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Spektakulärer Kunstfund: Behörden listen 25 verdächtige Werke aus dem Gurlitt-Bestand auf

Spektakulärer Kunstfund: Behörden listen 25 verdächtige Werke aus dem Gurlitt-Bestand auf

Ministerien aus Bund und Bayern haben in einem ersten Aufschlagin der Lostart-Datenbank aufgelistet, bei denen „der begründete Verdacht auf NS-verfolgungsbedingten Entzug“ besteht.

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Im Uhrzeigersinn: Hans Christoph: „Paar“, 1924; Max Liebermann: „Reiter am Strand“, 1901; Wilhelm Lachnit: „Mann und Frau am Fenster“, 1923; Antonio Canaletto: „Sa. Giustina in Prà della Vale“ in Padua, 1751/1800.

Quelle: Staatsanwaltschaft Augsburg dpa

München. Die Behörden erklärten, dass die Herkunftsrecherche im Interesse möglicher Eigentümer parallel zum Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Augsburg auf breiter Basis erfolgen soll.

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München. Ministerien aus Bund und Bayern haben in einem ersten Aufschlag 25 Werke aus dem spektakulären Münchner Kunstfundin der Lostart-Datenbank aufgelistet, bei denen „der begründete Verdacht auf NS-verfolgungsbedingten Entzug“ besteht. die Behörden erklärten, dass die Herkunftsrecherche im Interesse möglicher Eigentümer parallel zum Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Augsburg auf breiter Basis erfolgen soll.

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Bund und Länder vereinbarten, eine "Taskforce" aus mindestens sechs Experten einzurichten. Die Forschungsstelle "Entartete Kunst" der Freien Universität Berlin wird ebenfalls einbezogen. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Augsburg ist die Herkunft von 970 Werken zu hinterfragen. "Bei rund 590 Werken muss überprüft werden, ob ein NS-verfolgungsbedingter Entzug vorliegen könnte", teilten die Behörden mit.

In den vergangenen Tagen forderten Experten aus dem In- und Ausland, mehr Transparenz in die Aufklärung der Herkunft der Kunstwerke zu bringen. In einem ersten Schritt machten die Behörden 25 Werke auf die Plattform www.lostart.de. Die Webseite soll von der Koordinierungsstelle Magdeburg fortlaufend aktualisiert werden. Die Seite war zwischenzeitlich nicht zu erreichen.

Leipzig kaufte Kunst in den 1990er-Jahren zurück

Auch Hans-Werner Schmidt, Direktor des Leipziger Museums für bildende Künste, konnte noch keinen Blick auf die Liste werfen, sagte er am Dienstag auf Anfrage von LVZ-Online. Für Leipzig gelte aber, dass die "spektakulären Entfernungen" im Rahmen des Vorgehens der Nazis gegen sogenannte "Entartete Kunst" von Leipzig "in den 1990er Jahren für viel Geld zurückgekauft" worden seien. Das betrifft unter anderem Oskar Kokoschas "Genfer Seenlandschaft" (1923), und das "Liebespaar" (1919) von Otto Mueller. Zwei Aquarelle Emil Noldes sind dem Museum "quasi aus einer Schludrigkeit" erhalten geblieben: Die Werke waren nicht ordnungsgemäß abelegt, wurden von den nationalsozialistischen Kunstwächtern deshalb nicht gefunden. "Zum Teil hat man auch bewußt Blätter auf diese Weise in Sicherheit gebracht", so Schmidt.

Leipzig sei in Punkto Avantgarde aber insgesamt anders aufgestellt gewesen als Dresden oder Halle. "In Leipzig hat man sich extrem zurückgehalten, was die Brücke-Künstler angeht", so der Direktor des Museums der bildenden Künste. Die "Brücke" war eine 1905 in Dresden gegründete Künstlergruppe mit Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Fritz Bleyl, Max Pechstein, Otto Mueller, Cuno Amiet, Axel Gallén-Kallela und Emil Nolde. Die Gruppe bereitete in der bildenden Kunst dem deutschen Expressionismus den Weg. Die Stiftung Moritzburg in Halle zeigt seit 2001 Werke der "Brücke"-Sammlung von Hermann Gerlinger.

Hier die aufgelisteten Werke aus der Sammlung Gurlitt in alphabetischer Reihenfolge der Künstler:

Antonio Canaletto: „Sa. Giustina in Prà della Vale“ in Padua, Druckgrafik, 1751/1800

Marc Chagall: „Allegorische Szene“, undatiertes Gemälde

Hans Christoph: „Paar“, Aquarell, 1924

Honoré Daumier: „Don Quichote und Sancho Panza“, Gemälde, um 1865

Eugène Delacroix: „Conversation mauresque sur une terrasse“, undatierte Bleistiftzeichnung

Otto Dix: „Dame in der Loge“, Aquarell, 1922

Otto Dix: „Dompteuse“, Aquarell, 1922

Conrad Felixmüller: „Paar in Landschaft“, Aquarell, 1924

Erich Fraaß: „Mutter und Kind“, Aquarell, 1922

Bonaventura Genelli: „Männlicher Akt“, undatierte Zeichnung

Ludwig Godenschweg: „Männliches Bildnis“, undatierte Druckgrafik

Ludwig Godenschweg: „Weiblicher Akt“, undatierte Druckgrafik

Otto Griebel: „Kind am Tisch“, undatiertes Aquarell

Otto Griebel: „Die Verschleierte“, Aquarell, 1926

Bernhard Kretschmar: „Straßenbahn“, undatiertes Aquarell

Wilhelm Lachnit: „Mädchen am Tisch“, Aquarell, 1923

Wilhelm Lachnit: „Mann und Frau am Fenster“, Aquarell, 1923

Max Liebermann: „Reiter am Strand“, Gemälde, 1901

Fritz Maskos: „Sinnende Frau“, Druckgrafik, 1922

Henri Matisse: „Sitzende Frau / In einem Sessel sitzende Frau“, Gemälde, um 1924

Auguste Rodin: „Etude de femme nue debout, les bras relevés, les mains croisées au-dessus de la tête“, undatierte Zeichnung

Théodore Rousseau: „Vue de la vallée de la Seine“, undatierte Zeichnung

Carl Spitzweg: „Das Klavierspiel“, Zeichnung, um 1840

Christoph Voll: „Mönch“, Aquarell, 1921

Christoph Voll: „Sprengmeister Hantsch“, Zeichnung, 1922

dpa / lyn

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