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Sonne, Sehnsucht, Klassentreffen - Sommerausstellung in der Galerie Schwind

Sonne, Sehnsucht, Klassentreffen - Sommerausstellung in der Galerie Schwind

Die Schulferien sind vorbei, und manch einen, der nun wieder hier sein muss, plagt das Fernweh trotz bereits genossenen Jahresurlaubs. Wer noch immer Sehnsucht nach Meer, Leichtigkeit und Alltagsferne verspürt, dem sei die Galerie in der Gohliser Springerstraße 5 ans Herz gelegt, denn die Sommerausstellung bei Karl Schwind kommt noch bis zum 4. September luftig, duftig, sommerfrisch daher.

Leipzig. Ein weiteres Mal werden dabei hier im Leipziger Stammsitz – dem Sammlungsschwerpunkt entsprechend – Schüler, Lehrer und Altvordere der Künstlergarde der Leipziger Hochschule fast wie beim vertrauten  Klassentreffen präsentiert. Neben den üblichen Verdächtigen Tübke, Mattheuer, Heisig sind auch Schüler und Enkel respektive andere Verwandte im Geiste vertreten. Flankiert werden die Gemälde, Aquarelle und Drucke in den Ausstellungsräumen von kleineren Bronzeplastiken Fritz Cremers.

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Leipzig. Die Schulferien sind vorbei, und manch einen, der nun wieder hier sein muss, plagt das Fernweh trotz bereits genossenen Jahresurlaubs. Wer noch immer Sehnsucht nach Meer, Leichtigkeit und Alltagsferne verspürt, dem sei die Galerie in der Gohliser Springerstraße 5 ans Herz gelegt, denn die Sommerausstellung bei Karl Schwind kommt noch bis zum 4. September luftig, duftig, sommerfrisch daher.

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Das Besondere der vornehmlich unüberraschenden Ausstellung sind dabei die Sujets der gezeigten Bilderauswahl. Von Werner Tübke sind einige seiner vor Freiheit und Schaulust am Fremden oszillierenden Reisebilder aus Italien zu sehen. Wolfgang Mattheuer lässt Blumen und Gärten überbordend gedeihen und Berge – seltsam vertraut – nach Künstler und Betrachter rufen. Willi Sitte badet sich, uns und seine Gemälde in körperlicher Fleisches- und Meereslust.

Ulrich Hachulla können wir auf Ausflüge in die Vergangenheit und in die nach der Emeritierung erlangte, uneingeschränkte Reisefreiheit begleiten. Nur Arno Rink blickt auf seinem Bild von 1985 mürrisch in den Regen Venedigs. Wer die Stadt einmal im Regen erlebt hat, mag ermessen, wie schrecklich enttäuschend ein solch außergewöhnlicher Besuch zu Zeiten der DDR-Grenzbestimmungen gewesen sein muss.

Themen klar umrissen, trotzdem Überraschungen

Ansonsten sind das Thema und die Themenvielfalt der erklärtermaßen unthematischen Ausstellung also alles in allem klar umrissen. Nichts allzu tiefgründig Metaphorisches. Nichts selbstquälerisch Nachdenkliches. Nichts elegisch Melancholisches. Die Bilder sollen hauptsächlich beglücken, erfrischen, zerstreuen, und das gelingt ihnen spielend. Wer durch die Räume der Galerie wandert, fühlt sich beschwingt, fast berauscht. Genießende Blicke können schwelgende Bildwelten durchstreifen. Aber ganz so fröhlich kommt der Besucher denn doch nicht durch die Sommerschau. Irgendwann hakt es auch in dieser Ausstellung im Kopf ein: Auch diese scheinbar sorgenfreien Sommerbilder funktionieren doch nicht ausnahmslos und ganz ohne doppelten Boden. Der rufende Berg Mattheuers erinnert allzu sehr an sein „Hinter den sieben Bergen“, und Hachullas Selbstporträt im Wachsfigurenkabinett hat etwas eigenartig Bizarres.

Wolfgang Peuker gibt seinem titellosen Rückenakt ein hauchfein im Raum schwebendes zweites Gesicht mit. Und auf Tübkes mediterranen ‚Urlaubsbildern’ tummeln sich – außer auf dem im doppelten Sinne reinen Landschaftsbild der „Villa auf Mallorca“ – wie so oft verwachsene, symbolschwangere und zwielichtige Gestalten.

Noch deutlicher wird der Bruch zur Idylle beim jüngsten Vertreter im Ausstellungsbund: Der 1981 in Gardelegen geborene Markus Matthias Krüger zeigt zwei Mal nächtliche Ruhe, die sich jedoch fern beschaulichen Friedens verortet. Einmal steht ein geparkter Kleintransporter scheinbar absichtslos auf einem beleuchteten Parkplatz. Ein anderes Mal wird ein stattlicher Hirsch in einem friedlichen Waldstück von einem Trupp Wölfe angegriffen, und ehe wir noch recht die Szenerie entschlüsseln, werden wir schon zu Zeugen des finalen Kehlbiss. Die Sommerausstellung der Galerie Schwind schafft somit scheinbar mühelos den eigentlich unmöglichen Spagat zwischen argloser Zerstreuung und tiefsinniger Anregung.

Galerie Schwind, Springerstraße 5; bis 4. September; Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr und Samstag 10 bis 14 Uhr).

Susann Buhl

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