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Splash!: Auf der Halbinsel der Glückseligen – 20.000 Hiphop-Fans feiern in Ferropolis

Splash!: Auf der Halbinsel der Glückseligen – 20.000 Hiphop-Fans feiern in Ferropolis

Sonne satt gibt es dieses Wochenende für die Besucher des ausverkauften Hip-Hop-Festivals „splash!“. In der Baggerstadt Ferropolis bei Gräfenhainichen geben derzeit etwa 80 Künstler und Bands ihr Bestes, um den Durst ihrer Fans nach packenden Beats und flotten Texten zu stillen.

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Splash! Tausende Menschen feiern bei schönstem Festival-Wetter eine riesige Party in Ferropolis.

Quelle: Felix Forberg

Gräfenhainichen. Doch auch abseits der Bühnen kommen die Besucher voll auf ihre Kosten. Nicht zuletzt beim selbst-splashen - und zwar in die kühlenden Wellen des Gremminer Sees.

„Scheiße heiß hier“, stöhnt ein norddeutscher Hiphop-Fan am Samstagnachmittag auf dem Weg vom Campingplatz Richtung Ferropolis. Er und Tausende andere Festival-Besucher vor und hinter ihm haben noch einige hundert Meter zu bewältigen, bevor sie endlich auf der Halbinsel mit den fünf riesigen Braunkohlebaggern angelangt sind, die über allem thronen. Die stählernen Ungetüme geben den großen Worten, die die Rapper bereits auf den Bühnen unter ihnen von sich geben, nur noch halb so viel Gewicht. „Ich weiß, das ich weiß, das weiß ich“, verkündet Rapper Megaloh in seinem Song „Dr. Cooper (Ich weiß)“ zu diesem Zeitpunkt auf der Main Stage.

Bis Montag volles Programm

Megalohs Fans und alle anderen Festivalbesucher wissen auch etwas: Bis Montag wird ihnen allerhand geboten. Zu den Headlinern zählen der US-amerikanischen R’n’B-Sänger John Legend, die Hip-Hop-Urgesteine Blumentopf und der deutsche Senkrechtstarter Casper. Julian Gupta, Sprecher des Events, ist bisher vollauf zufrieden: „Das Wetter ist perfekt und bis auf einen ausgefallenen Act, den wir aber ersetzen konnten, sind alle da. Die Stimmung ist super!“

Auch an Überraschungen fehlte es nicht: „Gestern hat Dendemann Samy Deluxe auf die Bühne geholt, was keiner vorher wusste“, schwärmt der 27-Jährige. In Erinnerung bleiben dürfte den Fans auch der Auftritt von Marteria am Freitagabend, der mit einem gigentischen Joint auf die Bühne kam.

Das „splash!“ findet nunmehr zum 16. Mal statt und hat sich nicht nur musikalisch weiterentwickelt, sondern ist auch digitaler geworden. Davon zeugen die Speicherchips, die an den Festivalbändchen angebracht sind und mit denen man unter anderem bargeldlos bezahlen kann.

Außerdem wurde die See-Bühne „Samoa Stage“ wieder eingeführt, wo DJs tagsüber entspanntere Musik auflegen. Abends spielen dort deutsche Newcomer wie Brenk Sinatra oder Edgar Wasser auf. Überhitzte Fans nutzen derweilen die Gelegenheit, um neben der Seebühne ins kühle Nass zu springen – schließlich darf es einem echten Hiphopper an einem nicht fehlen: Coolness.

Abseits der Bühnen

Ob Planschen im See oder Abenteuer im Zelt: Die richtig spannenden Dinge passieren abseits der Bühne. Zum Beispiel auf dem Parklatz vor dem Festivalgelände. Robin Vorländer und Damian Kaczmarek machen dort ihre eigene kleine Party, bevor sie sich ins Getümmel werfen. Aus ihrem blauen VW schallt Kool Savas, der zum Kummer von Damian dieses Wochenende jedoch nicht auftreten wird. Die beiden Siegener haben schon einen aufregenden Freitag hinter sich: „Ich hatte ein hübsches Mädchen auf den Schultern“, offenbart Robin stolz.

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Splash 2013.

Quelle: IMAGEAGENCY

Mit den Mädchen scheint es für ihn dieses Wochenende gut zu laufen, denn ein paar Schritte weiter wippen Anja Schlichting und Sylvia Grabig zum Takt von Kool Savas. „Wir vier haben uns heute erst kennen gelernt“, lachen die beiden Flensburgerinnen. Sie sind zum sechsten Mal beim „splash!“ und haben gerade eine Runde Flunkyball hinter sich – das Festivalspiel schlechthin, wie Anja sagt. „Man muss es schaffen, zusammen mit seinem Team vor dem anderen die eigenen Bierdosen leer zu trinken“, erklärt die 22-Jährige. Jetzt legen die vier aber erst einmal eine Trinkpause ein, weil sie schließlich die Rapper Casper und A$ap noch halbwegs nüchtern erleben wollen.

Action ist dahingegen bei Linn-Maria Filous am Schießstand in der Nähe der Chill-Out-Area angesagt. Die 21-Jährige verhandelt gerade mit Aaron, Steve und Ronny aus Leipzig, die allesamt 18 Jahre alt sind und es nicht geschafft haben, eine der Dosen auf dem hinteren Regal mit dem Softball abzuschießen. Nach einer Weile gibt die Dresdnerin nach und drückt Aaron ein Seifenblasengerät in die Hand. Ihr Kommentar: „Man wird nachgiebig.“

Aaron freut sich, dass er doch noch einen Gewinn mit nach Hause nehmen darf und macht sich wieder auf den Weg zu den Bühnen. Dort wird man ihn selbst jedoch nicht erleben können, sagt er: „Ich weiß dass ich Rappen kann, deswegen muss ich´s nicht tun.“

Vor den Toren des Konzertbereichs sammelt indes ein älterer Gräfenhainichener leergetrunkene Bierdosen ein. Seinen Namen möchte er nicht lesen, weil er sich eigentlich nicht auf dem Areal aufhalten darf. Etwa zehn Euro bekommt er für einen Müllsack leerer Dosen. Am kommenden Wochenende will er wieder sammeln, dann steigt in Ferropolis das „Melt!“-Festival. „Ich schaffe aber nur zwei Säcke am Tag, weil ich sie so weit tragen muss“, merkt der Rentner an. Andernfalls könnte er sich, wenn nicht eine goldene Nase, wenigstens einen goldenen Zahn verdienen. Einen solchen haben viele Rapper ja schon.

Felix Forberg

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