzpolizei die Mauer errichteten, dachte der junge Schmidt-Schaller kurz daran, in Stockholm zu bleiben, verwarf den Gedanken aber: „Das konnte ich gar nicht machen, weil ich das meiner Mutter, meiner Großmutter und meinen Freunden nicht hätte antun können.“

Nach seiner Rückkehr in die Heimat erfüllte er sich einige Jahre später einen großen Traum: Ende der 60er Jahre begann er das Studium an der Theaterhochschule Leipzig und wurde schließlich Schauspieler.

 

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Leipzig. Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Fernsehermittler: Ob früher als Kommissar Grawe bei „Polizeiruf 110“ oder in „Soko Leipzig“ – Andreas Schmidt-Schaller zeigt sympathisches Durchsetzungsvermögen. Überraschend: Der gebürtige Weimarer hatte zum Zeitpunkt des Baus der Berliner Mauer die Möglichkeit, sich in den Westen abzusetzen. Auszüge aus einem Interview, das der MDR am Dienstag sendet.

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Auszüge aus dem Gespräch mit Andreas Schmidt-Schaller. Das Magazin "Barabarossa" wird am 22. März um 21.15 Uhr ausgestrahlt, MDR-Fernsehen.

Seit 10 Jahren spielen Sie mittlerweile Chefermittler Trautzschke, zuvor waren hatten Sie beim „Polizeiruf 110“ zehn Jahre lange Kommissar Grawe gespielt. Gibt es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede?

Es ist insofern was anderes, weil es eine andere Zeit ist. Grawe hatte ’ne völlig andere Zeit. Aber was die Persönlichkeit betrifft bzw. die Figur betrifft, … wäre es eigentlich nur logisch zu formulieren, der Trautzschke hat was von dem jüngeren Grawe. Könnte schon sein, da er ja die gleiche Arbeit tut und macht.

Wie kam es zur Grawe-Rolle, können Sie sich erinnern?

Nee, ich hab’ dann mal einen Assistenten gespielt, einen von diesen Assistenten und dann wurde ich gefragt, ob ich Lust hätte, so einen Kriminalisten zu spielen… - hab’ ich natürlich doch ein ganzes Weilchen überlegt und Freunde befragt und Schauspieler-Kollegen, weil man wird ja doch in irgendein Schubfach getan, das ist nun mal so. Aber wiederum habe ich auch für mich gedacht, das ist eine Chance als Schauspieler einfach auch zu zeigen, dass man da auch eine Figur aufbauen kann, die eine Eigenständigkeit hat, irgendwas Besonderes hat – war eine Herausforderung. So habe ich dann wochenlanger Überlegung gesagt, okay ich mach’s’.

Wo sehen Sie den Unterschied zwischen Polizeiruf und Tatort?

 

Ja, das ist schwer zu sagen. Denn im Grunde genommen, so einen richtig großen Unterschied sehe ich nicht. Die Dramaturgie des Polizeirufs war ja immer ausgerichtet auf den Täter, das Umfeld des Täters. Wo kommt der her, was ist das, was hat das für soziale Ursachen, dass der so geworden ist und und und… Während im Tatort und natürlich auch in den jetzigen Polizeirufen die Kommissare wesentlich stärker im Vordergrund stehen. Und dadurch ähneln sich beide letztendlich – das eine heißt eben Polizeiruf. Vielleicht gibt’s im Tatort ein bisschen mehr Action, das weiß ich nicht, kann ich nicht so beurteilen. Aber die, die ich gesehen habe, gerade den letzten, da sehe ich keinen großen Unterschied zwischen dem Rostock und dem Tatort am Bodensee – etwa so.

Wie haben Sie den Mauerfall erlebt?

In der Kneipe durch Zufall – in Prenzlauer Berg. Plötzlich kommt einer rein in die Kneipe und sagt: „Ich war in West-Berlin.“ Und dann haben die das Radio angemacht und da plötzlich hörte man, was sich so abspielt ringsherum. Da bin ich nach Hause – meine Frau schlief damals schon – plötzlich ruft ein Freund von mir an und sagt: „Du pass uff, mach’ mal Fernsehen an, wir fahren jetzt da rüber, Bornholmer Straße.“ Ich dachte, verdammt, ich muss morgen früh drehen – ist ein bisschen blöde. Ach komm, wir fahren. Und dann sind wir tatsächlich nachts noch über die Bornholmer Straße und mit den ganzen Massen da und mit seinem Auto, der Freund hatte damals einen Wartburg, sind wir noch über die Bornholmer Straße gefahren – und waren dann noch Bier trinken.

Die Frau war mit?

Ja, sie ist mitgekommen. Und meine Tochter wirft mir das heute noch vor. Die war ganz klein, die haben wir zu Hause gelassen – das war natürlich ein bisschen leichtsinnig, leichtfertig – aber nach den Bildern, die man gesehen hat. Das Interessante war, dass der Polizist da an der Bornholmer Straße, guckte und sagte: „Auch Sie Herr Schmidt-Schaller, auch Sie!? Wenn Sie wieder zurück wollen, bis morgen früh um 8, dann wird wieder zugemacht.“ Also die wussten nichts, die hatten keine Ahnung, was da überhaupt vor sich geht. Der hat geglaubt, um 8 wird wieder zugemacht. Da habe ich noch gesagt, wir müssen sowieso zurück, unsere Tochter muss in die Schule.

Wieso lebte der Großvater in Schweden?

Der ist in den 20er Jahren nach Schweden gegangen – und hat eben meine Großmutter – wenn man so will – einfach verlassen, die mit drei Kindern alleine war in den 20er Jahren – das war nicht so einfach. Und der ist dann – wie gesagt – in den 20er Jahren nach Schweden gegangen und ist dann schwedischer Staatsbürger geworden – hat die Staatsbürgerschaft angenommen.

Großvater sagte „Wir sehen uns nie wieder“ – hatte er damit Recht?

Er hat im Grunde Recht behalten. Kurz vor seinem Tod haben wir uns wiedergesehen, da war er schwer krank. Da habe ich den Antrag gestellt hinfahren zu können – im Rahmen dieser Familienreisen, bei besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder schweren Erkrankungen – und da habe ich ihn kurz vor seinem Tod noch mal gesehen. Aber das war leider nicht so sehr schön.

In welchem Jahr war das?

Ich glaube 1979…

Wie ging es dem Großvater beim Besuch 1979?

Er lag schon im Krankenhaus und das war ein Schlaganfall, und da ging es ihm schon gar nicht gut. Aber er hat mich erkannt – das war das Erstaunlichste.

Haben Sie einen beruflichen Zukunftswunsch?

Ja natürlich, aber leider ist glaube ich, die Zeit dafür ist abgelaufen. Mein Traum war es immer, mal eine Oper zu inszenieren. Ich habe ja am Theater auch Inszenierungen gemacht, als Regisseur gearbeitet und bis hin zum Puppentheater, Marionettentheater – was wirklich ganz spannend ist. Ja und da entstand immer mal der Wunsch, mal eine Oper zu inszenieren. Weil ich weiß, da kommen alle Künste zusammen – die bildende Kunst, die Literatur, die Musik, die Darsteller – also es gibt so eine Einheit. Und das ist was ganz Besonderes. Aber leider, aber leider hat es bisher nicht geklappt. Aber vielleicht, man weiß nicht, gibt’s irgendwann mal die Möglichkeit. Das wäre ein Traum von mir.

r.

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