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Sonnenblumen für Bach - Die erste Motette der jungen Thomaner

Sonnenblumen für Bach - Die erste Motette der jungen Thomaner

Alumnat, Thomasschule und -kirche, Tourneen. Und natürlich Bach. Jede Menge Bach. Dies und noch viel mehr prägt das Leben eines Thomaners. Jährlich kommt eine neue Generation des weltberühmten Leipziger Vokalensembles hinzu, seit mehr als 800 Jahren.

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Thomanerchor (Archivbild)

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Jene von 2013 wird die LVZ auf ihrem Weg zum Chor-Olymp in loser Folge begleiten. Heute: Die erste Motette.

Der Mentor steht im Türrahmen und schaut kritisch in die Runde. Die dreiköpfige Besatzung des geräumigen Zimmers hält kurz inne. Die Jungen wissen: Gleich kommt die Ansage. "Herrschaften, in zwei Minuten ist Vorstellung, um 13.45 Uhr Abmarsch, ab 14 Uhr Einsingen in der Kirche. Beeilung", sagt Conrad Schöbel, im fünften Jahr Thomasser, wie sich die Thomaner selber nennen. Der Neuntklässler kümmert sich als einer der alten Hasen im "Kasten" mit um die Neuen. Besonders um Tobias Gründel aus Nordhausen. Conrads Ultimus ist noch mit dem Kämmen seiner Haare beschäftigt. "Bin gleich so weit", entgegnet der zehnjährige Blondschopf, während ein anderer frischgebackener Sänger - Nathanael Vorwergk (9) aus Leipzig - noch immer mit dem weißen Hemd, der schwarzen Hose und den Socken kämpft. Auch Tobias hat Weiß und Schwarz aufgetragen. Den markanten Matrosenanzug trägt allein der Dritte im Bunde, Jan Bucher (11) aus Chemnitz, der dem weltberühmten Knabenchor bereits seit einem Jahr angehört. "Die Kieler Blusen für unsere 14 Neuen sind leider nicht rechtzeitig fertig geworden, stehen hoffentlich am nächsten Wochenende zur Verfügung", klärt Christine Kieres auf. Die Lehrerin an der benachbarten Thomasschule ist an diesem Nachmittag Diensthabender Inspektor, kurz DI, koordiniert die Vor- bereitungen auf die Sonnabend-Motette.

"Mir gefällt das Alumnat, alle sind nett, das Zusammensein mit Jan und Nathanael in unserem Zimmer klappt prima", berichtet Tobias auf dem Weg durchs Treppenhaus von seinen ersten Tagen in der Hillerstraße. "Und der Conrad ist auch in Ordnung." Dann hat er den Raum erreicht, in dem die sogenannte Vorstellung über die Bühne geht. Hier schaltet und waltet der Domesticus. Oskar Didt schaut bei den Viert- bis Siebtklässlern ganz genau hin. Auf Klamotten, Schuhe und Hände. "Der Kragen deiner Bluse sitzt nicht richtig. Schlag ihn bitte um, du bist nicht Karl Lagerfeld", bekommt einer der Jungen zu hören. Mit der Kleiderbürste wischt der "Dom" noch fix ein paar Fusseln beiseite. "Und ab!", schallt es dem Prüfling entgegen, als die Prozedur vorüber ist. Tobias ist an der Reihe. "Die Hose hat Hochwasser, zieh sie ein wenig runter", empfiehlt Zwölftklässler Oskar. "Und Tobias, deine Hände sollten noch einmal Bekanntschaft mit dem Wasserhahn machen."

Die jungen Herren sind schließlich hergerichtet. DI Kieres und zwei Erzieherinnen aus dem pädagogischen Stab des Internats begleiten sie auf dem Weg zur ersten Motette ihres Thomanerlebens. Einige der Neuen werden von den Eltern gebracht. So Ludwig Führer, der auf dem Beifahrersitz des Familienautos sitzt. Oder Pascal Leonhardt, der am Mendelssohnportal des Gotteshauses neben seinem Vater aufgeregt auf die Kumpels wartet. Gleich haben sie ihren großen Auftritt, denn traditionell legen die Jüngsten vor dem Premieren-Dienst am Grab von Johann Sebastian Bach eine Sonnenblume nieder. Angeführt vom Thomaskantor.

Professor Georg Christoph Biller ist der Stolz auf die Generation 2013 anzusehen, als die kleine Schar andächtig durch den Mittelgang der voll besetzten Kirche schreitet. Thomaspfarrerin Britta Taddiken wünscht Gottes Segen. Die Orgel erklingt. Die erste Motette für die neuen Thomaner beginnt. Es werden noch unzählige Gottesdienste und Auftritte folgen. Die Konzert-Reise in die USA und nach Kanada ab Ende Oktober nicht zu vergessen.

Die LVZ-Broschur "800 Jahre Thomana - Kirche, Schule, Chor" erzählt anschaulich die Geschichte des Thomanerchores. Erhältlich ist sie in allen LVZ-Shops, im Internet unter www.lvz-shop.de, via Telefon 0800 2181-050 (gebührenfrei) und im Buchhandel. Preis: 9,95 Euro.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.09.2013

Dominic Welters

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