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Soundtrack der Rebellion

Soundtrack der Rebellion

Unruhe auf der Bühne, Unruhe auf der Straße: Die ausverkaufte Premiere von "Stürmt das Schloss" am Wochenende im Leipziger Theater der Jungen Welt präsentierte dem engagierten Publikum eine unkonventionelle Hommage an den Widerstand an und für sich.

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Schauspieler Reinhart Reimann spielt im Theater der Jungen Welt mit Leipziger Jugendlichen.

Quelle: Tom Schulze

an und für sich. "Surreal", "überraschend" und "vielfältig" umschreiben die Zuschauer hinterher ihre Eindrücke. "Am meisten hat mich die Abwechslung des Werkes beeindruckt", sagt eine Besucherin. "Es war jedenfalls keine klassische Struktur."

Der Inhalt der dreiteiligen Geschichte nährt in der einfallsreichen Ausstattung und verschiedenen Erzählformen eine Atmosphäre, die gleichzeitig empört und inspiriert. Obwohl der Ton des Stückes von Regisseur Jörg Wesemüller eher leicht und unbeschwert vorkommt, liegen die Schwerpunkte nicht auf der leichten Schulter.

Rechtsradikale, Massentierhaltung, Pharmakonzerne, das immer tiefere Eindringen der Konsumkultur in alle Bereiche des Lebens: Auf kreative und spielerische Art zeigen die Schauspieler, was junge Leute heutzutage so alle auf die Straße treibt. Wesemüller lässt wortwörtlich Protest-Welten aufeinanderprallen, kreuz und quer durch Zeit und Raum, von Thema zum Thema. Die Geschichte des Michael Kohlhaas von Heinrich von Kleist trifft auf 25 Jahre Mauerfall oder kreative Kleinproteste der Jetztzeit.

Vor allem zeigt das Partizipationsprojekt, das zweite seiner Art und Größenordnung am Theater der Jungen Welt, wie sich die Protestformen mit der Zeit entwickelten. Es geht nämlich auch ohne Gewalt, heißt es in einer ausschlaggebenden Szene. Mit den Schau- und Puppenspielern haben sich 16 Leipziger Jugendliche im Alter von 13 bis 24 zusammengesetzt, um diesen Theaterabend zu konzipieren.

"Alle Antifa-Fans können sich freuen, denn es ist eine Demo gegen Rechts - Alle Nazis nach hinten!", mit diesem Aufruf von einer der jungen Schauspieler kommt der Szenenwechsel zur kreativen Kleindemo. Nach dem Motto "Widerstand kennt keine Grenzen" fließen Rock 'n' Roll, Gospel, Politpop und Dona Nobis Pacem ein in den energetischen Soundtrack der Rebellion.

Atemlos auf der Stuhlkante sitzt das Publikum während dieser Achterbahn der Themen und Töne, bei den Schlüsselszenen etwa von Stephan Fiedler und Elisabeth Fues. Gösta Bornschein und Reinhart Reimann überzeugen mit farbigen Erzählungen von der Friedlichen Revolution. Und Dirk Baums Performance als überspannter Gospelprediger Reverend Billy bringt das Publikum am Ende auch noch zum Lachen.

Nebenbei spiegelte das Stück die Proteste vor Ort wider. Vor der Premiere sammeln sich bereits Demonstranten auf dem Lindenauer Markt mit Mikrofon und Großplakaten gegen eine NPD-Veranstaltung, während Polizei die Straßen säumen.

Termine, Karten und Infos unter 0341 4866016 oder www.tdjw.de.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.05.2014
Brown, Krysta

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